we were at the moon...
REVIEWS







Rockblog.Bluesspot schreibt: "Space Debris auf dem Teller bedeutet für mich eine Reise in die Zeit meiner Ausbildungen ab 1970 bis 1975 bei der DB und zugleich die musikalische Weiterbildung nach den ersten Schnupperkursen ab 68 in Sachen Rock mit u.a. Black Sabbath, CCR, Deep Purple und Uriah Heep in Richtung Blues, Elektronik, Kraut und Psychedelic. Und, es gab, es sei heute noch gepriesen, in und um Wuppertal genug bunte, beschwingt riechende und vor guter Musik strotzende Preßluftschuppen, in denen wir uns rumtrieben. Und diese Zeit transportieren die vier großartigen Spielgesellen Christian, Janni, Tommy und Winnie ins hier und jetzt…..Ich möchte aber zu meiner zweiten musikalischen Sozialisierung noch anmerken, das ich vieles verpasst und überhört hätte ohne die gar nicht genug zu lobenden Sendungen von Winfried Trenkler im WDR, Rock in und Radiothek. Zum neuen „Weltraumschrott“, der mir als Doppel LP vorliegt: Hinter der ersten Tür begegnet uns „Sunlight“. Ein sehr flotter, kräftig rockender Aufwärmer und Anzünder, der für mich als Inspirationhintergrund mitten aus dem Fokus der phantastischen Niederländer Focus stammen könnte, aber natürlich Space Debris-artig. Das Zusammenspiel der Jungs: über die gesamte Spielzeit traumhaft. Und ihr könnt euch sicher sein, das der Song live und in Farbe nicht genau so klingt, aber ähnlich. Wunderbar locker flockig verspielt starten die Töne „Behind The Gate“ bevor die Grooveabteilung die folgenden Schmackesattacken von Saiten und Tasten unterfüttert, bis zum Break. Rastalocken leicht ausschütteln zum Reggaetakt bevor Winnie wieder losmarschiert, piano und forte. Tommy baut dazu einige feine Saitentöne ein, Christian und Janni drücken.Ohnword. Ohne Worte? Nein, feiner Stoff für`s Kopfkino: wild tanzende Mädels in Superminis auf der bunt gedimmten Tanzdielenfläche und die fetten Farbflecke aus dem Ölprojektor illustrieren diesen Jazz- und Krautrock Feger. Es folgt ein wunderbarer Schleicher, der wieder den Kopfkinoprojektor anwirft: „Stardreamer“ verleiht Flügel…. Zum Abschluß der zweiten LP Rille wird`s in dieser kurz und knackig von der Spielzeit, auch im Groove, und dazu natürlich Winnie und Tommy, die sehr beschwingt kommunizieren.„Music Is God“: Im Space Debris Jazz-, Kraut- und Spacerock Zirkus Maximus sowieso und in diesem Fall natürlich auch: eine leise zubeißende Gitarre (das funktioniert), im Hintergrund grundierter Dauerton der Tasten, Winnie wirbelt, Schlagwerk und Bass in vollem Zenith. Der Song klingt für mich wie eine Mischung aus Birth Control, Causa Sui, Deep Purple und Focus. Großartig Jungs, großartig. Zu Beginn von „Blue Alert“ schnippen wir doch gerne mal mit den Fingern, klingt so ein bißchen wie beim Jazz Blue Monday hier in meiner Heimatstadt Hilden. Aber dann. Dann packt Tommy die Saiten fester und ledert so einiges ab, unterstützt von Winnies E-Piano, und Janni pumpt und pumpt und pumpt. Break. Frühes Wishbone Ash Feeling. Und dann wieder wie zuvor. Und Break. Und siehe drei Sätze zurück. So baut man Spannung auf und Abwechslung rein. Und was macht Christian? Ein Uhrwerk in Sachen präzisem Antreiben. „Summernightdrive“ tastet sich mit Winnie flockig-locker-loungig in die Spur, Tommy steigt in den Ring und wieder dieses faszinierende Wechselspiel zwischen den beiden und ein Rhythmusuhrwerk…..und so nach acht Minuten bis zum Fade-out passieren dann etwas derbere Klänge die Ohren, die aber mitunter auch wunderschön fließen und flirren. Zum Abschluß der vierten und letzten Seite des Vinyltonträgers betreten wir „Planet Paradies“, bei dem die vier, im Norden des Südens seßhaft, nochmal alle Register ziehen. Liebe Freunde: Schaut euch die Band auch live und in Farbe an und ihr werdet merken, das sich der Spaß, das Können, die Begeisterung und die Energie dieser Doppelscheibe auf euch überträgt, garantiert. Und noch ein wichtiger Grund: live klingen manche Passagen sicherlich vorsätzlich gewollt und gekonnt anders, Improvisation heißt das Musikelixier…….(volker Fröhmer, April 2017)


Hier ein schöner Review aus Portugal (velho-coyote.blogspot.com): "Space Debris sind heute einer der wichtigsten und überzeugensten Bands zeitgenössischen Krautrocks. Als Höhepunkt ihrer beiden fruchtbaren Jahrzehnte - neben ihrem Debütalbum 'Krautrock-Sessions 1994-2001 "im Jahr 2002 hat diese deutsche Band gerade eine neue Platte veröffentlicht. Dieses charismatische Quartett hat in Weinheim seinen Hauptsitz. Mit klaren Einflüssen von Amon Düüls hypnotischen und mystischen Welten und der Virtuosität von Santana, den Allman Brothers und Deep Purple. Astralkrautrock Hand in Hand mit einem majestätischen und charmanten Prog Rock und einem eleganten, exquisite und atemberaubenden Psychrock. Das Titelstück ist eine lange, erhaben und unvergessliche Odyssee im Weltraum, das uns das Bewusstsein mittels einer samtig und ätherischen Sternen-Brise narkotisiert. Eine verführerische Reise in die Anästhesie und Ekstase mit vollem Überschwang. Üppige Gitarre Epen und auffällige Riffs transzendieren in knallige, schwindlig und extravagante Soli, bemerkenswertes sensibles, pulsierndes Murmeln, robust und brilliant. Dann wieder ein schönes, charmantes Tastenspiel und leidenschaftliche Grooves und himmlische Chöre, und ein jazziger Drum-Drive feinster Art. Auffällig und aufregend ist all diese hochtourig-räumliche Unendlichkeit. "Behind The Gate" ist ein fantastischer Tauchgang in eine ausgedehnte, spirituelle Oase, die uns so über die Pforten der Wahrnehmung führt. Man fühlt sich in intensive Ataraxie gehüllt, ausgestrahlt durch erstaunliche Klangraum-Trümmer mit energiegeladener Strahlung. Eines der entzückensten Alben 2017 ist zu hier erleben." (Übersetzung aus dem Portugisischen)


musikreviews.de schreibt: "Der sechsminütige „New Rag“ auf der SPACE DEBRIS/PAISLEY TREE-Split-Single Ende letzten Jahres schürte hohe Erwartungen an das kommende Album. Wir können diese Rezension kurz halten: „Behind The Gate“ erfüllt diese. Mindestens. SPACE DEBRIS‘ kreativer Output ist immens. Bislang kein Schwächeln in Sicht. Im Gegenteil, bei „Behind The Gate“ reicht es gar zum Doppelalbum. Wieder instrumental. Und ohne Längen. Der Live bereits erprobte Janni Schmitt hat die Position am Bass komplett eingenommen, fügt sich nahtlos ins gut aufgelegte Ensemble ein und sorgt für eigene Impulse. Das gesamte Album zeigt nicht nur ein gerüttelt Maß an Härte, sondern lässt auch viel Raum für filigrane Momente. Interessanterweise, weil neben dem stilsicheren Wandeln durch die Gefilde des Jam-, Psychedelic-, Kraut- und Progressive-Rocks, plus jazzige Exkursionen, DEEP PURPLE eine wichtigere Einflussquelle darstellen als zuvor. Nicht umsonst wird im Infosheet auf deren frühe Großkomposition „April“ hingewiesen. Genau jene Melange aus deftigem Rock und lyrischem Lustwandeln durch verschiedene Zeiten, Gefühle und Stile bekommen SPACE DEBRIS prächtig hin. Das beginnt mit Sunlight“ als röhrendem Weckruf, dem umgehend mit dem Titelsong ein abwechslungsreicher, viertelstündiger Höhepunkt folgt. „Behind The Gate“ ist ein Parcours zwischen gefühlvoller Intimität, großformatigem Schwelgen und gelegentlichen Härten. Da passen selbst kleine Reggae-Episoden hinein, vollmundige Chöre (aus der Keyboardabteilung) sowieso. Und für besondere Momente der Ergriffenheit sorgt Winne Rimbach-Sator, wenn er, von den Kollegen nur ganz dezent unterstützt, zum E-Piano wechselt. Ein Instrument, das ihm besonders liegt, was auch die entsprechenden Passagen beim ebenfalls starken Schleicher „Stardreamer“ belegen. Daneben gibt es wieder ungestümes Material, ein bisschen Funk, Wah-Wah-Gitarren, passend für jede beschwingte Krautrock-Party, die genügend Flexibilität und das Vermögen besitzt, den Terminus nicht negativ zu deuten. Abschluss der ersten CD ist eine auf elf Minuten verlängerte Version des bereits bekannten, knalligen „New Rag“, bei dem Janni Schmidt solistisch glänzen kann. Im Mittelpunkt der zweiten Hälfte steht der dreiteilige „Summernighdrive“, der insgesamt über sechsundzwanzig Minuten dauert. Doch zunächst wird mit „Music Is God“ (was denn sonst) jene mythisch-mystische Atmosphäre beschworen, die wir seit seligen DOORS-Tagen schätzen. Auch unabhängig von sengender Wüstenhitze und halluzinogenen Pilzen im mitternächtlichen Essen. „Blue Alert“ beginnt wie eine Reise mit PASSPORT, wird zwischendurch zum stampfendem Rocker, ohne seine Wurzeln im Jazzrock je zu verleugnen. Schamanentanz in der Jazz-Lounge. Und wieder perlt das E-Piano. Tommy Gorny legt sich zum Abschluss mächtig rockend ins Zeug und Christian Jäger trommelt mit Furor. Starkes Stück. „Summernightdrive“ lässt es dann lässiger angehen, eine psychedelische Wanderung, garniert mit Frag- und Antwort-Spielen und kleinen Extravaganzen, bevor es an Fahrt aufnimmt und wie besoffen durch den Garten Eden walzt. Nach gut sieben Minuten erwartet man fast einen Saxophon-Einsatz, der aber nicht kommt. Dafür gibt es Orgel satt und schnell pulsierenden Bass. Mit dem zweiten Part wird es flirrend, kosmisch, findet aber immer wieder Erdung durch die stabilisierende Rhythmusabteilung. Insgesamt ist „Summernightdrive“ ein euphorischer Jam, der zum Improvisieren einlädt. Das relativ kurze „Planet Paradise“ schaukelt das gut bestückte Album schließlich sicher und passgenau nach Hause. FAZIT: „Behind The Gate“ ist das bislang ausgereifteste Album der Band. Abwechslungsreich und zugleich stimmig bewegen sich SPACE DEBRIS durch ihr musikalisches Spektrum und immer wieder ein wenig darüber hinaus. Die Band entwickelt sich weiter, ohne ihren Charakter zu verlieren. Ein Ende ist nicht in Sicht. Gut für uns. " (Jochen König für musikreviews.de/Bewertung: 13 von 15 Pkte)


www.wp.rocktimes.de / schreibt zu unserer neuen DLP/2CD Behind the gate: " Die Band Space Debris brauchen wir in RockTimes nicht mehr großartig vorzustellen, denn wer uns in den letzten Jahren verfolgt hat, der wurde bereits über solch klasse Teile wie die Alben Three, Elephant Moon, She’s A Temple, das ein oder andere Konzert oder auch mal eine DVD informiert, die qualitätsmäßig immer auf einem ganz hohen Level anzusiedeln waren. Das letzte Lebenszeichen war die im letzten Sommer im Verbund mit Paisley Tree erschienene Split-Single "New Rag", ein Track, der auf dem neuen Album ebenfalls noch einmal in einer über fünf Minuten längeren (!) Version enthalten ist. Aber gleich mal rein in die neuen Stücke… "Behind The Gate" wurde an zwei Tagen im Muckensturm Studio in Weinheim (Odenwald) aufgenommen und die erste Scheibe glänzt bereits von Beginn an mit sehr melodischem und atmosphärischem Spiel. "Sunlight" hört sich – wie fast alles auf CD 1, wie sich sehr bald herausstellt – anders an, als die vorherigen Alben. Mit Janni Schmidt ist ein neuer Bassist an Bord, der den Songs von Space Debris offensichtlich nochmal eine ganz neue Gesichtsfarbe verleiht. Sehr melodisch, stellenweise enthusiastisch und dennoch tief in sich ruhend zieht der Tieftöner seine Runden und bereichert die Musik der Band damit ungemein. Floydige Anklänge und immer auch einen Hauch von Hendrix-Gitarre kann man in Tommy Gornys Spiel ausmachen, während Christian Jäger mit jedem Jahr einfach immer nur besser zu werden scheint. Der Titelsong ist ganz großes Kino, ruhig und angenehm zu Beginn, sodass sich der Hörer hier einfach nur zurücklehnen und genießen kann. Diese Melodien, das superbe Zusammenspiel und die Klasse der einzelnen Musiker… Wenn dann nach sechseinhalb Minuten auch noch der scheinbar wortlose Gesang (bei dem es sich tatsächlich aber um einen Keyboardsound von Winnie Rimbach-Sator, einen super illusionierten Chorgesang handelt) hinzukommt, ist man gedanklich endgültig in anderen Sphären gelandet bzw. unterwegs. Geht so was überhaupt noch besser? Funky wird es bei "Ohnword" und auch das hat die Band hervorragend drauf. Darüber hinaus fügt der Titel dem Album mit seinem neuen Ansatz eine noch weitreichendere Variabilität hinzu. Etwa ab zweieinhalb Minuten wird es dann doch heftiger, wenn Gornys Gitarre sprichwörtlich explodiert. Bei jedem einzelnen der Songs läuft ein eigener Film ab, jede Nummer hat ihren eigenen Charakter und ihre eigene Geschichte zu erzählen. Wie auch "Stardreamer", einem relaxt-ruhigen, unbedingt auch vom Jazz beeinflussten Ritt durch die Sterne. Eine Sonderstellung hat schließlich "Sun Of Fun", das mit seinen 2:47 Minuten die mit Abstand kürzeste Nummer des gesamten Albums ist. Ein relativ kurzer Jam, der sich in die übrigen Songs allerdings vollkommen anstandslos einreiht und die Scheibe durch sein Tempo nochmal ein bisschen anziehen lässt. Die Songs der ersten Scheibe wurden übrigens bereits im November 2015 eingespielt. Auf der zweiten CD, die am 08. November 2016 aufgenommen wurde, hat dann Winnie Rimbach-Sators Keyboard deutlich mehr Raum bzw. steht bei "Music Is God" und dem folgenden, über fünfzehnminütigen, "Blue Alert" (u. a. mit tollen spacigen Enschüben) wieder deutlich mehr im Vordergrund. Aber auch hier gilt: die Songs sind weiträumiger, 'größer', nehmen mit auf einen Trip durch den Weltraum oder wohin auch immer einen die Gedanken gerade tragen. Untrüglich glänzt im Hintergrund nach wie vor Schmidts extrem harmonisches Bassspiel, Christian Jäger setzt bei "Blue Alert" jede Menge perkussive Feinheiten und Gornys Gitarre ist immer genau dann da sowie voll auf der Höhe, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Wenn man unbedingt Vergleiche braucht, dann tauchen auch hier immer wieder mal kleine Parallelen zu Pink Floyd oder den Jane der siebziger Jahre auf. Großartig! Das Herzstück des zweiten Silberlings ist ganz sicher die Nummer "Summernightdrive", die sich über drei Parts und sagenhafte 26 Minuten (plus…) erstreckt. Hier hört man die Band dann eher, wie man sie aus den letzten Jahren in Erinnerung hat. Bärenstark, mit allseits präsenten Keyboard-Gitarren-Duellen sowie dem klasse Drumming des Schlagzeugers. Improvisation ist König und dass die süddeutsche Formation auf diesem Terrain eine ganz große Nummer ist, dürfte nicht erst seit gestern bekannt sein. Immer wieder fesselnd, wie sich die einzelnen Musiker in ihre Parts steigern, darin aufgehen und dennoch die Summe der Einzelteile zu einem einzigartigen großen Ganzen werden lassen. Leider schon den Abschluss macht dann "Planet Paradise", ein etwa fünfeinhalbminütiges, sehr flottes und straight nach vorne gespieltes 'Goodbye'. Wobei nach etwa einer Minute erneut spacige Einflüsse hinzukommen und das Projekt "Behind The Gate" so leichtfüßig wie flüssig nach Hause bringt. Klasse auch der Keyboard-Sound, die tolle Gitarren- und natürlich auch Rhythmusarbeit. Die Band legt hier noch einmal alles rein was sie hat und das Stück macht einfach unbändige Lust, sich die gesamte Scheibe gerade nochmal von vorne anzuhören! Mit Fug und Recht kann man abschließend behaupten, dass "Behind The Gate" erneut ein Riesenschritt nach vorne für Space Debris ist. Nicht, dass die letzten Alben Phonomorphosis oder At Finkenbach 2012 dagegen qualitativ abfallen, mitnichten, aber hier wurde ein ganz neuer Sound kreiert, der die Musik noch offener, noch breitflächiger erscheinen lässt. Dazu kommt die ungeheure Melodiosität dieser elf neuen Stücke (plus der Single), die sehr clever eingewobenen jazzigen Ansätze sowie ein sehr starker, sehr transparenter Sound, der es erlaubt, jedem einzelnen der Instrumente im Alleingang zu folgen, sich von ihm tragen und auf die Reise mitnehmen zu lassen. Ab Ende Februar 2017 wird dieses Album dann auch auf Doppel-Vinyl erhältlich sein. Also am besten dem (Platten-) Dealer eures Vertrauens vorab schon mal einen Wink mit dem Zaunpfahl geben. Prädikat: Äußerst wertvoll und dazu ein dicker Tipp! (Markus Kerren Februar 2017/wp.Rocktimes.de)


Das Eclipsed-Rockmagazin schreibt in der neuen Ausgabe 2/17 über unsere Platte u.a.: "Behind The Gate" u.a.: "unzählige excellente Melodien und Harmoniefolgen in gewohnt hoher Qualität" ..."die Orgel und Pianosoli haben noch einen Sprung nach vorne gemacht, die Gitarrensoli glänzen wie eh und je"..."ein Trip über 2CDs zum abdriften" und im Artikel heißt es: "Auf Ihrer neuen Einspielung ergänzen Keyboardchoräle, die an Deep Purples "April" erinnern oder Hendrix-Elemente das Klangbild. Ansonsten oszilliert dieses gewohnt spannungsreich zwischen spacigem Krautrock und Fusion. Auf der Platte spielt die Band mehr als zuvor mit Hardrock-Motiven. Das Cover zeigt ein ausdrucksvolles, indisch anmutendes Tor zum Kosmos..." Die Scheibe gehört dort zu den redaktionellen "Top-Alben des Monats" im Eclipsed Magazin 2/17, 7,5 Pkt v. 10)


Betreutes Proggen schreibt: "Gar mächtig dräut die Orgel und spaced die Gitarre. Seit einer gefühlten Ewigkeit beglücken uns die Süddeutschen mit ihrem Sud aus Kraut- und Psychedelic-Rock, wobei es hierbei aber immer noch eine Steigerung und einen draufzusetzen gibt. So kommt „Behind The Gate“ gleich einmal als Doppeldecker, wobei die zwölf auf eine Spielzeit von über hundert Minuten kommenden Songs dieses Format auch notwendig machen. Ohne Schnörkel machen sich Space Debris auch hier wieder daran, die diesbezüglich hochheiligen Seventies wiederzubeleben, wobei es nicht nur einmal Déja-vus in Richtung Deep Purple oder Birth Control gibt, was der omnipräsenten Orgel geschuldet ist. Hin und wieder, wenn der Drive ein wenig heruntergeregelt wird, flackern dann aber Tendenzen hindurch, die man als floydig charakterisieren möchte, was vor allem beim Titelsong, der auf 15 Minuten getrimmt wurde, hervorsticht. Die Hauptintention auch dieses Werkes ist in uferlosen instrumentalen Stillleben zu suchen, in denen sich der Hörer verlieren kann, wobei sich die Band schon längst darin verloren zu haben scheint. Gut an derartig ausgelegten Soundscapes ist, dass ihnen eben nicht ein aufwändiges Songwriting vorausgehen muss, sondern dass in jedweder Stimmung der Aufnahmeregler auf ‚record‘ gestellt werden kann, um den gefundenen Flow ungefiltert aufzufangen. Bewertung: 11/15 Punkten (CA 10, KR 12)


die Prog-Rocker von den Babyblauen Seiten schreiben:"KRAUTROCKSESSIONS hieß das Album mit dem Space Debris vor 15 Jahren debütierten. Schon damals schrieb ich: „dabei klingt es gar nicht mal so besonders krautrockig, was die drei bis vier Musiker an Gitarre, Bass, Hammond-Orgel und Schlagzeug bieten.“ Und daran hat sich bis heute auch wenig geändert. Die Odenwälder jammen vielmehr in leicht veränderter Besetzung so psychedelisch-bluesrockig wie eh und je, mit allerlei Reminiszenzen an die Hochphase dieser Musik Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre (Deep Purple, The Doors, Jimi Hendrix, Allman Brothers, Pink Floyd u.a.) und einigen funkigen wie jazzrockigen Anklängen. Jeder Song transportiert eine besondere Stimmung, aber insgesamt ergibt sich ein homogenes Bild. Die Musiker ergänzen sich an diesen an nur zwei Tagen eingespielten Sessions (17.11.2015 und 8.11.2016) in blindem Einvernehmen virtuos. Wenn sich etwa Tommy Gorny an der Gitarre und Winnie Rimbach-Sator an der Orgel im Wechsel die Motive ping-pong-artig zuspielen, diese aufnehmen und variieren, dann lässt dies das Herz jedes Rockfans aufgehen. Selbstredend tragen auch Gründungsmitglied Christian Jäger am Schlagzeug und Neuzugang Janni Schmitt am Bass druckvoll dazu bei. Je öfter und je länger man zuhört, desto mehr gibt es zu entdecken. Vor allem aber wird der Hörer in einen steten Flow hineingesogen, dem er sich kaum entziehen kann. Aus jedem Takt fließt überschäumende Spielfreude. An diesem Album gibt es mal wieder nichts auszusetzen, außer vielleicht, dass es im Mix der geschätzten Zutaten schon sehr typisch nach Space Debris klingt, wenn man dies für einen Makel halten will. Eine wirkliche musikalische Weiterentwicklung ist abgesehen von einigen Details nicht festzustellen. Der Fan wird dies aber wohl kaum bedauern, sondern darf sich dank Doppel-CD/LP auf beglückend-verjammte Stunden musikalischen Genusses ganz im Geiste der frühen 70er freuen. Die Doppel-CD-Version enthält als Bonus den „New Rag“, der aber auch zusammen mit der Doppel-LP als 7''-Single erhältlich ist."(Christian Rode/2017/BabyBlaueSeiten)


www.wp.rocktimes.de / schreibt zu unserer neuen DVD: " Nach der Neuauflage ihres davor lange vergriffenen Albums Three und einer auf das Ende dieses Jahres kommenden neuen Albums reichlich Appetit machenden Split-Single mit Paisley Tree legt die deutsche Jam- und Krautrock-Institution Space Debris mit der mir nun vorliegenden DVD sogar noch einen drauf. Bereits vor ein paar Monaten erschienen, ist hier das Konzert der Band auf dem Herzberg Festival aus dem Jahr 2015 festgehalten. Stattgefunden hatte der Auftritt – übrigens noch mit dem mittlerweile ausgestiegenen Bassisten Mitja Besen – am 31. Juli, abends um halb elf. Klasse, denn dadurch bzw. durch die Light Show kommen die einzelnen Stücke, die ganze Atmosphäre und auch die Stimmungen noch besser rüber, als wenn es sich hier um eine Show am Nachmittag gehandelt hätte. Und Space Debris präsentierte sich in dieser Sommernacht wie gewohnt von seiner besten Seite. Gut aufgelegt rocken und jammen sich die vier Musiker durch fünf lange Tracks zwischen 12:41 und 21:50 Minuten, die es in sich haben. Über die Qualität der Musiker hier noch einmal ausufernd zu berichten, hieße Eulen nach Athen zu tragen. Jedes einzelne Mitglied ist ein Unikum an seinem Instrument, das auch Vergleiche hinsichtlich seiner Spieltechnik schon lange nicht mehr scheuen muss. Federführend bezüglich der Melodien und Soli sind auch hier wieder der Gitarrist Tommy Gorny und der Tastenmann Winnie Rimbach-Sator, die einmal mehr so ziemlich alles aus ihren Instrumenten heraus holen. Aber selbstredend wurde auch genügend Platz für Alleingänge der Herren Christian Jäger an den Drums und Mitja Besen am Bass eingeräumt. Ein wahrer Genuss, wie die jeweiligen Stücke immer wieder harmonisch verhalten beginnen, sich höher und höher schaukeln, dann in Soli explodieren, sich fast verlieren, um dann doch wieder zum Ursprung zurück zu finden. Die Kunst am freien Improvisieren lebt immer auch sehr stark von der Qualität der agierenden Musiker – und die kann sich hier mehr als sehen lassen. Das immer wiederkehrende Thema bei Space Debris ist "The Mountain" und die auf dem Herzberg Festival gespielte Version trägt – was läge näher? – dann auch den Titel "Heartmountain". Ein knapp 22 Minuten andauerndes Feuerwerk an Gefühls- und Stimmungs-Achterbahnen, während denen kein Fan des Jam Rock zu kurz kommen dürfte. Gefilmt wurde dieser Gig mit lediglich zwei Kameras, was allerdings viel Ruhe und Feeling in den Film bringt. Dazu kommen immer wieder mal psychedelische Animationen, die den Streifen noch zusätzlich auflockern. Klasse Konzert, klasse DVD! Einen sehr starken Gegenwert fürs Geld bekommt der Käufer dann durch eine zusätzliche DVD, die Aufnahmen eines Konzertes aus dem Jahr 2013 aus dem Kloster im schwäbischen Weil der Stadt enthält. Nach der relativ großen Kulisse beim Herzberg Festival haben wir es hier mit einem eher kleinen, gemütlichen Club unweit von Stuttgart zu tun. Die Musik von Space Debris funktioniert aber auch in einem solchen Ambiente, sodass man nochmal eine knappe Stunde und vier weitere Nummern geboten bekommt. Interessanterweise war hier der aktuelle Bassist Janni Schmitt am Start, der an diesem Abend den erkrankten Mitja Besen vertrat. Und dies in einer Art und Weise, dass man sich bereits auf die kommenden Konzerte der Band freuen darf. Schmitt spielt anders als sein Vorgänger, was dem Ganzen natürlich nochmal einen neuen, frischen Anstrich verpasst. Das immer wiederkehrende Berg-Thema ist natürlich auch hier in Form von "First Mountain" vertreten. Space Debris ist eine Instrumental-Band, allerdings eine, die es mit sehr geilen Melodien und Improvisationen immer wieder versteht, den Kraut- oder Jam-Freund in ihren Bann zu ziehen. Kultstatus bzw. einen großen Namen in der Szene hat sich die Combo aufgrund ihrer Qualität schon lange erarbeitet, was sie sich auch redlich verdient hat. Mit "Live At Herzberg Festival 2015" hat das Quartett nun ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt und mit Spannung darf bereits auf das kommende Studioalbum gewartet werden. Wer auf diese Musikrichtung steht, der kann hier jede Menge Spaß haben und mit einem Kauf nullkommanix falsch machen!" (Markus Kerren 9/2016)


www.musikreviews.de/ schreibt zu unserer split 7" single: "Zwei Bands, zwei Songs von jeweils genau sechs Minuten Länge, personell verbunden durch Drummer Christian Jäger. PAISLEY TREE spielen auf „Spiral Cage“ scharfkantigen Riff-Rock, dem Magic Petras eigenwillige, leicht spröde und etwas angeschrägte Stimme eine ganz besondere Prägung gibt. Der Song hat Kraft, eine düsteres Funkeln, Jäger treibt seine Begleiter ordentlich voran, schneller als man Schwarzer Sabbat sagen kann. Und dann gibt’s noch drei feine Harmonika-Einsätze. SPACE DEBRIS bleiben dennoch die Band meines Herzens. Janni Schmitt hat als Bassist nicht jur live Mitja Besen ersetzt und darf gleich ordentlich zeigen, was er im Studio draufhat. Auf der Bühne hat er dies ja bereits das ein und andere Mal gezeigt. Aber auch Winnie Rimbach darf wieder, mit feisten Orgelakkorden und einem E-Piano das Türen aufstößt, glänzen. Gitarrist Tommy Gorny sorgt für den letzten Schliff und Christian Jäger legt gemeinsam mit Schmitt ein sattes Fundament, ohne sich in den Vordergrund zu spielen. Kraut-, Jam-Rock mit Jazz- und Spacerock-Anleihen – ganz egal wie man’s zu nennen beliebt, SPACE DEBRIS liefern wieder Wertarbeit im besten Sinne. FAZIT: Die auf 500 Exemplare limitierte Split-Single von PAISLEY TREE und SPACE DEBRIS ist wieder ein hochenergetisches Stück Musik. Zwei neue, bislang unveröffentlichte Stücke. Zeitlich passgenau, inhaltlich sich trefflich ergänzend. Wer Spaß am kleinen Vinyl hat, sollte zuschlagen, so lange die Möglichkeit dazu besteht." Jochen König / 11/2016/Musikreviews.de


www.wp.rocktimes.de / schreibt zu unserer split 7" single: "Was haben die Jam- und Krautrocker von Space Debris und die Band Paisley Tree gemeinsam? Zum einen das Label, zum anderen den Vertrieb sowie natürlich Christian Jäger am Schlagzeug. Und nun auch eine gemeinsame, eine sogenannte Split-Single. Jeweils ein neuer bzw. bisher unveröffentlichter Track ist darauf vertreten, jeweils (bewusst?) genau sechs Minuten lang. Paisley Tree hatten ja im vergangenen Jahr ihr durchaus starkes Debüt vorgelegt und konnten das RockTimes-Team auch auf der Bühne überzeugen. Die hier vertretene Nummer heißt "Spiral Cage" und beginnt verheißungsvoll mit einem fetten Groove, bevor Magic Petra mit dem Gesang einsteigt. Das Stück entwickelt sich zu einem ganz feinen Rocker mit unterschiedlichen Parts. Gleich mehrfach lässt die Frontlady auch ihre Harmonika zur Sprache kommen, was der eigentlichen Rock-Besetzung nochmal einen weiteren Kick verleiht. Atmosphärisch hat das Stück ein angenehm warmes Siebziger-Feeling, was natürlich keinesfalls schadet. Ganz feine Sache, die schon große Lust auf das zweite Album des Quartetts macht. Die Band Space Debris hat sich mittlerweile einen derart guten Ruf erspielt, dass sie eigentlich gar nichts mehr groß falsch machen kann. Dennoch bzw. gerade deshalb ist man immer wieder gespannt auf neue Veröffentlichungen. Im Line-up gab es dahingehend eine Veränderung, dass der Bassist Mitja Besen die Rocker aus dem Odenwald verlassen hat und mittlerweile durch Janni Schmitt ersetzt wurde. Der neue Song "New Rag" startet mit einer rockigen Gitarre von Tommy Gorny und jazzigen Keyboard-Akkorden von Winnie Rimbach-Sator, bevor plötzlich auf die Bremse getreten und dem neuen Mann am Bass jede Menge Platz gelassen wird. Den er auch ausgiebig nutzt, bevor der Rest der Band wieder einsteigt und sich zunächst Gorny, gefolgt von Rimbach-Sator in den Vordergrund spielen. Der Jazz-Anteil ist relativ hoch und zusammengehalten wird das Ganze wie immer von dem sehr starken Christian Jäger an den Drums. Das einzige, was man hinsichtlich dieses Songs bedauert ist, dass er viel zu früh schon wieder vorbei ist. Sehr cool! Für Ende des Jahres ist übrigens die Veröffentlichung des nächsten Space Debris-Albums geplant. Genauso wie bei Paisley Tree wächst auch hier bereits die Vorfreude, denn die gerade besprochene Überbrückungs-Scheibe macht in beiden Fällen sehr viel Lust auf mehr! Diese Split-Single ist übrigens auf 500 Exemplare limitiert und wird sich somit vermutlich sehr schnell zu einem Sammlerstück entwickeln. Von daher gilt: Get it while you can!" (Markus Kerren 8/2016)



musikreviews.de schreibt: Eigentlich sollte man meinen, das recht einfache „unser Konzept ist die freie Improvisation. Man weiß also nie, was so genau passiert“ sei irgendwann ausgereizt, doch erweist es sich auch „at Finkenbach“, SPACE DEBRIS‘ mittlerweile immerhin zwölfter Veröffentlichung seit 2002, nicht nur als tragfähig, sondern mitreißend. Man merkt mit den ersten Klängen, dass hier ein Quartett hervorragend aufeinander eingestimmter und spielfreudiger Musiker agiert, die das umsetzen, was ein Journalist einmal über die DOORS gesagt hat: „Rocken, bis die Bullen die Bühne stürmen“. Dabei gehen SPACE DEBRIS gar nicht einmal brachial vor, derber Metal jedweder Couleur wird ausgespart. Unter der heißen Sonne Finkenbachs ertönt eine energiegeladene Mischung aus Heavy-Prog/Rock, schwerem Blues, Space-Rock – wie im sechzehnminütigen Bonus-Trip „Demons“ von einem 2014er Konzert in Koblenz – und dezentem Jazz, insbesondere, wenn Winnie Rimbach-Sator von der Orgel ans E-Piano wechselt („Woodways (part 2)“). Rimbach-Sator fährt in Finkenbach überhaupt zu großer Form auf, er lässt seine Orgel röhren, säuseln, attackieren und sorgt für schwebende, federnde Klänge, adäquat unterstützt von Christian Jägers vorwärtstreibenden Drums und Mitja Besens wuchtigem Bass. Tommy Gorny setzt mit der Gitarre schneidende oder fließende Akzente, macht sich aber auch im Hintergrund – gewohnt vielseitig – gut. Das passt, wackelt und hat viel Luft. Zudem besitzt die quirlige Mixtur aus Psychedelik, Prog, Jazz und (Kraut)-Rock Melodien, die nicht bloß saumselig vor sich hinplätschern, sondern abwechslungsreich Spannung generieren. Dazu gehört auch, an entscheidenden Stellen das Tempo rauszunehmen, kleine Zitate einzubauen (remember LED ZEPPELIN und so), in stiller Zurückhaltung zu musizieren und einzelnen Kollegen den Vortritt zu lassen.. Bis auf ein kurzes Brummen, während der ersten Ansage, ist das auch klanglich überzeugend und gewinnt zusätzliche Sympathiepunkte (als ob das nötig wäre) für die Widmung des Konzerts an die PUSSY RIOT-Girls. Feine Sache! FAZIT: Ganz einfach: Ob als Einstieg in die funkelnde SPACE DEBRIS-Welt oder als lohnende Erweiterung für Fans, Kenner, Aficionados, „at Finkenbach“ ist ein Höhepunkt in der Diskographie des Odenwalder Quartetts. (Jochen König, Mai 2015)


Rocktimes.de schreibt: " Es gibt Bands, bei denen man sich jedes Mal wieder über eine neue Veröffentlichung freut. Natürlich sind das meistens solche, die man bereits in sein Herz geschlossen hat - aber allermeistens sind es jene, von denen man weiß, dass sie einen nicht enttäuschen werden. Und ein perfektes Beispiel dafür sind Space Debris aus dem schönen Odenwald. Eine Band, die zwar immer präsent ist, sich clevererweise aber nie überpräsentiert. Böse Zungen mögen jetzt behaupten, dass dafür der Markt auch gar nicht gegeben sei, was ich aber allen Ernstes einfach mal bezweifeln möchte. Mit "At Finkenbach 2012" liegt nun also ein weiteres Live-Album der Band vor, das allerbestens ihren Charakter widerspiegelt - nämlich den einer frei von der Seele drauflos spielenden Einheit, die sich nahezu blind zu verstehen scheint. Musik kann nur gut sein bzw. höchste Höhen erreichen, wenn sie frei improvisiert und frei von allem körperlichen wie psychischen Ballast zelebriert wird. Dass man dafür bei Space Debris an der richtigen Adresse ist, war schon öfter bei uns in RockTimes (z. B. hier, hier oder hier) nachlesbar und genau dies stellt das Quartett auch auf der neuen Scheibe wieder unter Beweis. Um aber direkt wieder zurück zu der brandneuen Platte zu kommen, war es natürlich eine klasse Entscheidung, diesen Gig beim Finkenbach Festival 2012 aufzunehmen, weil die Atmosphäre und Gegebenheiten dort nahezu perfekt waren/sind. Und das Quartett um Christian Jäger, Tommy Gorny, Winnie Rimbach-Sator sowie Mitja Besen präsentierte sich dann auch in allerbester Spiellaune. Die Konkurrenz war stark, was den Vierer - wie man jetzt dank dieser CD nachvollziehen kann - aber noch mehr anspornte. Es war sehr heiß an diesem Tag und speziell zum Zeitpunkt des Auftritts, wie man im weltweiten Web nachlesen kann. Wenn Space Debris loslegt - so wie beim ersten Track "Sunny Freaks" - wird das Wetter aber, wie alles andere, sowieso erstmal zur Nebensache. Relativ gemäßigt schleicht sich diese Nummer unter die Haut des geneigten Hörers. Begonnen von Rimbach-Sator an den Tasten und ganz klasse immer wieder gitarristisch gekontert von dem offensichtlichen Frontmann Tommy Gorny ziehen die ersten knapp zehn Minuten ins Land. Das Highlight an diesem Tag war allerdings die zweite Nummer, das fast zwanzigminütige "Finkimountains", das sämtliche Stärken des Quartetts in die Waagschale wirft. Sowohl gefühlvolles, wie auch filigranes und zeitweise waghalsiges Spiel, sehr cleveres Jonglieren mit den Tempi, mit den Stimmungen, mit den Emotionen des Publikums und - nicht zuletzt - auch den eigenen. Christian Jäger und Mitja Besen sind nunmehr ein seit Jahren perfekt eingespieltes Team, was sich auch nicht überhören lässt. Zu der unglaublichen Stilvielfalt aus Rock, Blues, Fusion und weiteren gesellt sich dann immer wieder auch ein feines Stückchen Jazz (Rimbach-Sator), das die ganze Chose sogar noch interessanter macht. Wenn man die beiden Parts des großartigen "Woodways" zusammenzählt, ist man auch schon wieder bei über 18 Minuten und "Out Of The Sun" (das witzigerweise als "Into The Sun" angekündigt wird) ist der großartige Abschluss eines Gigs, bei dem wohl jeder Freund großartiger Jam-Musik gerne dabei gewesen wäre. Selbst der Verfasser dieser Zeilen, obwohl er sich nicht unbedingt als solcher sieht. Als Bonus ist dann noch die Nummer "Demons" vertreten, die mit ihren stolzen 16 Minuten bei einem Gig in Koblenz im Jahr 2014 aufgenommen wurde. Ja, die Musik von Space Debris ist speziell, instrumental und vielleicht nicht wirklich jedermanns Sache. Aber wenn man auch nur im Ansatz ein Faible dafür hat, vielleicht auch noch die Gabe, etwas über den Tellerrand hinauszuschauen und einfach nur großartige Musiker zu schätzen weiß, dann ist man hier an der richtigen Adresse. "At Finkenbach 2012" ist jedenfalls ein weiteres herrliches und unbedingt lohnenswertes Werk aus dem Hause Space Debris!" (Markus Kerren 4/2015)


Rockblogbluespot.com schreibt: Die Band aus dem Odenwald demonstriert erneut, was überragenden Krautrock ausmacht. Das Geheimnis kann man auf „At Finkenbach 2012“ geradezu exemplarisch nachhören. Es war ein gaaanz heißer Tag – und wurde ein gaaanz heißes Live-Event … Diese CD ist aus drei Gründen bemerkenswert: Wegen der speziellen Widmung für dieses Konzert, wegen der großen Hitze vor Ort und last but not least wegen der notorischen Spielfreude der Band. Tommy Gorny sagt nach dem Eröffnungs-Killertrack: „Unser Konzept ist die freie Improvisation. Wir sind freie Menschen und widmen dieses Konzert der russischen Band ‚Pussy Riot’…“ Space Debris improvisieren grandios drauflos und lassen die fette Orgel (am Anfang sehr sakral kirchenorgelmäßig) Zug um Zug in ein grandioses E-Piano münden. Assoziationen zu Jon Lord und Ray Manzarek sind vermutlich erwünscht. Bass und Drums treiben und Tommy Gornys Gitarrenparts (mit wunderschönen an Hendrix erinnernden Wah-Wah-Attacken!) runden das Ganze höchst spacig ab. Diese Jungs verstehen ihr Handwerk, nämlich psychedelischen Blues-Krautrock floaten zu lassen, vortrefflich. Sie sind längst keine Gesellen mehr, sondern Meister ihres Fachs. Die Band zeigt der Welt, wo der Krautrock-Hammer hängt! (Heinz W. Arndt, 4/2015)



im neuen Eclipsed könnt Ihr den vollständigen Review unserer neuen Scheibe lesen, hier ein Auszug: "... Gespielt wurde im Sinne von "Spontan-Kompositionen" aus der direkten Kommunikation der Musiker heraus. (Mit dem Song) "Sunny Freaks" gelang dabei nicht nur das Kunststück, (...) die richtige Atmosphäre für das Festival herzustellen, sondern auch wie ein fertiges Stück, auf dem nur improvisiert wird, zu klingen. Das zwanzigminütige "Finkimountain" startete mit fast schon Hendrix-artigen Gitarreneruptionen, bevor man sich in verhangene Freak-Träume begab. Gelungene Dynamic- und Tempowechsel ließen nie einen Abfall der Spannung zu. (...) Ein rauschendes Hippiefest" (8,5 von 10 Pkt., artverwandt mit: Kraan, Guru Guru, Soft Maschine, FRank Zappa, Santana) (Eclipsed Nr. 171, Juni 2015, Walter Sehrer) <



The latest from German Hard Rock/Prog/Psych/Krautrock improv ensemble Space Debris is a live document of their performance at the 2012 Finkenbach festival. The CD consists of six tracks, ranging from 8-20 minutes, of their proudly retro 70s styled jams. Swirling Hammond organ and ripping fuzz guitar dominate the opener, Sunny Freaks, a combination of stoned Hard Rock and majestic Prog-Psych. The 20 minute Finkimountain runs the gamut from slow burn Hendrix, to trippy Psychedelia, spaced out Hard Rock, jazzy, funky and fuzzed heavy Prog-Psych, and includes oodles of fiery guitar and Hammond leads. Space Debris shift into cool trippy Psychedelic Jazz mode on Woodways (Part 1), with its sultry organ leads and wah’d and stinging guitar licks, and then transitions to multi-themed heavy Prog intensity for Part 2, though tasty electric piano leads inject a Jazz-Fusion sensibility. Out Of The Sun is a killer combination of heavy Prog with deep space guitar leads and monster Hammond, and high energy dancefloor worthy Psychedelic groove rock. Finally, the 16 minute Demons is a stoned but stately blend of Hendrix-in-space riffage, off-kilter electro rock flavored rhythms, eerie sci-fi stoner meditations, hip shakin’ tribal jamming, swirling Space-Prog, and the best damn guitar soloing of the set. The members of Space Debris are totally in sync with one another, making for a nifty set of jams and lots of variety to keep things exciting throughout. And they clearly kick ass live. If you find yourself pining for the heavy sounds of the 70s, you can’t do much better.
Reviewed by Jerry Kranitz/aural-innovations.com <


Six years ago the band released a live CD and DVD from Burg Herzberg. Since that time the band have released quite a few records and have a new keyboard player and bass player. Tommy (guitar) and Christian (drums) is still the mainstay of the band. He also has another band that has recently released an album. This CD features new songs and nothing that was on that previous live record and starts off with the great song Sunny Freaks. A slow heavy burning 70s blues rocker with nice organ and great guitar playing. The whole band have a great feel to the way they play like the Allman Brothers in a single drummer, single guitar version. Just great playing and jamming from all players. Finkimountain is next at weighs in at 19mins. This has a monster Hendrix inspired guitar riff that starts the song off. After Tommy does a solo Winnie does a great solo and then they trade back and forth each taking cool solos and then back to the heavy riff every now and again. Great stuff. Woodways is the next track that last 17mins and is broken into two pieces. It starts with a wah delay guitar and some piano as it slowly grows. When the track comes down and Winnie is playing the organ by himself, the 1st part comes to an end and they off on another jam with a bit of an eastern flavour to it. Winnie later changes to a Rhodes piano like sound with a cool effect on it. Out of the Sun ends the live concert and includes a short drum solo. I love the riff , the tension on this track. The very last track is a sort of bonus track called Demons and was recorded in Koblenz by Andreas in 2014. This track is very synthesizer oriented track with some intense drumming at the end. This track is cool but feels a bit less together than the other jams. Another great album and you can see some of the concert at the video below." (Scotts Music Review May 2015)


Good Times schreibt: (vollständigen, ausführlichen Review von Alan Tepper findet Ihr in der aktuellen Printausgabe):"(...) interagierende Improvisationen, die für Spannung sorgen, ein an Jimi Hendrix angelehntes "Finkimountain", transparente Psych-Sounds, abschließend noch ein wenig in den Seventies versumpfte Atmosphäre mit beeindruckenden Dynamikwechseln und als Bonus-Track der Song "Demons" aus dem Jahr 2014, und schon ist der Fan interstellarer Klänge bestens bedient"



Christian Rode von den schreibt: „Wir sind Space Debris aus dem schönen Odenwald. Unser Konzept ist die freie Improvisation, man weiß also nie, was so genau passiert. Das heißt, alles ist völlig frei, so wie wir alle sein sollten“, verkündet ein Bandmitglied am Ende des ersten Stückes dieser Live-CD. Bevor jetzt jemand erschrickt, der die Band noch nicht kennt: freie Improvisation heißt bei Space Debris nicht, dass man als Hörer voller Bangheit wartet, welcher schauerliche Ton wohl als nächstes den Gerätschaften der Musiker entfleuchen mag. Nein. Auch wenn alles freie Improvisation ist, Space Debris ist ein unglaublich gut geöltes Quartett und was man hier hört, ist gut strukturiert (für freie Improvisation sowieso...), aber mit einigem dran, was man live so erwarten darf. Und Space Debris spielen quasi immer live. Bei dem Auftritt in Finkenbach im Jahr 2012 (nebst dem Bonus aus Koblenz von 2014) werden instrumentaler Blues-, Jazz- und Spacerock mit einem swingenden Groove vermengt. Und es geht einfach darum, sich vom Fluss der Musik davontreiben zu lassen, die mal gradlinigere, mal verzwirbeltere Phasen hat, aber stets getragen vom Groove der Rhythmusfraktion.(...) Mal rockt es bluesig, mal rockt es jazzig und mal führt die Improvisation in den Space Debris. Und wie gewohnt geht bei diesen Jungs alles mit einer solchen Leichtigkeit und wie aus einem Guss, dass man gar nicht merkt wie einem geschieht, wie man von einer Phase in die nächste gebeamt wird. Irgendwelche allzu offensichtlichen Referenzen an Vorbilder sind inzwischen auch nicht mehr zu hören. Der Grad an Perfektion ist insgesamt beachtlich; dabei bleibt der Sound immer vollkommen warm und analog. Wer die bisherigen Ergebnisse der Band mochte, wird auch hier nicht enttäuscht. Neues wird nicht unbedingt geboten, aber das Live-Feeling ist enorm. Und wer Space Debris bisher noch nicht kennen sollte, aber für die genannten Einflüsse empfänglich ist, dem sei die Scheibe auch empfohlen. (11 von 15 Pkten)"


der Lippstädter "Blicker" (Szene-Print-Magazin) Nr. 80 2014 schreibt: "In welcher Liga SD spielen, beweisen sie auf ihrem kürzlich erschienen Studioalbum "Phonomorphosis": mit 4 allesamt um die 20 Min. langen Tracks, die eine hypnotische Wirkung auf den Hörer ausüben, denn schon nach kürzester Zeit setzt das Kopfkino ein. Erstaunlich, welche Vielezahl von Einflüssen sich hier immer wieder verbinden. Mal meint man, die frühen Pink Floyd zu hören, mal erwartet man angesichts eines taffen Riffs bluesigen Hardrock, um wenig später mit jäzzigen Tönen in eine ganz andere Sphäre gebeamt zu werden. Dann wieder dominiert die Orgel, die an die Doors in Ihren psychedelischsten Momenten gemahnt. Zur Berieselung oder als Nebenbeschallung ist diese Musik nicht geeignet, sie fordert Aufmerksamkeit und ist in keinem Moment massentauglich. Doch wer sich darauf einläßt, wird mit einem Soundtrip belohnt, der garantiert nie langweilig wird." "Redaktionstipp der Ausgabe" (-mot)


Alan Tepper schreibt im Rockmagazin "GOOD TIMES" (Ausgabe 6/7-2014): "Mit dem aktuellen Longplayer haben sich Space Debris selbst übertroffen - und das ist keine leere Floskel, sondern schlichtweg Tatsache. Tommy Gorny an der Gitarre, Mitja Besen am Bass, Christian Jäger an den Drums und Winnie Rimbach-Sator an den Keyboards, nicht zu vergessen Magic Petra, die für stimmungsvolle Gesangspassagen sorgt, erspielen sich einen atmosphärisch dichten Sound, bei dem das Feeling im Vordergrund steht. Es ist Musik, die aus den 70ern stammen könnte und das Songformat weit überschreitet, was allein schon mit der Spiellänge von 18 bis 20 Minuten je Titel belegt werden kann. "Colossus Stranded" beginnt als floydiges Klangbild, steigert sich zu feurigen Improvisationen, wird von einem ruhigen Part abgelöst, wonach wieder expressive Gitarren- und Keyboardsoli die Aufmerksamkeit erhöhen, und schließt mit einem Teil, der von Deep Purple circa 1971 stammen könnte. Fein! Während der Titeltrack offensiver und experimenteller klingt, bestimmen leicht jazzige Klänge und Soli von Gorny, der sich hier selbst übertrifft "Cat Flow Deluxe". "Journey Back To The Moon" hingegen wandelt sich von einem kernigen Space-Rocker zu floydigen Soundscapes und beschließt das Album so wie es angefangen hat. Im Grunde genommen symbolisiert das knallig bunte Cover den Ansatz der Band: Sie bezieht sich auf eine längst vergessene Ära, kreiert aber einen hochindividuellen Sound, der sich deutlich von Plagiat-Psychedelikern abhebt und bei dem Vergleiche eben nur Vergleiche sind. Empfehlung! Neben der Vinylausgabe erscheint eine CD in einem schmucken Digipack." (Alan Tepper 2014) (s. auch Good Times-Bericht unter "interviews")


Christian Rode vom Rocklexikon BBS gibt 13 von 15 Pkt. und schreibt: "Auch nach 20 Jahren gemeinsamen Musizierens verstehen es Space Debris noch zu überraschen! Auf Phonomorphosis vollzieht die Band - wie der originelle Titel schon suggeriert - Klanggestaltungen und -wandlungen, die man so noch nicht gehört hat. Wenn man das Album hört, ist es kaum zu glauben, dass es sich hier um Improvisationen handeln soll, so perfekt klingt das von großer Intuition geprägte Zusammenspiel der Musiker. Immer wieder bestechen die komplexen, groovenden Rhythmen und das abwechslungsreiche Ineinandergreifen von Keyboards und E-Gitarre. Das titelgebende Stück „Phonomorphosis“ wird dabei wohlweislich mit einem kurzen elektronischen Intro eingeleitet, damit auch jeder Hörer sogleich merkt, wohin die Reise geht. Das Stück weist eine sich langsam wandelnde musikalische Struktur auf, in der äußerst geschickt elektronische, jazzige, space- und krautrockige Elemente zu einem ziemlich abgefahrenen, schrägen Ganzen synthetisiert werden. Immer wieder treten bereits angespielte Sentenzen wieder auf, etwa die für Space Debris ungewöhnlich flirrende, blubbernde und sägende Elektronik. Es fällt schwer diesen seltsamen Sound zu klassifizieren. Man muss es einfach selbst gehört haben! Nicht ganz so originell und ungewöhnlich, aber für die Band selbst zumindest neu ist die starke Jazzfärbung des folgenden „Cat Flow Deluxe“, das aus vier nahtlos aneinander anschließenden Teilen besteht. Beide Stücke werden sowohl in der CD- als auch in der Doppel-LP-Ausgabe von zwei langen Improvisationen eingerahmt bzw. ummantelt, die den Hörgewohnheiten des stärker am Jamrock und psychedelischen Hardrock der frühen 70er Jahre orientierten Hörer entgegenkommen und damit eher die vertrautere Seite des Kollektivs aus dem Odenwald repräsentieren. Gemeinsam sorgen sie für den rockigen Einstieg und Ausklang. Dabei beginnt das Album noch sehr ruhig mit einem Orgel- und Percussion-Zusammenspiel, das sowohl Anklänge an die ganz, ganz alten Pink Floyd als auch an Jon Lord zu seligen Purple-Zeiten bietet. „Colossus Stranded“ ist ein fünfteiliges Stück, das verschiedenste Facetten – rockige, instrumentell zerfaserte, majestätisch sich aufschwingende wie rasende – aneinander reiht. Es mögen einem hier und da Referenzen an bekannte und weniger bekannte Acts der goldenen Zeit der Rockmusik einfallen, aber insgesamt entfaltet Space Debris einen schon ganz eigenen Sound. „Journey Back to the Moon“ schließlich ist die wohl konventionellste Improvisation auf diesem Album und stammt aus einer früheren Session. Das Stück fließt organisch durch den harten psychedelischen Rock und Bluesrock der frühen 70er Jahre und lässt das Album kraftvoll schließen. Nach einem starken Einstieg auf noch gewohnten Pfaden begeistert Phonomorphosis mich vor allem durch die neuen Akzente, die bei den mittleren Stücken gesetzt werden. Als Ganzes hält das Album trefflich die Waage zwischen dem vertrauten 70ies-Wohlfühlsound der Band und neuer Lust am Experiment. Was definitiv nicht geboten wird ist Retroprog und Mainstreampoprock. Und egal, welchen Song man hört: immer ist eine ungeheure Spielfreude präsent, die den Hörer mitzureißen versteht. Empfehlung für alle Kraut- und Psychedelic-Rock-Fans!"

Rocktimes schreibt: Wow, diesmal hat die südwestdeutsche Jam-, Space- und Krautrock-Institution von Space Debris aber mal so richtig zugeschlagen. War das nunmehr seit einigen Jahren als Quartett agierende Team eigentlich immer schon für lange bzw. längere und teilweise ausufernde Improvisationen bekannt, so liefert es auf seinem aktuellen Werk vier neue Songs ab, die jeweils etwa zwanzig Minuten Spielzeit aufweisen können. Die Odenwälder haben sich ja mittlerweile vollkommen zu Recht einen hervorragenden Ruf in der Szene erspielt, sodass man immer - schon ganz aufgeregt - wie vor einer Wundertüte sitzt, wenn man dann ein neues Werk dieser Combo in den Fingern hat. Leise, fast schon beschwörend beginnt "Colossus Stranded" diese Scheibe, bei dem zunächst das Keyboard von Winnie Rimbach-Sator die Leadrolle einnimmt und uns mit seinen Melodien in krautige, aber auch nahöstliche Gefilde mitnimmt. Der Film im Kopfkino des Hörers nimmt spätestens nach zwei Minuten konkrete Formen an. Als Gast gibt hier Magic Petra eine tolle Einlage, während sie wortlose Gesangsmelodien über die Musik legt. Selbstverständlich tritt dann recht schnell auch Tommy Gornys geiles Gitarrenspiel auf den Plan. Der soliert zwar zunächst alleine, liefert sich im Laufe dieser Nummer dann aber wieder mal ein packendes Duell mit Rimbach-Sators Orgelsounds. Mehr davon! Nach dieser teilweise verträumt-dahintreibenden und teilweise rockig-attackierenden Nummer geht es weiter zum Titelsong. Hier treten neben den bereits gehörten Qualitäten auch noch deutliche Jazz-Einflüsse und Elektronik-Spielereien auf den Plan. Und zwar nach einem sehr krautigen Beginn, der die ersten Minuten dominant beherrscht hat und einem sich anschließenden rockigen Part. Und genau das ist die Stärke dieser Band: Es gibt keine Grenzen, die vier Musiker bewegen sich nahezu traumwandlerisch zwischen den Stilen, sie glänzen sowohl individuell wie auch unüberhörbar ist, was für eine starke Einheit hier herangewachsen ist. Aber ohne die beiden Solisten schmälern zu wollen, muss unbedingt auch nochmal pointiert auf den Motor der Band, nämlich Mitja Besen am Bass und Christian Jäger am Schlagzeug hingewiesen werden. Diese beiden liefern nämlich nicht nur einen ungeheuren Beitrag dazu ab, die überlangen Tracks zusammen zu halten, sondern spielen ihre ganz eigenen Soli - wenn man sich auf die Rhythmusabteilung konzentriert - auch innerhalb ihres 'eigentlichen' Jobs. Wohl dem, der solche Könner neben sich hat. Auf einer sehr souligen Note startet "Cat Flow Deluxe", um sich im Anschluss dann deutlich rockiger zu gestalten. Plötzlich kommen zusätzliche Funk- und Fusion-Elemente ins Spiel, die den Hörer nicht nur bei Laune, sondern vor allem auch auf Trab halten. War man bisher noch nicht von Gornys Gitarrenspiel beeindruckt, dann hat man spätestens genau hier diesen Punkt erreicht. Langeweile war gestern, im Hier und Jetzt sind Space Debris im Spiel! Sehr treibend und rockig ist bereits der Beginn von "Journey Back To The Moon". Aber natürlich steckt auch in diesen gut 18 Minuten jede Menge Abwechslung, sehr unterschiedliche Parts und viel Improvisationsfreude. Herrlich der ganz ruhige Teil in der zweiten Hälfte des Songs, nachdem das Schlagzeug dann wieder anzieht und die Orgel diesen letzten Monstertrack weiterführt. Mit "Phonomorphosis" untermauern Space Debris ihre Stellung als eine der allerstärksten Bands unseres Landes. Denn was neben den musikalisch unanfechtbaren Qualitäten für dieses Quartett spricht, ist, dass es einfach hochspannend und musikalisch nicht ausrechenbar ist. Davon konnten wir im letzten Jahr bereits berichten und werden dies in Kürze (versprochen!) auch wieder tun. RockTimes freut sich bereits darauf und der beste Grund dafür ist das neue Doppel-Album, das keinen einzigen Schwachpunkt, im Gegenzug aber massenhaft Stärken erkennen lässt. (Markus Kerren, Rocktimes 2014)


rockblog.bluesspot schreibt: " Offensichtlich hatten die Macher vom 1. Freak Valley Festival in 2012 genau das richtige Näschen. Space Debris waren – ohne die anderen Gruppen schmälern zu wollen – das Sahnehäubchchen des letzten Tages. Die Band sorgte mit ihren improvisierten Krautrockimpressionen für nachhaltigen Zauber. Mit „Phonomorphosis“ sind sie nach sechs Jahren Studio-Abstinenz zurück. Was da auf einen einstürmt, ist atemberaubend. Während des Hörens von „Phonomorphosis“ stellen sich unzählige Assoziationen und Erinnerungen ein. Erst recht bei allen, die mit Krautrock und Artverwandtem einschließlich der vorhergehenden Beatära musikalisch sozialisiert und letztlich auch groß geworden sind (Es hat bei mir sogar für knapp zwei Meter gereicht!). Jedenfalls haben mir die Jungs (und das eine Mädchen) von Space Debris eines klar gemacht: So faszinierend klingt der KRAUTROCK nach seiner Geburt in 1969/1970 bzw. sooo sollte er heutzutage klingen!!! Dem wohnt ein Zauber inne, der seinesgleichen sucht. Insgesamt vier Tracks, alle um die 20 Minuten lang, die jeweils intern variieren, sich verbreitern und von daher potenzielle Langeweile erst gar nicht aufkommen lassen. Spontan fällt mir ein legendärer Werbespot von Chiquita ein. „Nenn nie Chiquita nur Banane“ hieß der. Umgemünzt auf Space Debris könnte er lauten: „Nenn Space Debris nie nur Rock – aber unbedingt Krautrock.“ Das ist beileibe kein Widerspruch. Denn Space Debris’ grandiose Mischung speist sich aus vielem: aus Psychedelic, Hardrock und Fusion. Das sind die Etagen. Und das Fundament des Hauses? KRAUTROCK! Von deutschen Bands durch Integration verschiedenster Einflüsse gewissermaßen „erfunden“ und anfangs in der Welt als „Kraut“ verspottet. Später kam Neid hinzu, dann Anerkennung und heute ist es quasi Weltmusik. Egal, ob das Surrogat bei „Phonomorphosis“ mit ausgesucht leckeren Anleihen von „Migranten“ wie Deep Purple, The Doors, May Blitz, Steely Dan, Zappa oder von originären Krautrockbands wie Amon Düül II, Electric Sandwich, Embryo, Can oder Neu! angerührt wird. Die Mischung macht’s. Und heraus kommt? In jeder Hinsicht etwas Hypnotisches. Auf dem Peak der heutigen Zeit. Dadurch, dass auf Gesangsspuren (bis auf eine winzige Ausnahme, siehe unten) komplett verzichtet wird, lässt das Album dem Hörer zudem den Raum, sich ohne ablenkenden Text fallen zu lassen und auf seine ganz individuelle Brainreise zu gehen. Und überhaupt: Improvisieren und Floaten ist ungeschriebenes Space-Debris-Gesetz. Da geht einem wie mir oder Yvonne oder Volker und den zigtausend anderen Fans einfach nur das Herz auf. Apropos: Nach circa viereinhalb Minuten bringt sich „Magic Petra“, die auch für die fantastischen Cover Paintings verantwortlich zeichnet, mit betörendem Sirenengesang in Stellung. Ich musste dabei spontan an den armen Odysseus denken, der in Homers „Odyssee“ vom Gesang der Sirenen hypnotisiert und auf die Felsen (zum Kentern) gelockt werden sollte. Für alle, die den Ausgang nicht kennen: Odysseus ließ sich am Mast festbinden und verstopfte sich und seiner Crew die Ohren. Bitte hier keineswegs nachmachen! Denn Magic Petra hat nichts Böses im Sinn. Im Gegenteil. Sie lockt um des Lockens willen. Blöd nur, falls die Band dem Lockruf nicht 150prozentig gerecht würde. Aber sie wird es – und lässt den Hörer voller Enthusiasmus zurück. Wichtig: hört diese Scheibe niemals nebenbei, sondern lasst euch intensiv drauf ein! Also Leute: Dreht die Lautsprecher auf und lauscht einer Band, die euch auf eine betörende Krautrockreise mitzunehmen vermag. Ultrafetter Sound! Und wieder staunt die Welt. Überragend!" (Heinz W. Arndt)



musikreviews.de schreibt: " Photomorphogenese bezeichnet den Einfluss des Lichts auf die Gesamtentwicklung einer Pflanze. Wenn „Phonomorphosis“ läuft, das erste reine Studioalbum von SPACE DEBRIS seit „Elephant Moon“ aus dem Jahr 2008, gedeiht die Flora wahrscheinlich auch mit Wonne. Vier Stücke, vier Musiker, die klassische Besetzung: Gitarre, Bass, Tasteninstrumente, Trommeln. Kein Gesang - nein, stimmt nicht ganz: „Magic Petra“ begleitet den Opener stellenweise vokalakrobatisch; Texte sind allerdings Fehlanzeige. Auf elf Alben in einem Dutzend Jahren, in leicht veränderter Besetzung, hegen und pflegen SPACE DEBRIS ihren Stil, der zwischen Krautrock, Psychedelic, Jazz, DEEP PURPLE, den DOORS und einer Prise Superkalifragilistischexpiallegetisch pendelt. Der Band gelingt das Kunststück, auch über die enorme Laufzeit des aktuellen Albums nicht langweilig zu werden, selbst wenn sich nur Nuancen an der Ausrichtung ändern. „Phonomorphosis“ ist wieder ein höchst organisches Ereignis, das zu Beginn gleich den Orient auf die frühen PINK FLOYD treffen lässt, heftig Jazz-Atmosphäre herbeizaubert (auf dem Titeltrack sogar mit einem Hauch Reggae angereichert, „Cat Flow Deluxe“) und die Reiter durch den Sturm jagt (ebenfalls während „Cat Flow Deluxe“). Sich elegisch treiben lassen sowie mit Wucht davon zu preschen sind eins, Yin und Yang. Und immer wieder Duelle zwischen den Keyboards und Gitarren, mit Mitja Besens voluminösem Bass und Christian Jägers fulminantem Schlagzeugspiel als Anheizer am Rand. Winnie Rimbach-Sator sorgt abwechslungsreich für Akzente und Fülle, beherrscht das jazzige E-Piano wie schwebende BO HANSSON-Orgelklänge und hat auch den MANZAREK-Blues drauf. Tommy Gornys Gitarre bietet schneidenden Kontrast und zurückhaltende Unterstützung. Wieder einmal beherrschen SPACE DEBRIS die Kunst, scheinbar mühelos zu jammen, ohne den Eindruck zu erwecken, ziellos herumzutorkeln. Es gibt viel zu entdecken, filigranes, feistes und furztrockenrockendes. Wird nie massentauglich werden, wer sich aber auf den Weltraumabfall einlässt, wird auch mit „Phonomorphis“ einen lichten Trip erleben dürfen. FAZIT: Ob improvisiert oder durchkomponiert, auch auf dem elften Album zeigen SPACE DEBRIS keine Ermüdungserscheinungen. „Phonomorphosis“ überzeugt als Gang durch die psychedelische/hart-rockende Musikgeschichte und bleibt doch etwas Eigenes. Das Gestern kennen und im Heute daheim sein, dazu die Krautrock-Fackel hochhaltend: SPACE DEBRIS gelingt’s. Oder: „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“. Wer den Regisseur kennt, darf sich ein Snickers gönnen." (Jochen König)


July 2013 writes:
The latest from German Prog infused Hard/Psych/Kraut rockers Space Debris features 4 side long stretch-out jams and nearly 80 minutes of music. The band are still the quartet of Tommy Gorny on guitar, Mitja Besen on bass, Winnie Rimbach-Sator on keyboards, and Christian Jäger on drums and percussion. If you’re unfamiliar with Space Debris you should know that they wear their early 70s influences like a badge of honor. And they do it good. Colossus Stranded starts off with a slow yet potent doomy vibe, eventually taking off on a classic Prog-Psych power rocking jam with hints of Jazz-Fusion, and alternating with mellow grooving segments, which all lead to an explosive, anthem-like finale. Rimbach-Sator and Gorny are well matched on keyboards and guitar, playing off one another intuitively as they trade leads and solo together. The keyboard sounds are a golden age of Prog delight, recalling the glory days of the Hammond and Rhodes. Phonomorphosis has some of the most complex instrumentation of the set, as well as some of the most spaced out. When the band launch into a high energy heavy Prog jam, all the musicians are occupying their own individual realm, yet coming together to create a cohesive rocking whole, and stumbling across lots of catchy melodies in the process. Rimbach-Sator seems to be exploring his inner Sun Ra, with some seriously freaky keyboard sounds, as well as fuzzed jazzy and all manner of classic Prog styles, tripping and grooving along while the guitar rips off fiery solos, some of which get pretty spacey. We’re treated to some killer bubbling and pulsating Psych-Jazz guitar too. This is my favorite track of the set. I like the Psychedelic Prog-Jazz of Cat Flow Deluxe, which at times sounds like a blend of Soft Machine and the contemporary San Francisco band Mushroom. There’s a lightly grooving and cheerily melodic section that brings to mind a fuzzed rendition of John Tropea’s A Short Trip To Space album, and the overall vibe is like a summer stroll through an outdoor bohemian fair. Then about halfway through the band switch gears and take off on a fast paced jam with more excellent keyboard/guitar tag team interplay. I also enjoyed the soulful segment that sounds like the soundtrack to a 60s movie. Finally, Journey Back To The Moon is a full on Prog-Psych assault with powerhouse organ and guitar and thunderous rhythm section, with inspired playing by all. So set the wayback machine to 1971 Mr Peabody and head for Germany and some genuine Prog-Psych adventure. The album is available in CD and double LP formats, and vinyl junkies should note that the LP is housed in a gatefold jacket with beautiful artwork."(Jerry Kranitz)


"20 Minuten, 19 Minuten, 19 Minuten, 18 Minuten - das sind die Spiellängen der vier Tracks auf dem neuen Space Debris-Album "Phonomorphosis". Damit weiß jeder, daß das deutsche Quartett das Album für ein Doppel-Vinyl-Release geplant hat. Doch keine Sorge, auch auf CD kommt "Phonomorphosis" vorzüglich. Wie viele Ideen Space Debris in ihre Stücke stecken, wird schon am Opener "Colossus Stranded" deutlich: Dies hätten auch zehn unterschiedliche Tracks sein können. Doch als Ganzes funktioniert es besser. Die Übergänge der einzelnen Phasen sind spannend und es entsteht etwas fließend Organisches. Bass, Becken und mystische Orgeln erinnern an Floyds "Set the controls...", FRauenstimmen, rockige Gitarrenriffs, mal langsame, mal schnell treibende Drums, immer wieder Soli auf Orgel oder Gitarre. Es bewegt sich ständig etwas, es kommt immer wieder Neues. Alles ohne Hektik und mit genügend Muße für jede einzelne Passage. Space Debris erreichen mittlerweile souverän ein hohes Niveau, sind aber zugleich in der Lage, ihrem Sound neue Klangfarben beizumischen" (8 von 10 Punkten und unter den Top 20 Alben der Ausgabe 4/2014 im Eclipsed-Rockmagazin)


Jochen König vergibt 11 v. 15 Punkten auf:
Anderthalb Jahre nach Vollendung des Archiv-Trios erscheint SPACE DEBRIS‘ neues Werk „She’s A Temple“. Original-Album trifft es eher als Studio-Album, denn die acht Stücke wurden wieder Live eingespielt. Während Winnie Rimbach-Sator mittlerweile vertrautes Mitglied ist, gibt es eine Neubesetzung (die bei Konzerten schon gar nicht mehr so „neu“ ist) an anderer Position. Mitja Besen liefert einen überzeugenden Alben-Einstand als „fester“ Bassist der deutschen Band. Obwohl „She‘s A Temple“ nach dem Motto: „10% werden komponiert, 90% passiert während des Spielens“, entsanden ist, strahlt die Musik eine unglaubliche Sicherheit aus. Nicht so wie eine Straßenüberquerung an einem verkehrsfreien Sonntag, sondern wie eine Raftingtour mit Führern, denen man vertraut. Auch wenn die Stücke die zehn-Minuten-Grenzen fast erreichen, oder wie beim Opener und dem „Supernova 1604“-Finale, weit darüber hinausgehen, hat man nie das Gefühl einer plan- und zügellos herumjammenden Musikerschar zuzuhören. „She’s A Temple“ bewegt sich härtemäßig zwischen den DOORS in „Wir entern die Bühne und hören erst wieder auf, wenn man uns runterschmeißt“ und DEEP PURPLE-Feuerball, mächtige, druckvolle Orgelkaskaden treffen auf pumpenden Bass, eruptive Schlagzeugsounds und eine variable Gitarre, selbst kleine santanaistische Latin-Ausflüge sitzen drin („She’s A Temple“). Besonders wenn Winnie Rimbach-Sator E-Piano spielt, gesellt sich wieder eine ordentliche Portion Jazz hinzu, aber auch hier bleibt eitles Schwelgen in ausufernden Tonfolgen aus. Selbst ein Schlagzeugsolo („Skinflight“) bleibt mit zweieinhalb Minuten kurz und knackig. Aufnahmetechnisch orientiert man sich am warmen Analogsound der frühen Siebziger. Könnte für Jünger aktuell angesagter scharfer Höhen und auf fett getrimmter Masteringeffekte etwas zu flauschig klingen. Mit der Stereo-Aufteilung verhält es sich ähnlich, eine klare Positionierung, Gitarre rechts, Orgel links und Rhythmusinstrumente dazwischen, lässt sich des Öfteren hören. Das mag anachronistisch wirken, ist aber in Zeiten vorherrschender analytisch-kalter Klänge geradezu lebendiger Balsam für die Ohren. FAZIT: Erneut gelingt SPACE DEBRIS eine abwechslungsreiche Klangreise, die man gerne als Krautrock bezeichnen kann - ohne bleischwere Repetitionen oder allzu teutonische Symphonik. Zwischen Psychedelik á la BRAINTICKET, hartem Rock, Heavy Prog und Jazz wandeln SPACE DEBRIS einmal mehr mit wuchtigen, weit ausholenden Schritten. „She’s A Temple“ erscheint als CD und Doppel-LP. Die Vinylausgabe enthält einen fünfeinhalbminütigen Bonustrack.


Michael Breuer schreibt für rockblogbluesspot.com (hier leicht gekürzt) :
Space Debris sind das ultimative Bindeglied zwischen der Musik meiner Jugend und dem modernen Psych- und Krautrock. „She´s A Temple“ ist der beste Beweis dafür, dass Krautrock lebt. Er ist sogar in den besten Jahren. Es sind wohl die Alben, die sich um geheimnisvolle Frauen ranken, die mich in den letzten Jahren am meisten fasziniert haben. Allein die wunderschöne Coverarbeit, wie immer von Schlagzeuger Christian Jäger entworfen und gestaltet, macht Lust auf den Inhalt und lässt den Titel durchaus doppeldeutig erscheinen, könnte man ihn doch auch als eine Ode an das ewig Weibliche verstehen. Sie ist ein Tempel, eine Kathedrale. Hinweis auf eine lustvolle Musik, die den sinnlichen Rundungen der schönen Königin folgt. Was für ein Gedanke. Das Zusammenspiel der inzwischen zum festen Quartett zusammen gewachsenen Formation funktioniert traumwandlerisch und in höchster Virtuosität. Christian treibt mit einem an Lebendigkeit nicht zu überbietenden Anschlag, seit zwei Jahren großartig unterstützt durch Bassmann Mitja Besen das Tempo und die Intensität voran, vor allem aber die Protagonisten aus der Harmonie-Sektion. Tommy an der Gitarre und Winnie Rimbach-Sator an den diversen Tasten liefern sich atemraubende Soloduelle, mal experimentell zurückgenommen, dann wieder ekstatisch und voller überschäumender Lebensfreude. Diese Jungs vermitteln eindrucksvoll, wie viel Spaß sie dort oben auf der Bühne haben – und der wirkt sich auf die Fangemeinde aus, das kann ich Euch versprechen. Beim Freak Valley Festival haben sie mich bis in die Umlaufbahn des Planeten Pluto geschossen, mindestens, es war fast schon ein religiöses Erlebnis. Hingehen und live anschauen kann ich da nur raten. Zunächst aber gilt vielmehr, auflegen und abfahren: Gleich im ersten Stück „Palmyra“ legt die Band los wie die Feuerwehr, ein Song (sofern man Stücke von SD überhaupt so nennen darf), der mich ein wenig an ihre Powernummer „Mountain“ aus früheren Tagen erinnert. Im letzten Drittel klingt Tommys Gitarre fast ein wenig orientalisch, passend zum Thema, und zu einem Marsch ähnlichen Rhythmus steigert sich die Intensität zum Ende hin noch einmal bis in höchste Pegelausschläge. Als ein grundsätzlich zurückhaltend temperiertes Songmonster führt uns das vielsagende “Creation” über die beiden Parts “Glimpse Of A Dying Sun” und “Everdrifting Particle” in eine Art krautrockige Schöpfungsgeschichte, eine fast achtzehn minütige Komposition, bei der die Musiker nach Herzenslust improvisieren dürfen und Winnie scheint sich hier die Finger blutig zu orgeln. Ein monumentales Werk, dem Christian ein kurzes aber knackiges Schlagzeugsolo folgen lässt. „Time Traveller“ beginnt ungeheuer dynamisch, doch dann folgt ein kaum merklicher Übergang in ein zurückgezogenes Universum mit einem blubbernden und zirpenden Keyboard, eine Atmsophäre, die mich irgendwie an Barbarella erinnert, den kultigen Sechzigerjahre Science Fiction. Mit Staccato-artigen Salven befeuert Christian die Glut, während Tommy aus ruhig entspannten Gitarrenriffs langsam steigernd zum Gegenschlag ausholt und in einem Solo kulminiert, dass Dich erst umschmeichelt, Dir die Hand reicht und Dich schließlich ins Licht führt. Musik, die Dich erlöst und befreit. Zu Beginn des Titelsongs „She´s A Temple“ geht´s jazzig fusionsartig zu, doch dann beruhigen sensationelle Harmonien von Winnie die Szene, in trauter Begleitung einer dicken Gänsehaut auf meinem Nacken. Aus dieser Stimmung lädt er Tommy zu einem einzigartigen Dialog zwischen Orgel und Gitarre, alles vor einem ganz dezent im Hintergrund akzentuierenden Rhythmusensemble. Und zum Ende hin tobt sich das Quartett in einem furiosen Finale auf einer pulsierenden Power-Percussion aus, eine brodelnde und überschäumende Bandperformance. Schlicht und einfach genial! Es sind wilde live gespielte Improvisationen wie diese und nicht der Rauch auf dem Wasser, die einst Deep Purple zu meiner Lieblingsband in frühen Jugendtagen werden ließen. Space Debris bringen sie mir zurück, verschmolzen mit krautigen und jazzigen und proggigen Attitüden. Da bleibt mir die Spucke weg und ich danke den Göttern des Rock´n Roll, dass Sie die Wege dieser großartigen Band mit den meinen kreuzten.


Markus Kerren und Ulli Heiser teilen sich folgenden schönen Review bei
"Wer nach den letzten Veröffentlichungen - bei denen es sich jeweils um Archivgriffe handelte - von Space Debris der Meinung war, dieser Band würde nichts mehr einfallen, war hundertprozentig auf dem falschen Dampfer. Wunderbar beleg- bzw. begründbar mit dem brandneuen Album "She's A Temple", das wie so oft bei dieser Combo neben dem CD- auch im Vinylformat erscheint. Die neun zumeist langen Tracks zeugen erneut von der Extraklasse des Quartetts um den Schlagzeuger Christian Jäger. Wie auch von der Kunst, eine Rockscheibe selbst ohne Gesang - und um die achtzig Minuten lang - extrem vielfältig und kurzweilig zu gestalten. Was Space Debris hier musikalisch abgeliefert haben, ist eine ganz feine Mischung aus Rock, Psychedelic, proggigen Parts und selbst kleinere Ausflüge in den Jazz sind mit dabei. Beim Opener "Palmyra" wird durch die klasse treibende und variable Rhythmusabteilung eine Spielwiese kreiert, auf der sich Winnie Rimbach-Sator an den Keyboards (etwas weiter im Hintergrund) und vor allem Tommy Gorny an der Gitarre nach Herzenslust austoben können. Das ist nicht nur super gespielt, sondern auch extem clever arrangiert und macht einfach nur Spaß. Immer wieder werden die Klangfarben gewechselt und somit auch neue Bilder ins Kopfkino des Hörers gezaubert. "Skinflight" ist mit seinen zweieinhalb Minuten Spielzeit schon ein richtiger Exot . Allerdings handelt es sich dabei auch um eine Soloperformance Christian Jägers an der Schießbude. Mein persönlicher Favorit hört auf den Namen "Creation", der sich in Form von "Glimpse Of A Dying Sun" und "Everdrifting Particle" gleich über zwei Tracks hinstreckt und zusammengerechnet mit einer Laufzeit von knapp 18 Minuten aufwarten kann. Geradezu perfekt wird hier dargelegt, wie man immer wieder knisternde Spannung aufbauen kann, die sich aber auch jedes Mal ganz butterweich löst, nur um das ganze Spiel wieder von vorne zu beginnen. So, ich für meinen Teil werde "She's A Temple" ganz nah bei meiner Anlage liegen lassen, um die Scheibe immer wieder schnell griffbereit zu haben und gebe ab an meinen Kollegen Ulli, dem die Vinyl-Version vorliegt, auf der sich mit "Zenobian Dance" sogar noch ein Bonus Track befindet. Trulben, bitte übernehmen Sie! Aber gerne, quasi ein Wechsel vom Lyoner-Äquator zum Leberwurst-Pendant. Die neue Scheibe der Odenwälder Space'n'Jam'n'Kraut-Rocker ist aber auch viel zu stark, um einen Redaktuer alleine glücklich zu machen. Space Debris kann man unzweifelhaft als eine der besten Bands aus deutschen Landen betiteln. Da sie in guter Tradition ihre Alben sowohl auf CD als auch auf Vinyl veröffentlichen, lag es nahe, beide Versionen zu besprechen, zumal sich mit "Zenobian Dance" ein Track mehr auf dem Doppel-Vinyl befindet. Schwer sind sie, die LPs und das Motiv des syrischen Baaltempels von Palmyra mit der appetitlich anzuschauenden Herrscherin Zenobia im Vordergrund kommt in Schallplatten-Größe ungleich prachtvoller daher. Klar ist mein Kollege Markus im Vorteil, wenn es darum geht, das Album z. B. auch im Auto zu hören, aber ich für meinen Teil genieße diese Art von Musik lieber ohne Ablenkung zu Hause. Zeitlos ist sie, die Musik von Space Debris - wäre die Platte Anfang der Siebziger entstanden, würde sich niemand gewundert haben. Sie würde auch heute noch gerne gespielt werden und das wird sie auch in 50 Jahren noch. Mindestens. Zeitlos auch mein Lieblingsmedium: Die gute alte 33er-Scheibe. War ich Anfang der 80er total begeistert vom neuen Medium Compact Disc, so freut es mich dieser Tage ungemein, dass immer mehr Bands ihre Neuerscheinungen wieder auf Vinyl herausbringen. Optik, Feeling und Klang sind m. E. einfach meistens überlegen. Leider sehen das viele meiner RockTimes-Kollegen ähnlich und motten zur Zeit ihre Laufwerke wieder aus oder kaufen neue Plattenspieler, sodass ich in Zukunft wohl öfter teilen muss. Mit Mitja Besen ist seit etwas über einem Jahr ein neuer Basser an Bord, der nun anstelle von Peter Brettel die dicken Saiten bearbeitet. Das Quartett beweist erneut, dass Gesang bei dieser Spielart der Rockmusik überhaupt nicht fehlt, ja ich wage gar zu behaupten, dass er etwas stören würde. Zu dicht weben die vier Musiker ihren spacigen und krautigen Teppich, der mit jazzigen und bluesrockigen Mustern durchzogen ist, als dass da viel Platz für Stimmen wäre. Die von Markus erwähnten "Creation"-Stücke sind in der Tat musikalische Leckerbissen, wie auch das fast siebzehnminütige "Supernova 1604". Das bedeutet nicht, dass irgend ein anderes Stück auch nur im Geringsten abfällt. Nehmen wir den Dampfhammer "Palmyra", der zu Beginn losrockt, als sei das Weltall mit all seinem Schrott hinter ihm her. Da - wie auch bei "Time Traveller" - kommen gar Mattenschwinger auf ihre Kosten. Space Debris machen es sich nicht einfach und jammen etwa mit gleichem Tempo durch die Rillen. Abwechslungsreich, mit Tempo- und Stilwechseln gestalten sie die Reise und begeistern mit einem druckvollen und äußerst soliden Fundament der Felle und Dicksaiten, die es Gitarre und Schweineorgel ermöglichen, diesen unverwechselbaren Sound zu erzeugen. Pumpende Bässe, entfesselte Gitarren, Drumgewitter und diese irre Orgel jagen dem Hörer einen Schauer nach dem anderen über den Rücken, um ihn alsbald relaxt durch den 'outer space' gleiten zu lassen. Die Tracks wurden live eingespielt und an keiner Stelle wirkt es daher steril, wie es vielleicht bei reinen Studioaufnahmen mit vielen Takes passieren könnte. Für mich ist "She's A Temple" wieder einmal ein Stück 'Weltraumschrott', das nie weit vom Hörerplatz stehen wird. Einen Vorteil hat mein Vorredner und CD-Besitzer allerdings: Er muss nicht aufstehen, um die Unterbrechung der musikalischen Reise fortzusetzen. Allerdings hat sich auch er dem Zeitgeist gebeugt und sich einen Plattenspieler zugelegt. Nun ja, machen wir es das nächste Mal einfach andersrum...


Jochen Rindfrey von gibt 10 von 15 Punkte:
Mit neuem Bassisten heben die Odenwälder Spacerocker im Frühjahr 2013 zu einem neuen kosmischen Trip. Oder doch eher zu einer klassischen Bildungsreise? Das Cover von She's a Temple zeigt die Ruinen der antiken Wüstenstadt Palmyra, die im heutigen Syrien liegt. Nicht gerade ein Motiv, das man mit Spacerock verbinden würde! Aber schließlich hatte die Musik von Space Debris trotz des Bandnamens schon immer einen deutlich erdverbundenen Charakter. Die Aufnahmen zu She's a Temple, dem 10. Album von Space Debris, entstanden im November 2012 bei einem Konzert in Heidelberg, und das Quartett zeigt sich dabei in bester Spiellaune. Es geht wieder tief in die Vergangenheit, in die späten 60er und frühen 70er: die Schweineorgel röhrt dreckig, dazu produziert die Gitarre schwere Riffs oder krautig-psychedelisierende Soli, bringen gelegentlich auch einen Anflug von Blues in die Musik (da sag noch einer, Progger könnten keinen Blues). Bei allen psychedelischen Eskapaden bleiben die Jungs doch immer erdverbunden, auch wenn Songtitel wie Glimpse of a Dying Sun oder Everdrifting Particle ätherisch schwebende Klänge vermuten lassen; die meiste Zeit wird ordentlich gerockt. GeRRRRRRockt, um genau zu sein. So sind neben den frühen Pink Floyd auch Bands wie Led Zeppelin oder Deep Purple häufig nicht fern. Eine besondere Note bekommt die Musik. wenn Tastenmann Winnie Rimbach-Sator zum E-Piano wechselt, dann bringt er nämlich einen Anflug von Jazz rein. Manchmal auch mehr als einen Anflug, etwa in Cloudwalker, wo's zwischendurch doch mal etwas sphärisch wird; ein wunderbar jazziges E-Piano-Solo, mit einigen leicht angeschrägten Sounds gewürzt, veredelt diesen Part. Schade, dass bei diesem Titel sowohl ein- als auch ausgeblendet wird, bei Liveaufnahmen ist so etwas immer ärgerlich! Davon abgesehen bietet She's a Temple wieder ausufernde Rockjams erster Güte mit Stücken von geradezu kosmischen Ausmaßen (das kurze Skinflight ist ein Schlagzeugsolo). Auch wenn ich normalerweise solch offenkundigem musikalischen Historismus skeptisch gegenüberstehe, bläst diese voller Spielfreude dargebrachte Mixtur aus Spacerock, Krautrock, Psychedelic, Jazzrock und etwas Blues wieder jede Skepsis locker weg. Schöne Scheibe!


July 2013 writes:
"Space Debris are proudly retro in their approach, mining late 60s – early 70s Progressive, Hard Rock and Krautrock as their inspiration. The album opens with the 15 minute Palmyra, parts of which bring to mind the Jimi Hendrix Experience with the addition of swirling Hammond organ. One of the things I’ve always liked about Space Debris is the way they exemplify Prog infused Hard Rock, with free-wheeling, exploratory jams that transition through multiple musical themes, and Palmyra seamlessly shifts from heavy rocking to gently introspective. Cloudwalker lays down a cool Bluesy foundation for Tommy Gorny’s ripping guitar, which is both spaced out and stoned rocking, as well as Winnie Rimbach-Sator’s electric piano, which traverses Blues and Jazz, and even gets into some tripped out Sun Ra styled efx. This track speaks volumes in less than 5 minutes. Creation is a 2-part, 18 minute piece. Glimpse Of A Dying Sun is the first part, consisting of spacey soundscape guitar and keys, and subtly intricate drumming. Each musician seems to be operating in his own individual yet communal space, creating a delightfully upbeat Prog-Jazz-Ambient journey. This melts into the second part – Everdrifting Particle, which starts off as anthem fueled heavy rocking Prog, and then veers into wildly swingin’ and groovin’ Soul. KILLER keyboards on this one, and the keyboard-guitar duel at the end makes for a monstrous finale. Skinflight is a brief piece that puts Christian Jäger’s drums front and center. Time Traveller starts off as a shit kickin’ hard riff rocker, with lots of great solos and melodic hooks. After a few minutes the mood calms and we’re treated to some of the most freaked out keyboard sounds of the set, which sounds really cool along with the ambient-Hendrix styled guitar. She’s A Temple starts off with an intriguing blend of Prog-Jazz and King Crimson Red-styled heaviness. The band soon transition to a Funky jam with spaced out guitar leads, before launching into a high intensity heavy rocking Metallic assault that makes for yet another ass kicking finale. The set winds down with the nearly 17 minute Supernova 1604, named after the supernova observed by Johannes Kepler. This sucker jams along nicely, hitting highs of heaviness, meditative yet hard rocking passages, and funky psychedelic segments. In summary, while Space Debris may be in their usual stylistic territory on She’s A Temple, there is a huge amount of variety, the musicianship is top notch and the performances sweetly inspired." (Jerry Kranitz)


Phil Jackson from Prog-Magazin- 2013:
"Welcome back Space Debris! Chunky guitar chords, arpeggios and fills by Tommy Gorny, simmering organ with much reverb from Winnie Rimbach-Sator, Mitja Besen’s bass and Christian Jäger’s drums driving things forward like an unstoppable express train rolling down the tracks. For there is a little blues here, there is a lot of rock here, there is some funk here, there is the spirit of Hendrix here and of Deep Purple and of all those adventurous groups from the 60s and 70s that were not afraid to improvise- changed days! The 14 minutes of ‘Palmyra’ pass very quickly and I loved the brooding organ chords at the end and Tommy’s eastern sounding guitar lines towards the final bombastic crescendo. Electric piano joins the mix on ‘Cloudwalker’ and the cogitative echoing guitar on ‘Glimpse of A Dying Sun’ reminded me of Robin Trower’s ‘Song For A Dreamer’ for Procol Harum in feel if not in execution for Space Debris have their own unique way of doing things. ‘Everdrifting Particle’ made me think of Focus in the chunky organ chords (fabulous break 5 minutes in and guitar/ organ question-answer after 7!) with a few Emerson tricks thrown in,Tommy’s most Jan Akkerman like interjections and Christian’s use of percussion. This was for me the most rousing moment thus far. Christian gets a short solo on ‘Skinflight’ and a very good one it is too while ‘Time Traveller’ provides another visceral peak on the album as gargantuan riffs and solos are exchanged to some powerhouse drumming. The title track has electric piano at its outset and is a slow burner with moments of great subtlety and also power especially in the extended ascending scale at its climax. The longest is left to last: ‘Supernova 1604’ and this piece confirms all of the above. More than mere nostalgia, Space Debris brings something new and dynamic to classic improvised instrumental rock music."


"Vor ca. 8 - 9 Jahren landete bei mir in meiner Funktion als Autor für das Printmagazin Moonhead ein schweres Doppelalbum auf Vinyl. Das war damals das erste Vinyl seit vielen Jahren, das ich wieder mal in die Hände bekam. Die darauf befindliche Musik der deutschen Space Debris sagte mir damals jedoch gar nicht zu - es klang für mich wie eine Garageneinspielung von schlechten, bei Pink Floyd abgekupferten Songs. Umso überraschter war ich nun, das mich Christian Jäger, der Macher der hinter Space Debris steht vor ein paar Wochen trotzdem angeschrieben hat und fragte, ob ich das neue Werk She´s a Temple besprechen möchte. Na, ob er sich das wohl gut überlegt hat? Spaß beiseite, inzwischen haben Space Debris 10 Alben, darunter viele Doppelalben, eingespielt und einige Hallen und Festivals der Republik gerockt, und sie haben sich ebenso wie der Autor dieser Zeilen, weiterentwickelt. Dabei ist der Sound der 8 (auf Vinyl 9) Stücken dem des ersten Albums und den Folgenden nicht unähnlich. Space Debris spielen weiterhin einen puren, rauen Psychedelik und Krautrock mit der typischen Besetzung Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboards und nach wie vor legen Sie wert auf einen Livesound der Aufnahmen (teilweise wurden die Tracks auch Live aufgenommen). Man erhält also nach wie vor knackige im Blues verhaftete Psych- / Krautrocker mit Improvisationsananteil. Teilweise scheint mir der Anteil des jazzig angehauchten Keyboards gestiegen zu sein. Die eigentlich einfachen aber sehr effektiven Gitarrensolos werden immer richtig gesetzt und niemals übertrieben. Die zumeist zwischen 8 und 16 Minuten langen Tracks vollführen immer genügend stilistische Wechsel um interessant zu bleiben aber beschränken sich andererseits trotzdem auf das Nötigste und gehen somit nicht in überambitionierten Improvisationsklang unter. Die knapp 90 Minuten des (Vinyl)-Doppelalbums werden zu keiner Zeit langweilig und halten den Hörer gefesselt. Spieltechnisch haben sich Space Debris enorm entwickelt und inzwischen haben auch die Ohren des Autors Gefallen an dem typischen Sound der Aufnahmen gefunden – an den Neuen, aber auch an den Alten. Ohne andere Alben zwischen dem 1. und 10. der Band zu kennen behaupte ich das sich She´s a Temple im oberen Bereich des Top-Alben Rankings befinden wird." Wolfgang Kabsch von www.musiansich.de (18 von 20 Punkten)


Walter Sehrer von gibt 8 von 10 Punkten (´hervorragend´):"Die deutschen Rocker mit dem Hang zu spacigen, ausufernden 70er-Jamssind sich treu geblieben und bieten nach wie vor krautig improvisierten Rock. Allerdings mit größeren Fusion-Anteilen als bisher. Auf dem neuen Werk huldigen Space Debris Zenobia, einer ruhmreichen Herrscherin des römichen Orients. Das Cover zieren - neben einer am Boden liegenden nackten Venus - die Ruinen deren antiker Thronstadt Palmyra. Auch der Titel der ersten Stücks heißt so. Häufig kommen einem bei den weiteren famosen Tracks wie "Cloudwalker", dem zweiteiligen "Creation" und dem Titeltrack instrumentallastige Platten von Santana wie etwa "Caravanserei" oder "Borboletta" in den Sinn. Die rythmisch flexible Gitarre, viel glasklares E-Pioano, natürlich Orgel, aber auch mal Schwurbel-Synthies erschaffen auf festem Rythmus-Fundament von Drums, Percussion und Bass spannende, geradezu musikarchäologische Klangskulpturen im Niemandsland zwischen Space- und Krautrock sowie, was ihnen bestens steht, besagtem Fusion Jazz. Top-Track: Time Traveller, artverwandt mit: Santana, Billy Cobham, Hawkwind, Guru Guru" (Ausgabe Juni/2013) und im SD-Special Ausgabe Juli/2013 beschreibt er weiter: "Neben alten Meistern wie Jimi Hendrix, Led Zeppelin, Deep Purple und Hawkwind, die live alle ebenfalls heftig gejammt haben, war immer der frei improvisierende, experimentelle Ansatz des Krautrock stilbildend für die "spontanen Kompositionen" von Space Debris. Die legendären Can hatten diesen Begriff einst geprägt. Dieses strukturierte Improvisieren steht aber auch dem Jazz der 70er-Jahre und dessen Kind, dem Fusion, der Dynamiken des Rock und Prog aufnahm, nahe. "She´s A Temple" holt in dieser Hinsicht noch tiefer Luft , und so kommen beim Hören der "gottinfürchtigen" Scheibe Erinnerungen an Santana, Return To Forever und das Mahavishnu Orchestra hoch" (Walter Seher/Eclipsed)


Nr. 3/2013: " Der Einstieg des neuen Bassisten Mitja Besen scheint die Initialzündung für ein neues Album von Space Debris gewesen zu sein, nachdem sie sich in letzter Zeit hauptsächlich auf die Veröffentlichung ihrer Archiv-CDs konzentriert hatten. Ziemlich rockig erklingt SHE´S A TEMPLE in rauem, erdigen Sound, wie gewohnt bei dieser Band muß man als Hörer mitspielen un den Longtracks genügend Zeit und Konzentration spendieren, damit diese ihre volle Wirkung entfalten können. Immer wieder verändern sich im Laufe der Songs die Stimmungen, immer wider ziehen andere Bilder vor dem geistigen Auge des Zuhörers auf, beim Titelstück unterstützt vom Covermotiv, auf dem sich Cabanels Venus vor den Ruinen der antiken Wüstenstadt Palmyra räkelt. Wer sich für die gleichzeitig erscheinende Vinylausgabe entscheidet, bekommt mit dem gut fünfminütigen "Zenobian Dance" sogar noch einen Bonustrack dazu"


Kristian Selm vom Printmagazin August 2013 gibt 11 von 13 Punkten und schreibt "Mit ihrem 10.Album begeben sich die Improvisationsrocker von Space Debris wieder auf zeitlich rückwärtsgerichtete Inspirationsreise in die 70er, als man sich noch Zeit nahm und ausgedehnte Instrumentalparts zum festen Bestandteil der Rockmusik gehörten. Die feinen Improvisationsparts werden von satten Orgelsounds und differenzierter Rhythmik unterfüttert, Gitarre und Tasten (u.a. E-Piano) sorgen für die solistischen Parts.Im Vergleich zu den Vorgängeralben ist „She’s a temple“ wieder etwas erdiger, eine leichte Spur härter ausgefallen, vereint jedoch für die Band typische Live-Interaktion mit viel Atmosphäre und wohl durchdachten Dynamiksprüngen, die man in dieser Form vom Quartett aus dem Odenwald kennt. Die Lebendigkeit der Musik ist spür- und hörbar, selbst gewisse inhaltliche Ähnlichkeiten wiegen da nicht so schwer. (...) Die 8 Tracks auf „She’s a temple“ (auf der Vinylversion ist noch ein weiterer Bonustitel enthalten) sind somit einmal mehr mäandernde 70s Songmonolithen, in die man als Hö- rer eintauchen kann, bei denen man beim Einlassen auf diese Art von interaktiver Spielfreude zu einem Teil der Musik wird."


Markus Kerren von schreibt über unsere jüngste CD: "Natürlich gibt es in der RockTimes-Redaktion - neben vielen großen Namen - auch wahre Lieblinge aus deutschen Landen, die der großen Allgemeinheit vielleicht noch nicht so bekannt sind. Um nur mal ein paar wenige Namen zu nennen, wären das zum Beispiel Schluff Jull oder ... ihr werdet es erraten: Space Debris! Diese Combo aus dem Odenwald ist praktisch mit jeder ihrer Veröffentlichungen Stammgast bei uns und wenn man sich die Reviews so durchliest, konnten sie mit bisher jedem Rundling - ob klein und silbrig leuchtend oder groß und schwarz - voll und ganz überzeugen. Auch auf den Rezensenten haben die Süddeutschen seit ihrer Scheibe Three (2006) immer wieder großen Eindruck gemacht. Und jetzt wieder "Three"! Allerdings haben wir es bei "Archive Vol. Three - Deepest View" mit dem dritten Teil einer Archiv-Serie zu tun, mit der die Band noch mal einen Blick zurück in die jüngere Vergangenheit wirft, sowohl auf Live- wie auch Studio-Aktivitäten. Also im Prinzip genau so wie bei Vol. One und Vol. Two, die euch unser Michael Gindra im Mai des letzten Jahres vorgestellt hat. Space Debris sind wirklich etwas Besonderes und ich kann mich nicht erinnern, jemals von einer anderen Band so fantastisch mit Instrumental-Alben unterhalten worden zu sein. Keiner der Musiker braucht sich vor nationalen wie internationalen Vergleichen zu scheuen und dazu hat diese Formation die Gabe, selbst ellenlange Nummern wie zum Beispiel das Titelstück dieser Scheibe (21:30 Min.) immer unter Hochspannung zu halten. Wenn dann noch der Fakt hinzukommt, dass dies gänzlich ohne Gesang geschieht, dann kann man mit Fug und Recht behaupten, dass hier auch kleine Wunder der Arrangier-Kunst vorliegen. Tja, und was soll ich groß drum herum reden, auch auf Part III dieser (noch?) kleinen Serie fahren Space Debris das volle Brett. Space Rock, Kraut, Jazz und eine ganz gehörige Portion Jam sind wieder einmal am Start. Ob die Musiker wie beim Titelsong mal in Allman Brothers Band-Gefilden wandeln, sich mal verstärkt purpelig anhören, vom Jazz angefixt wirken oder in ihren Jams einfach nur in die unendlichen Tiefen des Alls abtauchen, hier scheint alles zu stimmen. Und das Herrliche ist, dass die Truppe den Hörer mitnimmt auf die Reise. Auf die Reise nach ... wo immer du willst! "Anima" ist ein Seelenbruder von den Hawkwind der früheren siebziger Jahre, bei dem die Tasten für die Schwerelosigkeit zuständig sind, die Gitarre und das Schlagzeug den Motor des Sternenschiffs darzustellen scheinen. Dabei driftet das Ganze nie so weit ab, dass es an der der Tür des nächsten Sonnensystems anklopft, sondern bleibt immer schön erdig. Auch mit "Archive Vol. 3 - Deepest View" machen Space Debris noch einmal klar, dass sie offensichtlich nichts falsch machen können. Wer auch nur einen Hauch an Gefallen an Jam-, Space- oder Kraut-Sounds findet, der kann hier gnadenlos zuschlagen. Wie auch bereits die ersten beiden Teile kommt diese Scheibe wohl 'nur' auf CD raus. Aber man darf ja weiterhin auf Neuauflagen hoffen, dann vielleicht wieder in Form von zeitlosem Vinyl? Wie dem auch sei, auch die neueste Veröffentlichung ist wieder ein Trip für sich. In diesem Jahr kann man die Jungs unter anderem auf dem Finkenbach-Festival sowie dem Freak-Valley-Festival in Siegen live erleben.


Bernd Sievers von gibt 8 von 10 Punkten (´hervorragend´): "Vor einem halben Jahr erst öffneten Space Debris ihre Archive und legten zwei randvolle CDs mit bislang nicht verwendeten Studio- und Livematerial vor. Das war alles andere als eine Resteverwertung, denn es kamen damit einige Schätze ans Licht. Auch "Deepest View", der dritte Blick in die eigenen Katakomben, hat den Charakter eines regulären Albums, auch wenn es je zur Hälfte aus Livetracks bzw. Studiostücken besteht. Das deutsche Quartett beweist einmal mehr, daß sich Spontanität und Kalkül nicht ausschließen müssen. Die vielen meist ellenlangen Soli auf verschiedenen Instrumenten mögen improvisiert sein, sie ergänzne sich aber bestens und ergeben ein komplexes großes Ganzes. Das trifft auf Longtracks wie den zehnminütigen "Mary-Joe-Anna" ebenso zu, wie etwa auf das knackige "Reprise Of The Sun". Gerade dieser Track zeigt, dass bei Space Debris auch ein 180-Sekunden-Song funktioniert. Der 21-minütige, stets spannende Titeltrack mit all seinen Orgeln und Gitarren ist und bleibt aber das Highlight. (Eclipsed Februar 2012)


Review von Christian Rode bei den gibt 11 von 15 Punkten:
Der dritte Streich im Reigen der Archive-Aufnahmen! Und die Qualitätsstandards sind mindestens so hoch anzusetzen wie bei den beiden Vorgängern. Momentan bin ich sogar geneigt, das auf Deepest View Gebotene für noch flüssiger und inspirierter und atmosphärisch dichter zu halten als die bisherige Auslese. Der Sound bewegt sich zwischen psychedelischem Latino-Drive a la Santana, abgespaceten Dauerimprovisationen und krautigem Blues und Hardrock. Die Orgel-Sounds erscheinen mir hier noch etwas präsenter, die Gitarre noch ein wenig fetter, der Sound insgesamt einen Tick kraftvoller und lebendiger – wenn das noch möglich ist. Die Stärke von Space Debris liegt eindeutig in der langen Improvisation. Ein kurzes Fragment wie Namber Nine tut dem positiven Gesamteindruck aber auch keinen Abbruch. Fazit: Auch wenn die Darbietungen wieder aus verschiedenen Jahren zusammengewoben sind, ist doch ein einziger Flow über die Jahre hinweg zu spüren. Und es ist immer ein wenig bedauerlich, wenn die absolut stimmigen Improvisationen irgendwann ausgeblendet werden. Als Fan der späten Psychedelic der frühen 70er Jahre könnte man noch wesentlich länger in dieser Musik versinken...
Anspieltipp(s): Reprise of the Sun, Deepest View, Latrino Mortadella II. Vergleichbar mit: Deep Purple, Doors, Allman Brothers, Hawkwind, Santana


Review von Jochen Rindfrey bei den gibt 10 von 15 Punkte:
"Im November 2011 erschien mit Deepest View der dritte Teil der Archivreihe der Ourewäller Band. Enthalten sind Live- und Studioaufnahmen aus den Jahren 2000 bis 2009, also praktisch aus der gesamten Schaffensperiode der Band. Die meisten der wieder komplett instrumentalen Stücke werden hier erstmals veröffentlicht, lediglich die Nr. 6 bis 8 finden sich schon auf Live Ghosts - allerdings nur auf der Vinylausgabe. Space Debris schwelgen auch hier wieder tief in den Klängen der goldenen Siebziger, genau genommen in denen der frühen Siebziger. Röhrende Schweineorgel und krautig solierende Gitarre geben den Ton an in den spacig-psychedelischen Jams, die durchweg mit einem ordentlichen Schuss Härte daherkommen. So in der Art als würde man die psychedelische Abgedrehtheit der frühen Pink Floyd mit dem bodenständigen Hardrock von Birth Control kreuzen. Denn die Odenwälder driften nie zu sehr in höhere Sphären ab, nicht zuletzt die rockige Gitarre sorgt stets für ausreichend Erdverbundenheit. Auch die Doors oder Deep Purple kommen einem immer wieder in den Sinn, wobei Space Debris letzen Endes alle diese Einflüsse zu einer ganz eigenständigen Melange vereinen. In den neueren Stücken macht sich darüber hinaus auch ein jazzrockiger Einfluss bemerkbar, der dem Wechsel an den Tasten geschuldet ist; der neue Keyboarder Winnie Rimbach Sator greift öfters ins E-Piano und sorgt dann für jazzige Akzente. Letzten Endes darf man hier nichts weltbewegend anderes erwarten als auf den ersten beiden Teilen dieser Serie. Aber diese mit viel Kompetenz, Elan und Spielfreude dargereichte Mixtur macht einfach immer wieder Spaß. Nicht zuletzt, weil Space Debris es vermeiden, Weichspüler über die Musik zu gießen.(...)


: "Im letzten Frühjahr wurden die ersten beiden Folgen dieser Archiv-Ausgrabungen veröffentlicht, jetzt folgt mit DEEPEST VIEW der dritte Teil. Auch hier gibt es wieder einen Streifzug durch so gut wie alle Bandbesetzungen, neben Live- sind auch Studiostücke zu hören. Der Titelsong ist eine 21-minütige, sorgsam komponierte Reise in die Tiefsee , im Gegensatz dazu die 2008 live in Zürich aufgenommene Jamsession "Mary-Joe-Anna". Interessant (und Space-Debris-untypisch) auch "Blues", das seinem Namen alle Ehre macht sowie ein paar kurze Schnipsel mit kreativ-verrückten Spielereien. Dennoch lebt der Sound dieser band natürlich vom röhrenden Klang seiner Orgel, die immer wieder für Erinnerungen an die frühen 70er Jahre sorgt. Fast alle Stücke waren bisher unveröffentlicht, nur drei davon gab es bereits auf der LP-Live Ghosts" Ulrich Schwartz (Good Times Rockmagazin 1/2012)


Kristian Selm vom Printmagazin Nr. 74 schreibt:"Nachdem es bereits im Frühjahr 2011 die ersten beiden Ausgaben aus der Schatzkiste von Space Debris gab, folgt nun der dritte Teil. Wie bei den Vorgängern sind hier unterschiedliche Besetzungen im Sudio und auf der Bühne zu hören. Es werden durch die Aufnahmen eine Zeitspanne zwischen 2000 - 2009 abgedeckt. Die spontane instrumentale Interaktion bzw. Improvisation verbindet wieder Elemente aus Psychedelic, Kraut und Progressive Rock, mit verspielten Zutaten aus Blues und 70er Jahre Rock . Das Zusammenspiel aus röhrender Orgel und treibender Rythmik funktioniert einmal mehr bestens und offenbart, dass das zum Großteil bisher unveröffentlichte Material auch auf den offiziellen Alben seinen Platz gefunden hätte. Wie seine 2 Vorgänger ist dieses Archivalbum nur in Kleinstauflage (500) erschienen. "Vol 1" und "Vol 2" sind fast ausverkauft; greifen bei "Vol.3" die Fans ebenfalls beherzt zu, sollte auch hier bald der Sticker "Sold Out" gelten. (10 Punkte)"


Jochen König von schreibt über unsere jüngste CD: :
"Aller guten Dinge sind (mindestens) drei. Mit „Deepest View“ präsentieren SPACE DEBRIS den dritten Teil ihrer Reihe bislang unveröffentlichter Archivaufnahmen. In diesem Fall mit der Ausnahme von "Anima“ und „Astronaut Versus Kosmonaut“, die es bereits als Bonustracks auf die Vinylausgabe der „Live Ghosts“ gab. Wieder handelt es sich um Live-Aufnahmen, was aber beim hohen Improvisations- und Jam-Charakter-Grad der Musik keine Rolle spielt. Beim Klang allerdings schon. „Deepest View“ klingt inhomogener als die beiden Vorgänger, insbesondere die Stücke aus der Weschnitzmühle ("legendärer Proberaum" der Band - deshalb nur quasi-Live) und leider auch aus dem Siegener Belle Epoque (...). Herzstück des Albums ist das 21-minütige Titellied, ein orgellastiger, leicht psychedelischer Krautrock-Brecher, der zum Ende hin fast pastorale Züge gewinnt. Einer der spannendsten Longtracks, die SPACE DEBRIS bislang eingespielt haben. Aber bereits das jazzig verspielte "Mary-Jo-Anna" mit Winnie Rimbach-Sator am Piano überzeugt zu Beginn. Wobei sofort deutlich wird, dass eine saubere Trennung zwischen den beiden Besetzungen (bis 2004 mit Tom Kunkel an der Orgel, 2008/09 mit Rimbach Sator an diversen Keyboards) nicht gesucht wird. Es zeugt von SPACE DEBRIS innerer Geschlossenheit, dass das auch nicht nötig ist; die Reise quer durch die Zeiten, immerhin neun Jahre werden überwunden, funktioniert – bis auf den Klang – erstaunlich gut.(...) Da kann ruhig noch mehr aus den Archiven kommen."


Phil Jackson from Prog-Magazin- 2011:
"Christian Jager is back with his Space Debris collective and a third volume of improvisations as part of the Archive series- Volume 3- Deepest View. And it is the marathon 21:30 of ´Deepest View´that makes the biggest impact on a first listen starting like early Pink Floyd and veering headlong into Focus territory, a feast of nostalgia for the ears and recorded back in 2004 (although it could be 1974!) ´Moon Roots is from the same period and equally combustible Hammond organ stabs trading licks with guitar bends and propulsive drumming. Before that there is a 10 minute loosener from Zurich`09 followed by the Hendrix influenced `Reprise of the Sun`. To come there is a `Blues` followed by an ultra heavy rifferama that would have graced Hawkwind or Hendrix (`Anima`- now established as a Space Debris favourite and one that went down particularly well with the audience). The following track also recorded at Siegen`08 adopts more of a Doors feel with electric piano and shuffling drums, another stand-out. Clearly inspired by the enthusiastic crowd there is a marvellous drum solo on `Astronaut versus Kosmonaut`. And so on- these might be `left overs` but they are amazingly good ones and great for creating a mood of nostalgia for a phenomenal period of musical creativity and energy."


:"Zum zehnjährigen Bandjubiläum schenken Space Debris ihren Fans eine Werkschau bislang unveröffentlichter Titel, die in den letzten Jahren mit diversen Musikern eingespielt wurden. Archive Vol. 1 beginnt mit der über 30-minütigen Weltraumexkursion "Journey To The Starglow Restaurant", einem schrill-farbigen Trip, bei dem die einzelnen Musiker ihre Reife durch die einfühlsamen Improvisationen zeigen. Space Hard Rock im Seventies-Gewand mit heißblütigen Drumparts (´Freeflight`) und das spanisch anmutende ´Don Quichote´ zählen zu den Anspieltipps. Eine Orgelorgie mit einer röhrigen Hammond von der Zappanale (´Whales`, Jazziges (´Who´), Boogie, der manchmal an Deep Purple erinnert (´Clint´) und knallharter Acid-Jam (´Exterra Dive`) repräsentieren die stilistische Bandbreite des zweiten Silberlings Archive Vol. 2: ALL MAN, die beindruckt. Seventies-Hörer die das Experimentelle in der Musik seit Jahren vermissen, können sich problemlos das Space-Ticket sichern, denn die Gruppe hat alte Klänge mit intensiven Soli fusioniert und somit eine längst vergessen geglaubte Tradition fortgeführt." GOOD TIMES-Juni/11 (Alan Tepper)


Kristian Selm vom Printmagazin : "Passend zum 10-jährigen Bandjubiläum machen Space Debris sich und ihren Fans ein ganz besonderes Geschenk. Die Band hat in ihren umfangreiche Archiven gekramt und jede Menge interessantes, bis dato unveröffentlichtes Material übergreifend über alle bisherigen Bandbesetzungen auf zwei, jeweils auf 500 Stück limitierter Archiv CDs veröffentlicht. "Journey to the Starglow Restaurant" wird vom 30-minütigen Titelsong eröffnet und offenbart einmal mehr die Faszination und Qualität von spontanem Zusammenspiel, sofern man sich fast blind untereinander versteht. Denn vieles wirkt hier nicht erst im Augenblick entstanden, sondern folgt einer inneren Dramaturgie, wirkt schon fast wie komplett auskomponiert. Auch das andere, eher kompaktere Material, das sich teilweise dennoch jenseits der 10 Minuten Marke bewegt,lässt Platz für ausgiebige Instrumentalexkursionen, die durchaus spannend und keineswegs selbstverliebt ausgefallen sind. Satter Hammond-Orgelsound, ein virtuoses, druckvolles Rythmusgeflecht und flirrende Gitarrensoli sind die unverkennbaren Markenzeichen der Band aus dem Odenwald. Mit dem Doors-Klassiker "Love Me Two Times" ist weiterhin eine Coverversion vertreten, bei der Schlagzeuger Christian Jäger stimmlich den Morrison mimt. Das zweite Archivalbum "All Man" enthält ausschließlich Livetitel, mitgeschnitten bei unterschiedlichen Auftritten und Festival Gigs (u.a. Zappanale 2007). Gerade live, mit der unterstützenden Energie, die ein Publikum ausstrahlt, kommt noch etwas mehr Lebendigkeit und Euphorie bei der gedanklichen Umsetzung von improvisierter Musik hinzu. Zwei sehr gelungene Streifzüge durch die Historie von Space Debris." (2 Bewertungen K. Selm 10 und V. Mantei 11 Punkte)


Michael Gindra von schreibt: "Zehn Jahre gibt es sie nun schon, die Jam-Institution aus dem Odenwald: Space Debris. Und zu diesem Jubiläum hat der Kopf und auch das Multitalent der Band Christian Jäger (Artwork, Mixing, Mastering, Vertrieb, Schlagzeug, Gesang) in den verborgenen Archiven gegraben und so einiges an unveröffentlichten Perlen hervorgezaubert. Mit zwei prallvoll gefüllten Silberscheibchen bekommt der Fan von psychedelisch ausufernden Jamsessions hier das volle Brett. Die Musik von Space Debris ist schwer in die gängigen Genre-Schubladen einzuordnen: Von Kraut-, Space-, Psychedelic Rock, Progressive, Jam- bis hin zu 70er-Hard Rock ist alles vertreten. Alle Stücke sind als Spontankompostionen im Studio oder auf der Bühne entstanden und wurden ohne Overdubs eingespielt, lediglich bei "FreeFlight" wurde ein kurzer Science-Fiction-Dialog eingeblendet. Scheinbar mühelos wechseln die Jungs vom psychedelischen Jam Rock über Kraut- zum Jazz Rock, ohne dass die Stücke bombastisch progressiv klingen. Die Improvisationen bauen immer wieder eine Spannung auf, sodass zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommt. Space Debris sind für mich so etwas wie der 'Missing Link', der die genannten Musikstile zu einer neuen musikalischen Kunstform zusammenführt und diese gekonnt und exzellent zelebriert. Allein schon der 30-minütige Longtrack "Journey To The Starglow Restaurant" ist ein monumentales Soundepos, das auch bei mehreren Durchläufen den Hörer immer wieder neue Grooves, Riffs, Soli und ungeahnte Wendungen entdecken lässt. Diesen Song wird man so schnell nicht überdrüssig und er ist allein schon den Kauf der CD wert. Wenn Christian 'Kick it like Bonham' Jäger im einzigen Coversong der Band ("Love Me Two Times") den Jim Morrison abgibt, merkt man sofort den Spirit der späten 60er. Wenn er abwechselnd und scheinbar mühelos einmal wie Ian Paice klingt, dann wie Bonzo oder auch Cans Jaki Liebezeit, wenn Tommy Gornys Gitarrensound an Ritchie Blackmores legendäres Riffgewitter erinnert, der Bass das nötige Soundgerüst liefert und dazu noch Tom Kunkels Hammond-Orgel schwer ächzt und stöhnt wie einst bei Jon Lords legendären Liveauftritten mit Deep Purple, dann ist das Gefühl der 70er sofort wieder da. Aber es kommt auch ein bißchen Wehmut auf, da Kunkel ja bekanntlich nicht mehr im Line-up der Band vertreten ist. Winnie Rimbach Sator (Karmic Society, Obskuria, Treacle People) ist zwar ebenfalls ein Könner der Tasten, sein Spiel ist jedoch mehr an sphärische Synthesizersounds orientiert, was dem Stil der 'Weltraumtrümmer' aber auch zusätzlich neue Facetten einbringt. Ich selbst war bereits in der glücklichen Lage, einen der wenigen Space Debris-Auftritte zu sehen, und zwar am 26. Juni 2008 in der Oettinger Villa Darmstadt. Auch damals war ich von der musikalischen Zeitreise absolut begeistert und diesen Spirit bringen die beiden Silberlinge perfekt rüber. Wären Space Debris bereits in den Sixties auf Tour gewesen, hätten sie locker auf dem Woodstock-Festival 1969 die Massen mit ihrem psychedelischen Sound begeistern und auch so manchen Rockfan in den 70er- und 80er-Jahren die Kinnlade herunterklappen und die großen Namen vergessen lassen können. Anno 2011 sind die sympathischen Odenwälder leider immer noch so etwas wie ein Geheimtipp, aber es liegt an euch, dies zu ändern: CDs kaufen, Kopfhörer aufsetzen und in den ganz persönlichen Trip abdriften - und das ganz legal."


Jochen König von schreibt:
"Mit dem Titellied legt die Band gleich ihr Magnum Opus des Albums vor. Ein halbstündiger Trip zum Restaurant Sternenglanz. Hier zeigt sich bereits, was für SPACE DEBRIS kennzeichnend ist. Obwohl die Musik sich scheinbar im freien Improvisationsraum treiben lässt, wird die Spannung konsequent hoch gehalten. Denn dieser lange Ausflug erfolgt keineswegs ziellos. Tom Kunkel fabriziert alles andere als weichgespülte Sounds auf seinen Keyboards. Er bevorzugt an- und abschwellende Hammondklänge und -attacken, Christian Jäger spielt dazu präsente und eruptive Rhythmen. Bass und Gitarre bleiben etwas im Hintergrund, liefern aber in entscheidenden Momenten pulsierende Farbtupfer. Einprägsam bei Hypnotic Jerks" zu hören. Ausufernder Krautrock mit Classic-Rock-Anklängen trifft auf eine gelegentlich geradezu südamerikanische Leichtigkeit, bleischwere Orgelriffs werden von abwechslungsreichen Rhythmen locker getragen. In "Freeflight" gibt es eine Verbeugung vor leicht frickeligem Jazzrock, der sich mit einem Science Fiction-Soundtrack paart. Mit der Prä-SPACE-DEBRIS Aufnahme "Love Me Two Times" aus dem Jahr 1994 findet sogar die erste(!) Coverversion ihren Weg auf einen Silberling. Christian Jäger wird zwar kein zweiter Jim Morrison, aber er macht seine Sache als Sänger ganz ordentlich, wie die Interpretation insgesamt gelungen ist, auch wenn ihr die fordernde Präsenz der DOORS etwas abgeht. FAZIT: Was bei SPACE DEBRIS in den Archiven schlummert, ist alles andere als ein schäbiger Rest, der unter dem Jubiläumsdeckmantel jetzt verwertet werden soll. >Journey To The Starglow Restaurant< fällt gegenüber den regulären Alben keinen Deut ab und ist lebhafter Rückblick und Bestandsaufnahme einer Band, die vor Energie strotzt. Seit (mehr) als einem Jahrzehnt. Bis auf eine Ausnahme instrumentaler Rock, verspielt und zupackend, einfach, aber nicht schlicht, der seine Vorbilder und Vorlieben zwar kennt, sie aber nicht über die Maßen hofiert. Nicht nur für Liebhaber satter Orgelklänge empfehlenswert."


Jochen König vom :
"All Man" legt gegenüber dem Studio-Pendant noch einen Zacken zu. Etwas mehr als eine halbe Stunde sitzt Tom Kunkel an den Keyboards und rahmt die Auftritte seines Nachfolgers Winnie Rimbach-Sator ein. Eine freundliche Dramaturgie, die zudem zeigt, dass es keinen Bruch in der Musik der Odenwalder Band gegeben hat. Rimbach-Sator setzt leicht andere Akzente u.a. durch gekonnten "Riders On The Storm"-E-Piano-Einsatz -, was den SPACE-DEBRIS-Sound erweitert, ohne ihn in gänzlich andere Sphären abdriften zu lassen. Dass beide Keyboarder hervorragend nebeneinander bestehen können, zeigen das fantastische, rhythmisch zupackende und melodisch-mitreißende "Whales" (Tom Kunkel), dargeboten auf der Zappanale 2007 und das direkt anschließende "Who" (Winnie Rimbach-Sator), welches jene oben erwähnte "Riders On The Storm"-Reminiszenz enthüllt und überhaupt ein ziemliches Unikum ist. Entert doch ein "unknown singer" die Bühne und liefert eine professionelle Einlage ab. Die Band ebenso, geht sie doch ohne Umschweife auf die spontane Gesangsbegleitung ein. Wie schon bei "Volume I" gibt es auch beim zweiten Griff in die Archivkiste keine Aussetzer. Im Gegenteil, SPACE DEBRIS leibhaftige Präsenz ist sogar noch eine Spur abwechslungsreicher und lebhafter geraten. Ist "...To The Starglow Restaurant" eher ein rauschhaft-mäandernder Trip, so tanzt "All Man" den Exterra Dive. Eine höchst gelungene Mischung aus dem psychedelischen Rock der DOORS (nicht ganz so düster und verzweifelt), klassischem DEEP-PURPLE-Hard-Rock, funkelndem Jazz (herzliche Grüße an JIMMY SMITH und BARBARA DENNERLEIN) und einer gehörigen Prise Krautrock, der genau weiß, was zwischen Surrey und Canterbury abgeht.FAZIT: Rundum gelungener zweiter Teil der Archivausgrabungen Christian Jägers. Legt gegenüber dem Erstling sogar noch eine melodische Schippe drauf. Geeignet für Kopfhörer und ausufernden Scheunentanz. Klanglich hinkt es "Journey To The Starglow Restaurant" einen Tick hinterher. Aber schließlich handelt es sich um keine filigrane ECM-Aufnahme, sondern um das pralle Musikerleben. Zumindest einer Vorstellung davon. Eine, die zu keiner Sekunde langweilt. "Take It Easy Baby, Take It As It Comes" SPACE DEBRIS wissen und können es und lassen es kommen....


In Harry Schmidts Radiosendung "progdependent" bei "afx-MAX" lief am 12.5.11 um 23 Uhr unser Titelsong in voller (30 Min.-)Länge, O-Ton von Harry: "Ich höre gerade den 30-Minüter und bin fassungslos! Dieses Stück ist sensationell! Habe zwar noch 9 Minuten, bin aber jetzt schon derart hingerissen, eigentlich müsste sowas auf eine reguläre Scheibe. Grossartig, Drumming und Orgel sind wirklich faszinierend, dass es dann auch die Gitarre als Counterpart immer wieder schafft, das macht es so richtig rund. Ich werd das als Longtrack in die nächste Sendung am 12. Mai nehmen. 1000 Dank!"


Das Rock Magazin beschreibt uns gleichzeitig als "Jam-Jazzrock" und im selben Atemzug "artverwandt mit 13th Floor Elevators und Ten Years After" - wenn das keine musikalische Akrobatik ist! "Anläßlich ihres zehnten Geburtstags, nach dem Stöbern in ihren Archiven, versammelt Space Debris nun auf ihren Releases 7 + 8 bisher übersehene musikalische Schätze. Im Mittelpunkt der ersten CD steht das 30-minütige Titelstück ´Journey To The Starglow Restaurant´, das aber stellenweise zu langatmig geraten ist. Viel knackiger, bissiger, grooviger und eleganter improvisieren Space Debris in den Stücken ´Freeflight´ und ´Bilham´. Die Stücke stammen aus allen Perioden der Band, also ist noch Tom Kunkels famose Hammond-Orgel zu hören. Das bereits 1994 aufgenommene Doors-Cover ´Love me Two Times´ erstaunt mit dem Gesang von Drummer Christian Jäger. Das zweite Album besteht aus 9 Livetracks, die zwischen 1998 und 2010 mitgeschnitten wurden. Gerade den aktuelleren Aufnahmen merkt man die Vielfalt an, die der neue Keyboarder Winnie Rimbach-Sator in die Band brachte. Space Debris haben sich zu einer festen Größe der hiesigen Jam-Jazzrock-Szene gemausert. Kleines Bonbon: "All Man" erscheint im 3D-Cover. Artverwandt mit: Ten Years After, Trigon, 13th Floor Elevators, Gov´t Mule.(Bewertung je 7 von 10 Punkte "souverän") ECLIPSED- Juni/11 Bernd Sievers


Hier ein übersetzter, spanischer Review von: "thebootyhunters.blogspot.com"
"Mit Volldampf – so fängt das neue Album von Space Debris an. Das deutsche Quartett, das Musik der Siebziger improvisiert, hat ein Meisterwerk veröffentlicht, das sich über mehrere Volumes verteilt. Heute werden wir uns mit den irregulären Klängen des ersten Volumes beschäftigen. Ohne lange zu fackeln legen diese Klassemusiker gleich mit einem halbstündigen Set los, das aus sechs Teilen (- a. Starship - b. Meteors - c. Fog - d. Black Hole - e. Door - f. Ritual) besteht, voller musikalischer Abwechslung mit massig Keyboard, Psychodelics und Krautrock von einst. Dieser top-progressive Teil reicht zwar bereits für eine Quali-LP aus – es kommt aber noch wesentlich mehr: Drei Themen mittlerer Dauer mit einer Vielzahl von Rhythmen unterschiedlicher Tonalität - insgesamt eine richtig gute Improvisationsreihe mit Einflüssen verschiedenster Typen: Jazz-Fusion, Karibikrhythmen, deutscher Krautrock, schmutziger Hardrock, etwas Space, 70ies Psycho – alles umrahmt von endlosen Riffs und Zupfern. Aber das ist noch nicht alles: die Jungs haben sich getraut, eine Version des Doors-Klassikers „Love Me Two Times“ aufzunehmen. Bei diesem bekannten Cover haben sie es geschafft, die Aufnahmentechniken dieser goldenen Epoche erfolgreich zu imitieren. Und wenn wir schon bei Homages sind – eine Anspielung auf den großen Ritter "Don Quichote" gibt es ebenfalls, die in uns Bilder einr großen abenteuerliche Reise oder an ein episches Duell weckt. Das Album endet mit einer Reflexion: Verzerrung, Space-Junkies und gnadenlose Percussions zu einer im Hintergrund immerwährenden harmonischen Erinnerung aus Tastenschlag und Wind. Auf ihr Wohl!"


Volker Mantei von ragazzi-music schreibt : "Space Debris lassen ihre Archiv-Schätze nicht in geheimnisvollen Bankschließfächern verrotten. Die Live-Band hat unzählige Konzerte absolviert und die Bänder mitlaufen lassen. So füllte sich der Speicher und damit die Aufgabe, das Material zu durchforsten und sortieren, Spreu von Weizen zu trennen und Perlen aneinanderzureihen. Gewiss sind die beiden randvollen CDs der Jam-/Space-Rocker im stilistischen Bereich zwischen Hardrock alter Deep Purple-Schule und epischem Jazzrock längst nicht alles, was die Band live zelebrierte, aber ein faszinierender Ausschnitt immerhin, der die bisherigen Alben ergänzt und zu neugierigem Hören einlädt. Auf Volume One sind 7 Tracks enthalten, drei niedlich kurze und nett knackige Songs am Ende der CD, vier Longtracks mit abenteuerlichen Namen zuerst. Gesang gibt es nur, wenn aus dem Publikum jemand auf die Bühne steigt. Space Debris brauchen keinen Sänger, keine Lyrics, alle Stücke sind instrumental aufgebaut, die Kompositionen sind Rahmen, Skelett für illustres Jammen und Solieren. Hektik und Stress sind dabei nicht auszumachen, die Band arbeitet verinnerlicht, gut aufeinander eingespielt, das epische Format locker und ideenreich füllend. CD2 hat 9 Tracks, zwischen einer und 16 Minuten lang, wie auf CD1 überwiegend Longtracks. Die Besetzung ist bis auf die Position des Tastatieure stets gleich (abgesehen von Gästen), der ‚alte' Hammond-Mann Tom Kunkel hat einen anderen Ansatz als der ‚junge' Winnie Rimbach Sator, und doch ist der Space Debris Sound stets als der eben dieser Band auszumachen. Tom Kunkel arbeitet kraftvoller, mehr an der Front, deftiger, schwerer Sound malend, Winnie Rimbach Sator baut wüste Soli, oder er malt den Background bunt aus. Beide Keyboarder sind einfallsreich und wissen die Energie der Kompositionen illuster zu spielen. Peter Brettel am Bassbrett und Christian Jäger am Schlagzeug arbeiten die differenzierten Rhythmusstrukturen kraftvoll und energisch aus, reisen aber ebenfalls in der melodischen Struktur und sind längst nicht nur Basis für die Keyboarder und Gitarrist Tommy Gorny, der schneidend scharfe Soli grandios zu spielen weiß, episch-sphärisch Energie und Dynamik der Komposition am Laufen hält oder mit den Keys im Jam-Kosmos unterwegs ist. Der Sound der ohne Overdubs auf den CDs präsentierten Songs ist stets angenehm und gut anzuhören, gewiss nicht stetig perfekte Studioqualität, jedoch ohne Makel oder Einbrüche. Die Band feiert 10 Jahre Bestand, Track eins der zweiten CD stammt allerdings aus dem Jahr 1998, es gab also ein Vorleben. Die Aufnahmen stammen aus verschiedenen Jahren, CD2 listet die Jahreszahlen der Aufnahmen auf, die erste CD wollte das nicht. Die Jams können gut am Stück gehört werden, manches fließt locker vorbei, anderes nimmt mit spannungsreichen Läufen gefangen, beides ist gut und nichts schlechtes Liedgut. Bis auf: einziger - und abscheulicher - Qualitätseinbruch ist das voll rottige "Exterra Dive" auf Volume Two, 2005 in Michelstadt mitgeschnitten. (...) Bestes Stück ist nicht der 30 Minuten lange Titeltrack auf CD1 (fast!), sondern "Whales", 2007 auf der Zappanale mitgeschnitten. Beide Alben, randvoll mit Jazzrock, Hardrock und vitalen Space-Jams sind für Fans empfehlenswert, trotz des bösen Ausfalls."


Christian Rode von den schreibt: "10 Jahre nach dem offiziellen Gründungsdatum erscheinen 2011 nun zwei Rückblicke mit unveröffentlichtem Material der Jam-Rock-Combo aus dem Odenwald. Die Spezialität des Space Debris Projects war und ist eine improvisierte, instrumentale Rockmusik im Stil der frühen 70er Jahre eine Art Mischung aus Traffic, Grateful Dead, Deep Purple, Santana, Doors u.a., ohne dass man eine einzige Quelle nennen könnte. Der Sound der live mal als Quartett, mal als Trio (mit Bass von der Hammond) agierenden Gruppe wird durch das lebendige Wechselspiel von Rockgitarre und Orgel bzw. E-Piano bestimmt, zusammengehalten vom treibenden Schlagzeug. Archive Volume Two mit dem Titel „All Man“ enthält allerhand Live-Material der letzen 10 Jahre, eingeleitet von einem kurzen Stück aus dem Jahr 1998, das aber gut ins Gesamtbild passt. Der etwas größere Unterschied wird durch den Wechsel an den Keyboards markiert. Auf den Stücken 3 bis 6 ist nämlich der neue Keyboarder Winnie Rimbach Sator zu hören, der auch gerne mal zum doorsmäßigen E-Piano greift und überhaupt den Sound ein wenig in eine jazzrockigere Richtung verschiebt. Tatsächlich Neues darf man von Space Debris auf dieser Sammlung von Archivstücken - wie auf Volume One - nicht erwarten: zum einen handelt es sich eben um eine Sammlung durchweg hörenswerter Jams, die ihren Weg allein aus platztechnischen Gründen bislang nicht auf eine der regulären Space-Debris-Scheiben geschafft haben. Die Qualität der meist längeren Live-Sessions ist vorzüglich. Zum anderen verstehen Space Debris unter Improvisieren das Zusammensetzen von Retro-Sounds genannten Stils zu einem organischen Ganzen, das weniger durch eine Schockierung traditioneller Hörgewohnheiten glänzt als durch eine warme, gefühlvolle und mitreißende Performance. Und dies gilt für Live- wie Studioaufnahmen gleichermaßen! Die CD - eine LP-Ausgabe gibt es diesmal nicht - findet ihren adäquaten Vorgänger auf der CD Archive Volume One - Journey to the Starglow Restaurant, die Studio-Sessions der Band enthält. Dieser Einblick ins Archiv ist ein Geschenk für die Fans und natürlich allgemein auch für Freunde des psychedelisierten Rock der frühen 70er."


Jochen Rindfrey schreibt ebenfalls für die : "Na so was, da gibt es doch tatsächlich eine Progband aus meiner Heimatregion, und erst ein Jahrzehnt nach deren Gründung lerne ich sie kennen! Zu ihrem zehnjährigen Jubiläum 2011 brachten Space Debris aus dem Odenwald zwei Archiv-CDs heraus mit... ja, mit was eigentlich? Irgendwelchen unveröffentlichten Raritäten vermutlich? Leider erfährt man zumindest im ersten Teil nichts näheres, keine Aufnahmejahre oder sonstige Informationen. Der Name Space Debris lässt ja schon mal Spacerock vermuten, und auch einige Songtitel deuten in diese Richtung. Damit liegt man nicht unbedingt verkehrt. Das Odenwälder Quartett liefert ausufernde spacig-psychedelische Jams, deren Ursprung man eher in den späten 60ern und frühen 70ern als im 21. Jahrhundert vermuten würde. Angetrieben werden diese von Tom Kunkels wunderbar dreckig röhrender Orgel, deren Sound schon alleine zum perfekten Retro-Feeling beiträgt. Dazu lässt Gitarrist Tommy Gorny die E-Klampfe ordentlich schneiden, sägen und krachen, was die Musik gelegentlich hardrockige Gefilde streifen lässt. Die Rhythmusfraktion aus Trommler Christian Jäger und wechselnden Bassisten spielt solide und abwechslungsreich, so dass trotz der langen Spielzeiten nie der Spannungsbogen nachlässt. Natürlich kann man nicht behaupten, dass diese Musik besonders neuartig ist. Im Gegenteil, die Insiprationsquellen Doors, Deep Purple, Traffic und was es vor 40 Jahren halt noch so an Jamrockbands gab, sind überdeutlich herauszuhören. Aus diesen Ingredienzen mixen die Odenwälder dann aber einen letzten Endes doch eigenständig klingendes Gebräu, und im Gegensatz zu manch anderen Retrorockern bieten Space Debris keine weichgespülte Version der Musik ihrer Vorbilder, sondern sorgen mit Druck, Dynamik und Spielfreude für anhaltendes Hörvergnügen. Mit dem Doors-Cover Love Me Two Times gibt es in dieser Sammlung auch eine Fremdkomposition, die auch das einzige Stück mit Gesang ist. Durch seinen deutlichen Blues-Einschlag fällt dieser Song ziemlich aus dem Rahmen. Empfehlenswert fur Kraut-Space-Psychedelik-Liebhaber! Zu Vol 2: Musikalisch gibt es einige kleine, aber feine Unterschiede zum ersten Teil. Für die sorgt insbesondere der auf vier Stücken zu hörende neue Tastenmann Winnie Rimbach Sator, der neben der röhrenden "Schweineorgel" auch mal in die Tasten des E-Pianos haut und dann der Musik einen deutlichen jazzigen Einschlag verleiht (Go East z.B.). Auch sonst scheinen mir diese Aufnahmen musikalisch (noch) vielfältiger als die des ersten Teils, sie ergeben wieder eine wunderbare Melange unterschiedlichster Spielarten der Rockmusik der guten, alten 70er. Neben Doors, Deep Purple und Traffic kommen einem dabei auch immer wieder Santana in den Sinn. Und auch hier gilt wieder: keine weichgespülte Version für ältere Semester, die sich gemütlich an ihre wilden Jugendtage erinnern wollen, sondern stets packend, treibend, voller Druck und Dynamik. Die Klangqualität ist tadellos. (...) eine dicke Empfehlung für Liebhaber des Jam-Kraut-Space-Psychedelic-Sonstwas-Rock!


Hier ist unser erster türkischsprachiger Review: sayko35.blogspot.com: "Space Debris' in yayinlayacagim son albümünde sira. Son zamanlarda ilk kez bir grubun diskografisini bu denli istahla dinledim. Live albümde de hersey son derece yolunda. Yine uzun dogaçlamalar, yine gitar atraksiyonlari, hammond orgun ruhani sesi. Albümde dokuz parça bulunuyor. Siki krautseverlerin tekrar tekrar dinlemek isteyecegi türden bir grup. Keyifli dinlemeler..."

(Der Online-Übersetzer macht folgendes draus: "Space Debris´ letzte Album Veröffentlichung. Kürzlich hörte ich eifrig zum ersten Mal eine Platte dieser Gruppe. Ein Live-Album, alles ist auch sehr gut. Sogar die langen Improvisationen, wenn die Gitarre Attraktionen macht, mit spirituellem Hammond-Orgel-Sound. Es gibt neun Tracks auf dem Album. Kraut-Liebhaber werden es mögen, um es immer und immer wieder zu hören von einer seltenen Art von Gruppe. Genießen Sie ...")



Christian Rode ergänzt seinen CD-Review beim , nachdem er die LP-Version getestet hat: "Vinyl-Fans haben es besser. Mit der Veröffentlichung von Live Ghosts endlich auch auf Do-LP kommen auch die zu ihrem Recht, die möglicherweise gemeckert hatten, weil die CD nur so „kurz“ war. Denn die Do-LP enthält auf der vierten Seite drei Stücke, die auf der CD nicht zu hören sind! Es handelt sich dabei um einen Mitschnitt des Auftritts vom 21. August 2008 in Siegen im Rock-Club „Belle Epoque“. Die Stücke atmen die gleiche geile Atmosphäre, die ich bereits in meiner Rezi zur CD-Ausgabe beschrieben habe. Besondere Aufmerksamkeit dürfen hier die Drums genießen, denn Schlagzeuger Christian Jäger spielte hier zum erstenmal Live sein „weißes '75er mit 24'' Bassdrum“ und war wie auf dem Album zu lesen „total angekickt von dem Sound“. Apropos Sound: Die Aufnahme des Belle-Epoque-Mitschnitts geschah mit nur zwei Mikros, und wirkt dadurch sehr natürlich und ist zugleich doch von guter Qualität. Und weil die Musik von Space Debris eben kein Kunstprodukt ist, sondern das pralle Leben, ist hier auch mal ausnahmsweise tatsächlich mehr mehr und damit – egal ob Vinyl-Fan oder nicht - die LP der CD vorzuziehen! (Bewertung: 13 von 15 Punkten)

Jochen König von vergibt 12 von 15 Punkten: "„Live Ghosts“, das fünfte Album von SPACE DEBRIS, die sechste Veröffentlichung, wenn man die Burg Herzberg-DVD mit einrechnet, ist alles andere als ein typischer Konzert-Mitschnitt. Denn hier wird kein kurzer Abriss der Bandhistorie in seiner lebhaftesten Form geboten. Bis auf „Love Weibrator“ und „Mountain Rising“, die erste Inkarnationen auf dem Burg Herzberg-Festival erlebten, sind die restlichen sieben Stücke bei Auftritten in Weinheim und Darmstadt Neueinspielungen, bzw. Improvisationen. „No overdubs“ verkündet das Booklet. Die scheinen auch nicht nötig, so aufeinander abgestimmt, spielfreudig und sicher präsentiert sich die Band aus dem Odenwald. Nun sind sie ja erfahrene Hasen, die mit ihrer zwischen Krautrock, Psychedelic, Progressive-, Jam- und Hardrock pendelnden Musik seit über 15 Jahren unterwegs sind, aber etwas ist schon besonders an „Live Ghosts“. Präsentiert doch die Homepage die vier Musiker als SPACE DEBRIS „MKII“, ein ironischer Verweis auf die vielleicht beste, zumindest aber wegweisende, DEEP PURPLE Besetzung. Keyboarder Tom Kunkel, des Tourens müde, hat zum Bedauern seiner Mitmusiker, aus freien Stücken die Gruppe verlassen. Seinen Platz nimmt Winnie Rimbach-Sator ein, der bereits bei den TREACLE PEOPLE, der KARMIC SOCIETY und den nicht minder exzellenten OBSKURIA an den Tasten saß. Bei ihm von einem Ersatz zu sprechen wäre maßlos untertrieben. Rimbach-Sator passt sich wunderbar ins Bandgefüge ein und erweitert den SPACE DEBRIS-Sound um reizvolle Nuancen. Seien es DOORS-Anklänge, oder jazzige Piano-Phrasierungen, die wie selbstverständlich Einzug halten. Auch im direkten Zusammenspiel mit Gitarrist Tommy Gorny („Transmigration“) zeigt sich seine Anpassungsfähigkeit und Flexibilität. Den gewohnt souveränen Rückhalt gibt die starke Rhythmusfraktion mit Bassist Peter Brettel und Drummer Christian Jäger. So ist „Live Ghosts“ eine musikalisch und klanglich stimmige Angelegenheit. Die instrumentalen Songs zeigen sich kompakter als auf den vorherigen Alben (so weit man bei Längen von knapp fünf bis elf Minuten von „kompakt“ sprechen kann) und das steht SPACE DEBRIS gut zu Gesicht. Rhythmisch komplex und von treibender melodischer Kraft überzeugt „Live Ghosts“ auf ganzer Linie. Wohlgeraten sind auch wieder die musikalischen Reminiszenzen (DEEP PURPLE - „Transmigration“, PINK FLOYD – „Omnitron“, etc.), die spielerisch und unaufdringlich eingebaut werden. FAZIT: Mit neuem Keyboarder live eingespielt, ist SPACE DEBRIS’ aktuelles Album die gelungene Fortführung und Erweiterung des eigenen Sounds. Neun kraftvolle Stücke die sich in der Rock- und Jazzgeschichte wohlfühlen, ohne zu einer bloßen Retroschau zu verkommen. Die Eckpfeiler mögen Progressive-, Jam-, Psychedelic, Hard- und Jazzrock sein, doch SPACE DEBRIS brauen daraus ihren eigenen, homogenen Saft, der auch (oder gerade?) heute äußerst bekömmlich ist. Eine Diskographie ohne Aussetzer, eine hörbare Weiterentwicklung – wir dürfen auf die Zukunft gespannt sein."


Das Print-Magazin schreibt: "Musik, die spontan aus dem Augenblick heraus entsteht. Dies ist das simple, aber überaus effektvolle Konzept, mit dem Space Debris seit vielen Jahren zusammenspielen. Ganz so simpel ist die ganze Sache natürlich nicht, denn das Quartett hat mittlerweile ein solch innerliches Verständnis untereinander für sich gefunden, dass ihre ausufernden Jams, die deutlich von den 70ern in all seinen Rockschattierungen beeinflusst sind, einer eigenen Logik folgen und oftmals wie komplett durchkomponierte Songs mit entsprechendem Spannungsaufbau klingen. Das Faszinierende dabei ist, dass die Vier ein recht breites spielerisches Repertoire abdecken, welches von energiegeladenem Rock / Hard Rock, gefühlvollem Blues, bis hin zu Jazz Rock, Space und Krautrock reicht und trotz sehr viel Atmosphäre und klanglicher Authentizität, natürlich in erster Linie von den spontanen, solistischen Einflüssen lebt. Abwechselnd erhalten die Solisten Raum für ihre improvisativen Ausgestaltungen. Die Orgel ächzt, die Synthies quietschen, die Gitarre jault und kreischt, alles zusammengehalten von einer groovigen, aber stets sehr tighten Rhythmustruppe. Entstanden die Vorgängeralben zum Teil als Zusammenstellung aus Mitschnitten von diversen Sessions im Proberaum, so ist „Live ghosts“ im wahrsten Sinne des Wortes ein Livealbum, da es bei zwei Auftritten in Weinheim und Darmstadt im Juni letzten Jahres entstand. Und irgendwie scheint der Auftritt vor Publikum die Band nochmals zu beflügeln, da man eben sofort Reaktionen zum Gespielten erhält, die Interaktion möglich ist. Ein Improvisationsalbum, das einmal mehr richtig Laune macht." (Kristian Selm)


In der WOODSTOCK-EXTRA-Ausgabe des Rockmagazins Juni 2009 ist die Platte unter den 20 "Top-Alben/Highlights der aktuellen Ausgabe": "Space Debris haben sich mittlerweile fest in der Jam/Psych-Szene etabliert. Nach vier Studiowerken liegt nun ihr zweites Livealbum vor. "Live Ghosts" wurde an zwei aufeinander folgenden Tagen im Juni 2008 eingespielt und könnte die Geister von Grateful Dead oder 13th Floor Elevators erwecken. Auf neun Tracks, die überraschenderweise gar nicht mal so lang gerieten - lediglich "Science Fiction Is Today" überschreitet die 10-Minuten-Marke - und daher auch nicht unbedingt Jamrock-Charakter afweisen, spielten sich Space Debris tief hinein in den Sound der frühen 70er: Duette und Duelle zwischen Orgeln und Gitarren prägen den Sound. Beiden Instrumenten wurden Platz zur vollen freien Entfaltung gegeben und die Musiker nutzen ihn. Die Soli sind durchweg erstaunlich. Winnie Rimbach-Sator hat Tom Kunkel am Keyboard abgelöst. Dessen fette Hammondorgel fehlt nun, doch auch Rimbach-Sator setzt auf alt klingendes Equipment - und gelegentlich aufs Piano. "Live Ghosts" ist Spielfreude pur und macht beim Zuhören richtig Spaß." (Bernd Sievers, Wertung: "Souverän") Auf dem Heftsampler ist der Song "Solarization" mit dem Kommentar: "SD celebrieren einen famosen 70er-Jahre Retrosound, lassen weder Orgelsolo noch Gitarre-Freakouts aus. Alles hinterlegt mit jazzrockigen Ryhtmusstrukturen und ebensolchen Pianopassagen" (Marcus Wicker)


Das Rockmagazin schreibt in seiner 100. Ausgabe 3/2009: "Space Debris haben bislang fünf Alben veröffentlicht, die alle in der Krautrock-Tradition der frühen Siebziger standen. Mit einem neu hinzugekommenen Organisten führen Sie Ihren musikalischen Ansatz fort, der in Improvisations-orientierter Musik liegt, bei der besonders Gitarre und Orgel eine tragende Rolle einnehmen. Siebziger Rock ("Love Weibrator"), dynamischer Jazz/Fusion ("Latrino Mortadella"), Space Rock mit einem Hauch Hawkwinds ("Dance Of The Holy Orbit") und Tracks mit langen Parts, die an Tangerine Dream oder die Cosmic Jokers erinnern ("Solarization", "Electric Eagle"), werden im Kontext freier Passagen gebracht. Dynamische Einspielungen, ein lebendiger Livesound und ausgefallene Ideen vereinen Tradition mit der Moderne." (Good-Times/Alan Tepper)


Uli Heiser von schreibt: "Space Debris legen mit "Live Ghosts" ihr sechstes Album auf. Wie der Name bereits vermuten lässt, sind die Stücke live und stammen zu einem Teil von dem Auftritt am 27. August 2008 im Cafe Central in Weinheim (1, 2, 3 und 7), die anderen Tracks aus der Öttinger Villa in Darmstadt am 26. August 2008. Dass bei den Shows sicher mächtig Stimmung herrschte, nehme ich an, wenn ich meine Review zur Herzberg-DVD Revue passieren lasse. Da hat sich sicher nichts verändert. Wohl geändert ist aber das Line-up. Statt Tom Kunkel sitzt und steht nun Winnie Rimbach-Sator an den Tasten und der eröffnet auch die Platte mit "Solarization", bis Drums, Bass und Gitarre regelrecht einfallen. Und gleich befinden wir uns inmitten einer dichten Symbiose aus instrumentalem Jam und dadurch erzeugter genreübergreifender Reise durch Krautrock- und Psychedelic-Welten. Groovig und rhythmisch schließt sich der "Love Weibrator" (!) an und begeistert durch leicht fusionmäßige Klänge. Melodisch und packend stürmt das Stück nach vorne, aufgepeppt durch Breaks, die jedem Instrument auch Raum für Eigenes lassen. Überhaupt kredenzen Space Debris eine gelungene und spannende Mischung aus jazzigen und rockigen Anleihen, aus denen sie eine eigene Mischung kreieren. Winnie Rimbach-Sator, den gewissenhafte RockTimes-Leser sicher aus den Reviews zu Karmic Society, Obskuria und den Treacle People kennen, hat sich vorzüglich ins Bandgefüge integriert und setzt hier und da neue Akzente. Die Stellung der Keys ist schließlich eine omnipräsente in dieser Band. Ob nun rollender Blues Rock ("Transmigration") oder Fusion ("Latrina Mortadella" mit diesen Dialogen zwischen Gitarre und Orgel und den unbarmherzig shuffelnden Bass- und Drums-Rhythmen, "Dance Of The Holy Orbit", bei dem die ansonsten rein instrumentalen Kompositionen von Nossi-mäßigen "Gamma Ray"-Wortfetzen aufgepeppt ist) - immer flirren und schwirren die Tasten durch das musikalische Geschehen. "Electric Eagle" startet gar etwas experimentell, schwenkt aber bald um und mutiert zu einer affenstarken Wah Wah-dominierten Gänsehaut-Orgie. Es ist immer wieder erstaunlich, wie die Band aus allen Eskapaden und Ausbrüchen stets zu höchst melodischen Spuren zurückfindet. Und die Zitate: "Omnitron" lässt an Pink Floyd denken. Allerdings roher und ungeschliffener, um nicht krautig zu sagen. Toll die Dynamiksprünge von lauter, verzerrter Gitarre zu ganz subtilen Wah Wah-Licks die lediglich von dezenten Drums und Tieffrequentem begleitet werden. Da schwingt ganz viel altes Kraut mit und bei Minute 4:30 wird's extrem, denn da meine ich mich selbst zu hören. Mitte der Siebziger spielte ich in einer Band und unser "Little Paxin Blues" (das ich diesen Namen einmal hier schreiben würde…) war ähnlich aufgebaut. Ein Beweis, wie sehr Space Debris den Puls der alten Zeit am Leben halten. Oder "Mountain Rising" - um auf ein andere Zitat zu kommen - startet Hendrix-alike; eine starke Blues Rock-Nummer. Die Orgel rollt wieder, die Drum Sticks auch und die Gitarre dominiert den Heavy Blues. Das Mittelteil lässt den Schweiß vom anständigem Mitbangen perlen. Instrumentenwechsel im ersten Part von "Sience Fiction Is Today". Hier übernimmt Peter Brettel die Gitarrenarbeit und Tommy den Bass. Wunderbar die Details, etwa ein angeschlagenes Percussionteil hier, ein cleaner Akkord dort. Alles im Gesamtkontext einer Übernummer, die ohne Ende groovt und nichts vor sich im Weg liegend duldet. Rhythmisch gibt es stellenweise geiles Jamming und ja, die ein oder andere Passage könnte durchaus von Grateful Dead stammen. Space Debris haben, wie nicht anders erwartet, auch mit "Live Ghosts" wieder ein starkes Stück Musik abgeliefert. Die Aufnahmen sind live, könnten aber jederzeit als sorgfältig produzierte Studioscheibe durchgehen. Ganz stark!"


Volkmar Mantei von ragazzi-music schreibt über unsere neue CD: "Die Weltraum-Trümmer (Space Debris) haben seit nicht ganz einem Jahr mit Winnie Rimbach-Sator einen neuen Keyboarder, der den Sound der Band entscheidend verändert. War Tom Kunkel DER Deep Purple Fan und John Lord Tastatieure, so zeigt der neue Organist eher eine Vorliebe für jazzige und spacig-sphärische Sounds. Tommy Gorny (g), Peter Brettel (b) und Christian Jäger (dr) bleiben von der neuen Position nicht unbeeindruckt und lassen sich auf das Abenteuer ein, was dem Bandsound eine enorme Erfrischung und, gerade was die jazzigen Sound betrifft, Vitalisierung bringt. Gewiss zeigt die Band sich nicht komplett erneuert, ist die Basis, wie die Band ganz unerschrocken auf ihrer Webseite meint, von Pink Floyd, Birth Control, King Crimson, Can, Deep Purple, Santana sowie guten alten Vinylplatten Ende der Sechziger Anfang der Siebziger geprägt. Deep Purple ist immer noch als Vorbild stark auszumachen, vor allem im Gitarrenspiel Tommy Gornys. Aber der Bandsound verwebt sich intensiver im starken Einflussfeld Rimbach-Sators. Ambiente Partien, jazzdisharmonische Fusionstrecken, verspielte Improvisationslust sind mehr zu hören als fette Hardrockschleifen. Das Quartett dehnt seine Songs improvisativ aus. Deutlich zu hören, wie viel Spaß sie dabei hatten, sich auf das Experiment einzulassen. Zwar kehrt der Vierer nach Powerstrecken immer wieder zu den ursprünglichen Strukturen der Songs zurück, aber nur, um neuen Anlauf zu nehmen und ein neues Monstersolo oder weitere Abstraktion zu wagen. Im melodischen Mittelpunkt steht "der Neue", ganz klar, Tommy Gorny hat zwar angenehm viele Soli, aber längst nicht so viele Minuten. Das baut die gewohnt saftige Härte der Band jedoch nicht ab, sondern gibt ihr ein weitaus experimentelleres Gesicht als zuvor. Und ich muss sagen: das kommt ungemein gut! Mancher der 9 Songs, gespielt an zwei aufeinander folgenden Abenden im Juni 2008 im vom vorpommerschen Bodden aus betrachtet deutschen Süden (:), hat nur noch seine Kompositionshülle, der Rest ist improvisativ aufgefüllt. Space Debris klingen verinnerlicht, wie in Trance, gut, dass sie die Liveaufnahmen auf CD und nicht DVD veröffentlicht haben. Augen zu, Ohren auf, Beine ausstrecken und genießen könnte die Platte heißen. "Live Ghosts" ist kein minder guter Titel, beweist er doch, das da mehr war als die Band, die Instrumente, die Technik, das Publikum: Magie!"


Christian Rode von den vergibt ebenfalls 12 von 15 Punkten: "Man könnte ja meinen, dass es bei Musikern wie denen von Space Debris gleichgültig ist, ob sie live oder im Studio musizieren, da ja ohnehin gejammt wird, was das Zeug hält. Aber mein Eindruck ist der, dass die Band live vor Publikum einfach noch einen Kick mehr Inspiration bringt, noch mehr Power und Spielfreude auf die Bühne bringt. Von der Aufstellung her hat es ein wenig Umbesetzung und Verstärkung gegeben. Tommy Gorny kann sich jetzt ganz auf die Gitarre konzentrieren, weil Peter Brettel jetzt komplett am Bass eingestiegen ist. Und Winnie Rimbach-Sator (Treacle People, Karmic Society) ersetzt den langjährigen Keyboarder Tom Kunkel. Konstanter Faktor neben Tommy Gorny bleibt der vielseitige Schlagzeuger Christian Jäger. Gegenüber dem Live-Dokument Into the Sun, das zwei Jahre zuvor auf dem Burg Herzberg -- Festival aufgenommen worden war spielen Space Debris hier also gewissermaßen in "großer Besetzung". Bei Live Ghosts sind zwei Konzertauszüge miteinander verwoben. Die ersten drei Stücke und Omnitron wurden am 27. Juni 2008 in Weinheim im Cafe Central aufgenommen, die übrigen Stücke am Tag zuvor in Darmstadt in der Öttinger Villa. Ich kenne beide Lokalitäten nicht. Die Öttinger Villa scheint ein (einst? umkämpftes) Jugendzentrum zu sein. Die intime Atmosphäre, wie sie z.T. im Booklet der CD abgebildet ist, dürfte jedenfalls den Auftritten zupass gekommen sein. Musikalisch bieten die knapp 65 Minuten Live-Zusammenschnitt das volle Programm. Space Debris gehen dabei wieder einmal mächtig "back to the roots"! Es wird auf Teufel komm raus gejammt. Wobei die Jams keinen irgendwie unfertigen oder besonders experimentellen Eindruck machen. Im Gegenteil, es entstehen durchaus songähnliche Strukturen mit reichhaltigen Soli. Die "Jungs" -- auch in neuer Besetzung -- sind einfach traumhaft aufeinander eingespielt. Da kann dann auch schon mal ein Hardrockriff in einen treibenden Latinorythmus "fetzen" und es klingt doch wunderbar organisch als müsste es so sein. Zurück zu den Wurzeln heißt auch, die Vorliebe für Alt-Meister wie Jimi Hendrix oder Carlos Santana anklingen zu lassen. Und das alles in einer meist geradezu jazzrockigen Beschwingtheit, manchmal jedoch auch leicht spacigen Relaxtheit. Der Freund von Vintage-Klängen wird sich neben satten Rock-Gitarren, Hammond- und Synthie-Sounds auch über gelegentliche Deja-vu-Erlebnisse freuen, wenn die Band mehr oder weniger bekannte Riffs und Melodieexzerpte in ihr Soundgeflecht einfließen lässt. Mit dieser Live-Scheibe ist Space Debris mal wieder ein echtes Wohlfühlalbum gelungen. Zwischen seeliger Erinnerung und spannungsgeladener Improvisation haben Space Debris einmal mehr ihre Nische ausgemessen. Meckern könnte man höchstens über die für ein Live-Album relativ "kurze" Spielzeit. Aber die Zusammenstellung wirkt dermaßen rund, dass man sich am Ende nur mit "Breitklang"-Grinsen zurücklehnt und einfach auf die Dauerrepeat-Taste der Fernbedienung drückt..."


Michi v. schreibt über unsere jüngste CD: schreibt(Bewertung: 9/10 ):" Die Jamtruppe aus dem Odenwald ist nicht aufzuhalten, hier liegt nun schon ihre sechste Veröffentlichung vor. Da mit Peter Brettel nun ein fester Bassist integriert ist gewinnt die Musik noch einmal deutlich an Kraft und ermöglicht Tommy Gorny, sich ganz auf seine Gitarre zu konzentrieren. Des weiteren hat ein Besetzungswechsel an den Tasten stattgefunden, was sich jedoch in keiner Weise negativ aufs Gesamtbild auswirkt. An Stelle von Tom Kunkel greift nun Winnie Rimbach Sator (Karmic Society, Treacle People, Obskuria) in die Tasten, der mit sphärischen Synthiespielerein und jazzigen Pianophrasierungen überzeugt. Auch Christian Jäger glänzt wie gewohnt durch flexibles Schlagzeugspiel. Einfallsreich und voller Spielfreude prästentieren sie sich auf Ihrem zweiten Livealbum, das hervorragend gemastert wurde und somit durch Dynamik und druckvolle, funkige Bässe besticht, was ich bei vielen anderen Produktionen der heutigen Zeit oftmals vermisse. Die ersten drei Tracks sowie der Siebte wurden am 27.06.08 im Cafe Central in Weinheim aufgenommen, die übrigen Aufnahmen stammen aus der Öttinger Villa in Darmstadt vom 27.06.08 Die Musiker haben sich von jedem Ihrer hervorragenden Alben stetig weiterentwickelt und beschreiten konsequent ihren Weg abseits des Kommerziellen. Natürlich gibt es wieder eine gebalte Ladung aufregender Improvisationen im Stil des guten alten Krautrocks der frühen 70er Jahre ohne diesen zu kopieren, diesmal sind die Stücke jedoch etwas kompakter gehalten, aber sehr abwechslungsreich. "Solarization" Kosmische Klangmalerein leiten ein und bald geht es mächtig ab. Eine scharfkantige Gitarre sägt sich förmlich duch den groovigen Rhytmus und auch die Keyboards flirren schön auf. "Love Weibrator" Ein sehr rhytmisch beginnendes Stück, das mit einem fetzigen Hardrockriff überrascht, im Mittelteil gibts erst ein Gitarren- und anschließend ein Keyboardsolo. "Transmigration" kommt bluesig schleppend mit jaulender Gitarre daher. "Latrino Mortadella" beginnt mit blubberndem Synthesizer und eindringlichen Keyboardklängen, dynamisch setzt die Rhytmustruppe ein und man begibt in jazzige Gefilde. Im Mittelteil schieben sich Keyboards und Gitarre gegenseitig die Bälle zu. "Dance Of The Holy Orbit" bietet feinsten Spacerock mit verschrobenen Synthieklängen und wilder Wah-Wah-Gitarre. "Electric Eagle" Anfangs fließen sphärische Klänge in eine verträumte Melodie, bevor das gefühlvolle Gitarrenspiel einsetzt. "Omnitron" besticht durch ein floydig inspiriertes Intro, die eindringliche Gitarre und sehnsüchtige Pianoklänge. "Mountain Rising" basiert auf einem feurigen Gitarrenriff und wabernder Orgel, während im Mittelteil eine wilde Soloorgie zeleberiert wird. "Science Fiction Is Today" wird dominiert von einer abgefahrenen Gitarre im ersten Teil, gespielt von Peter Brettel ehe es zunehmend perkussiv zur Sache geht. Ein höchst empfehlenswertes Album. "


-Internet-Forum schreibt über unsere jüngste CD: "Newcomer sind diese Odenwälder sicher nicht. Weder von ihren bisherigen Veröffentlichungen her (da gibt es einige), noch von der Art Musik her, die sie spielen. Aber ein Geheimtipp sind sie noch allemal, auch wenn sie schon mal beim Burg Herzberg - Festival aufgetreten sind. Space Debris spielen auf Live Ghosts, bestehend aus zwei Live-Mitschnitten aus dem Jahr 2008, das, was sie immer machen: einen weitgehend instrumentalen, psychedelischen Krautrock in der Besetzung Gitarre, Bass, Drums und Keyboards, der so klingt, als wären die Aufnahmen in den frühen 70ern entstanden. Space Debris haben dabei die Eigenart, dass sie ihre Songs improvisieren, egal ob es sich um Studio-Alben oder um Live-Aufnahmen handelt. Mittlerweile ist die Band so gut aufeinander eingespielt, dass man nie den Eindruck hat, dass es irgendwo hängen würde. Es kommt alles absolut flüssig und mitreißend rüber. Sagenhaft! "


Amazon-Bewertung vom Mai 2009, die man gerne liest, von "Deep Rock": "Es ist noch nicht lange her , da erschien ihr Mammut-Album "Elephant Moon" . Aber die musikalischen Inspirationen der Band sprudeln fleißig weiter . Was für ein Glück ! Wie kann man die Musik beschreiben ? Es wird spacig , psychedelisch , krautig , jazzig und rockig gejammt . Muß man einfach hören und wenn möglich "LIVE" erleben . Christian Jäger (Drums) , Tommy Gorny (Gitarre) und neu dabei Peter Brettel (Bass) und Winni Rimbach-Sator (Keyboards) sind wirklich klasse . Durfte die Band "LIVE" in Halle erleben , man verliert sich in der Musik . Tolle Jungs , tolle Klänge , tolle CD.....Kaufen!!! "(5 von 5 Sternen)


Bernd Sievers vergleicht uns im neuen -6/08 u.a. mit ´Weather Report´ und vergibt 8 von 10 Punkten: "Das Album trägt im Titel wie auf dem Cover einen Dickhäuter, und tatsächlich muß man es als Mammutwerk bezeichnen. Und zwar nicht nur wegen seiner über zweieinhalbstündigen Spielzeit. Das Trio Christian Jäger (Drums), Tommy Gorny (Gitarre) und Tom Kunkel (Keyboards) hat Zuwachs bekommen: Peter Brettels Bass tut dem Gesamtsound hörbar gut. Schon der 21-minütige Opener "Free Spirits" zeigt alle Facetten der Formation: perlende Gitarrenarpeggios, funkige Bässe und verschwurbelte Synthies, bevor flotte Rythmen, clevere Gitarrenriffs und eine fette Schweineorgel den Track in einen Bastard aus Jazzrock und Space-Psycheledic verwandeln. Bemerkenswert, wie die Band immer wieder neue Sounds kreiert. "Heliopolis" endet nach einem Bass-Piano-Duett in einem großen Artrock-Finale. "Black Viking" beginnt mit wuchtigen Rockriffs, um zwischendrin mit Polyrythmen zu begeistern. "Medicine Men" fährt wilde Gitarren- und Orgelsoli auf, "Später kommt Peter" ist ein Boogie mit Augenzwinkern und "Return Of Voyager" eine Hommage an Floyds "Julia Dream" bzw. "Circus Mirror". Das sind nur einige Beispiele für die Vielfalt von Space Debris."


Das Rockmagazin schreibt: "Bei einer Band wie den Krautrockern Space Debris macht das Vinylformat eindeutig Sinn, den die analog ausgerichtete Musik klingt auf Platte organischer und runder. Das soll nicht heißen, dass die Doppel-CD (+ 3 Bonustracks) abfällt, da die Musiker sehr sorgfältig beim Mastering waren, um einen möglichst natürlichen Sound zu gewährleisten. Space Debris haben sich dem Jam-Krautrock der frühen Siebziger verschrieben, bei dem scheinbar alles möglich war - Jazz, Ethno, Rock, Blues und Avantgarde, und das bringen sie auch mit einer hohen Authentizität. Das Trio ignoriert aktuelle Trends und konzentriert sich lieber auf Feeling und Ausdruck. So bieten die teils sehr langen Nummern (oft weit über 10 Minuten) hoch individuelle "Irrungen und Wirrungen", die den Hörer verführen, neugierig machen, und in eine ganz andere Dimension "abfahren" lassen. besonders das intensive Zusammenspiel verdeutlicht die Essenz der Musik, nämlich Offenheit, die Fähigkeit , aufeinander eingehen zu können, und das sich loslösen von konventionellen Songstrukturen. Auch wenn hier und da mal Vorbilder wie Pink Floyd, Love Sculpture, Can oder Brian Auger + His Trinity durchschimmern, sind es keine Kopien, sondern fortgeführte Ideen, inspiriert umgesetzt. Die Jungens mögen das, was sie machen - und das ist wohl der wichtigste Ausgangspunkt, um einen nachhaltigen Einfluss auf eine von Oberflächlichkeiten geprägte Musikszene zu haben." (Alan Tepper/Good Times 4/2008)


die Vinyl-Fachleute vom "www.dualboard.de" Dual-Forum beurteilen die Qualität unseres Vinyls als perfekt: "Das Dreifach-Vinyl ist tadellos gefertigt, plan, ohne störende Nebengeräusche und ansprechend im zweimal aufklappbaren Gatefold verpackt. Zum Klang: weder audiophil verkünstelt, noch zu tode komprimiert. Es gibt genug Dynamik, tonale Ausgewogenheit und Authentizität - es klingt "echt". Alles in allem so wie es sein soll -> perfekt! Musikalisch besetzen die Jungs aus dem Odenwald die Lücke zwischen Kraut-, Jazz- und Classic-Rock und verzichten dabei meistens auf Gesang. CAN kommen mir da in den Sinn, vielleicht auch die "Solar Music" von Grobschnitt, auf jeden Fall aber Deep Durple. Und so darf sich ein Titel treffenderweise "Space Debris Truckin' " nennen, womit der Stil hinreichend beschrieben wäre. Entscheidend ist aber, daß die Jungs ausgezeichnete Musiker (man achte bspw. in einem beliebigen Titel nur auf den Drummer!) und Teamplayer sind. Es gelingt ihnen mit überwältigender Spielfreude, den Hörer 130 Minuten lang spannend zu unterhalten. "


Das Print-Magazin schreibt: "Über 153 Minuten auf Doppel CD oder knapp 2 Stunden auf 3er LP - Space Debris geben auf „Elephant Moon“ alles. Noch immer wird instrumental improvisiert und gejammt, was das Zeug hält bzw. die Instrumente hergeben und das freie Spiel lässt einiges an spannenden Interaktionen entstehen. Dabei ist „Elephant Moon“ das bisher vielleicht stilistisch vielseitigste Album des Trios. So dominieren zwar immer noch langgedehnte Krautrock / Psychedelic Epen mit jeder Menge Schweineorgel und dröhnenden 70s Riff, doch dazwischen finden sich zur Auflockerung sowohl kurze Rock-/ Shufflenummern, wie das Zusammenspiel zwischenzeitlich ebenfalls mal an die Mid 70er Phase von Santana erinnert (z.B. der ekstatische Schlusspart von „Free spirits“) oder bis hin zu Jazz Rock bzw. kürzeren, recht schrägen Experimenten reicht. Logischerweise kann natürlich bei solch einer massiven Menge an Musik nicht jede Idee, nicht jedes spontane Miteinander das gleich hohe Niveau erreichen, doch wirkliche Durchhänger bzw. zu sperriges Material gibt es trotz der langen Laufzeit dennoch keine(s) zu vermelden. Das homogene Spiel, der stete musikalische Fluss, sowie das Einlassen auf die unterschiedlichen Einfälle, machen das Anhören dieses Albums zu einer sehr lebendigen Angelegenheit, bei der man förmlich in die Musik hineingezogen wird und sich mehr und mehr fallen lassen kann. Hier wird offensichtlich, dass Space Debris mittlerweile seit einiger Zeit miteinander spielen und somit ein fast blindes Verständnis untereinander herrscht. So wird das gesamte Album vom Zeitgeist der 70er bzw. späten 60er durchweht und klingt wie ein überzeugendes posthumes Vermächtnis aus einer ganz anderen Epoche." Kristian Selm(www.progressive-newsletter.de)


"Michi" vom schreibt über unsere jüngste CD: hat folgenden Review geschrieben: "Ihr neues, mittlerweile fünftes Werk bietet über 153 Minuten verspielte, vielfältige Jams vom Feinsten, bei denen jeder der Musiker für Glanzmomente sorgt. Es wird ein breites Spektrum abgedeckt, das von Space und Psychedelic bis hin zu Boogie und Jazzrock Elementen reicht. Da diesmal ein Bassist mit an Bord ist wirkt das ganze rhytmischer und wuchtiger als auf ihren Vorgängern. Die facettenreichen Tracks, die auch diesmal durch spontane Improvisationen entstanden sind, sind zum größten Teil instrumental gehalten und reichen von kompakten 2 Minütern bis zu Mammutwerken, die die 21 Minuten Grenze überschreiten. Lediglich bei zwei Stücken sind Stimmen von Gästen zu hören. Mal plätschert die Musik ruhig und spannungsaufbauend dahin, dann entlädt sie sich in wilden, ordentlich krachenden Soloorgien. Der Tastenmann erzeugt mit verschrobenen Synthesizern einen spaceigen Klangkosmos und lässt die Orgel flirren und röhren wie in den guten alten Zeiten. Die sphärische, effektvolle Gitarre überzeugt mit feurigen Rockriffs, krummen Wah-Wah Spielereien und messerscharfen Soli. Der Bass kommt flott und druckvoll, teilweise sogar mit funkigen und jazzigen Läufen daher, während das abweschslungsreich gespielte Schlagzeug treibend, aber auch sehr dynamische dahingroovt und somit für einen hypnotischen Drive sorgt. Klangtechnisch ist diese Werk ebenfalls sehr gut gelungen. Neben der Doppel CD gibt es dieses Album auch als 3 LP Set. Ein sehr empfehleswertes Album, meiner Meinung nach ihr bestes bisher. Einfach zum Abheben! " (9,5 von 10 Punkten)


Volkmar Mantei von ragazzi-music schreibt: "Elephant Moon" beginnt mit dem 21:38 Minuten langen "Free Spirits". Ein bewegter, vital improvisativer Jazzrocker mit langen Läufen, der schon mal die technische Begabung der Band zeigt, mehr noch von dem großen Ideenreichtum spricht, der dieses wie die 16 folgenden Stücke so interessant macht. Lange Tracks überwiegen auf "Elephant Moon", diese sind die interessantesten Stücke, weil in ihnen am meisten "passiert". Ausgedehnte Improvisationen von Tommy Gorny und Tom Kunkel auf der virtuosen, differenzierten Basis des dynamischen Schlagzeugspiels von Christian Jäger mit Unterstützung Peter Brettels, der melodische, funky angesägte Bassläufe spielt, was den ausgedehnten Tracks eine vitale, knackige Note gibt, bestimmen die melodische Fülle der erstaunlich dichten und trotz der Songlängen kompakten Arrangements. Genüsslich lässt die Band die Songs laufen, nimmt sich alle Zeit, die Motive mit Ideen zu füllen, nie gibt es Leerlauf oder langatmige Passagen. Erstaunlicher Weise sind gerade die langen Songs die mit den besseren, lebendigeren Ideen. Nicht alles in der Musik von Space Debris ist Technik. Die handwerkliche Kunst ist Basis, die Idee der Band geht weiter: aus ihren Kompositionen alles herauszuholen, nicht nur liedhafte Songs zu erschaffen, sondern intensive instrumentale Musik. Besonders ist das meiner Meinung nach mit "Free Spirits" (21:38), "Japanese Girl" (7:37), "Return Of Voyager" (3:03), "Alien Äppler Party" (2:52) von CD1, der hellen Mondphase, und "Jazzvibe Explorers" (11:03), "Space Debris Truckin'" (9:18), "Black Viking".(21:05) und "Ur Whales" (11:17) von CD2, der dunklen Mondphase gelungen. "Heliopolis" steht dem nur wenig nach. Tom Kunkel hat ein großes Vorbild: Deep Purple, und da sicherlich Jon Lord. Das ist nicht nur in der Coverversion "Space Debris Truckin"' zu hören, dort jedoch am deutlichsten. Tom Kunkel spielt jazzbetont, ohne dabei in verwandte Blueswelten einzusteigen. Nur partiell und selten werden Space Debris bluesig. Die Unabhängigkeit von und das Springen zwischen herkömmlichen Stilen macht die Songs der Band einmal mehr interessant. Progressive Rock, Psychedelic, Jazzrock, Hardrock, instrumental Lässiges und Wildes gehen Hand in Hand. Vielleicht ist der fabelhafte Jazzanteil im dynamischen Rock etwas überwiegend, nicht jedoch in allen Stücken und nicht stetig. Tommy Gorny bevorzugt einen rauen Ton, wenn er kurze Rocker spielt, in langen Tracks lässt er die Töne weit auslaufen oder er spielt ausgefeilte, messerscharfe Soli. Hin und wieder kommt auch er in die Nähe zu Deep Purple, zu dessen einstigem Saitenwizzard Ritchie Blackmore, wenn dann Christian Jäger auch noch wie Ian Paice trommelt, kommt ein nostalgisches Gefühl auf, das lange anhält und erst im nächsten Jazzmotiv abklingt. Auf CD1 ist das komplette "Awakening" als Bonus enthalten, das als Rudiment bereits auf "Kraut Lok" zu hören war, und sich hier in seinen ganzen 10:50 Minuten Länge austoben kann. "Longo Ago" (12:45) und "Rockarola" (4:16) sind als Bonus auf CD2 enthalten. Ein dickes, fettes, rundes, vitales Werk voll knackiger, energischer, selbstbewusster Rockmusik hat die Truppe mit "Elephant Moon" veröffentlicht. Das Publikum reißt der Band die Scheiben süchtig aus der Hand, was gewiss nicht nur am witzigen Cover liegt.

"www.generated-x.de"schreibt: "Wo ist eigentlich der Odenwald, wäre zunächst eine Frage, die mir beim Lesen der Bandinfo durch den Kopf schießt, denn daher stammt dieses mittlerweile auch nicht mehr ganz unbekannte Trio. Nur ich selbst muss mir wieder mal selbst eingestehen mich nie vorher mit der Band „Weltraum-Schrott“ (so die deutsche Übersetzung) beschäftigt zu haben, trotz so mancher „virtueller Stolpersteine“, da man ja doch recht häufig den Namen im Netz liest und sogar als Referenz bei musikalisch ähnlich gearteten Truppen findet. Woran das liegt? Tja, ich stecke meine Ohren halt immer tiefer in die Siebziger. Dennoch passt plötzlich diese aktuelle Band sehr gut in mein persönliches Konzept. Ihre Musik ist nämlich überdeutlich hörbar eben in dieser Dekade verwurzelt. Was daneben sehr auffällt ist eine generelle Vorliebe für Delay- und analoge Phasersound, groovige „Schweineorgeln“ und laaange Jamsessions. So verwundert auch kaum die Auslegung des aktuellen Albums „Elephant Moon“ auf gleich zwei randvolle Silberlinge. Auf CD 1 dauert dann allein der erste Song schon 21 Minuten und bis zum Ende des vierten Tracks scheint man ein einzig langen spacig-psychedelischen Session beizuwohnen. Ich würde das als eine sehr angenehme Mischung aus Electric Orange und Oresund Space Collective bezeichnen. Zur Mitte der CD dann jedoch die Überraschung mit einem Texas Blues-mäßigen „Später kommt Peter“, auch wenn das noch mehr nach Hendrix als nach Vaughan klingt. Nun, irgendwo dazwischen findet man jedenfalls die Gitarre von Tommy Gorny, ein Name der wahrscheinlich nur „Spezialisten“ bekannt sein wird. Wie auch Tastenmann Tom Kunkel und Drummer Christian Jäger, ist dieser allerdings ein sehr versierter Musiker... Was man hier jedoch dazu sagen muss: die Mannen von Space Debris sind auch schon gut in den ihren Vierzigern. Da würde zumindest ich derartiges voraussetzen, sonst könnten sie auch wie alle anderen in dieser Altersklasse Rock-Standarts covern. Stattdessen halten sie die Fahne des psychedelischen Krautrock nach oben und überraschen aber mit dem Song „Winter“ noch ein weiteres Mal: endlich Gesang, wenn auch nur das kurze Vergnügen Sven Köthe hören zu dürfen. Der Song klingt für mich wie eine Mixtur aus späten Hendrix-Sachen und Atlantis. Die folgenden kurzen Nummer sind leider eher wenig „berauschend“, zu kurz, zu wenig Knack, eher Spielerei, bis dann der Bonustitel „Awaking“, ein eher ruhiger Jam, wieder etwas mehr bietet. CD 2 starte mit der Nummer „Jazzvibe Explorers“ und hier ist der Name Programm, zumindest was das Orgelspiel angeht, schön schnuffig, klingt fast ein bisschen nach Helge Schneider ohne Comedy. Danach geht es wieder ab durch den Weltraum mit einer Prise Pink Floyd im Hinterkopf und wieder exzessiv bis die Schweißtropfen perlen. Ihr merkt: Freunde besonders ausgedehnter Titel kommen hiermit voll, und zwar wirklich VOLL, auf ihre Kosten. Selbst mein Review scheint sich an dieser Stelle ungewöhnlich lang auszudehnen ;-)... Was ich an Space Debris nicht so hundertprozentig nachvollziehen kann ist die Liebäugelei mit Zappa. Jaja sie haben mal auf der Zappanale gespielt, dazu der vielleicht sogar gewollte Querverweis auf „Cosmik Debris“ und der Meister selbst, vielmehr sein überdimensionales Abbild, blinzelt ständig von ihren Livefotos im Booklet, aber letzten Endes eigentlich nicht vergleichbar. Irgendwie erinnert mich das sehr an die Polytoxicomane Philharmonie - sie könnten dennoch auch von der Musik, die sie machen, verwandt oder zumindest bekannt miteinander sein mit den Herrschaften. Nun Fazit - Space Debris, Breitklang, Jam Musik, 70er Jahre – diese Hinweise sollten schon genügen um den Interessierten unter euch diese Band noch interessanter gemacht zu haben, riskiert ein Ohr, es tut hiermit keine Sekunde lang weh, im Gegenteil ihr werdet Belohnung finden ;-)!" (Christian Peters)

Die Internet-Prog-Enzyklopädie vergibt 12 von 15 Punkten: "Mit Elephant Moon holt das Jamrock-Kollektiv Space Debris zum ultimativen Schlag aus. Mit 2,5 Stunden (Doppel-CD) bzw. 2 Stunden Spielzeit (Dreifach-LP) dürften für den Liebhaber dieser Musikrichtung eigentlich keine Wünsche mehr offen bleiben. Die stilechte Form des Genusses wäre vermutlich die analoge per Vinyl. . (...) Besonders organisch kommen die ersten fünf Stücke der 1. CD rüber, die mit Unterstützung von Peter Brettel eingespielt wurden. Die folgenden kurzen Stücke sind zwar auch nett, aber das Talent des Projekts kommt am besten dort zum Tragen, wo man ausgiebig und ausdauernd in der Musik versinken kann. Hierzu bietet CD 2 wieder ausreichend Gelegenheit und beginnt mit Jazzvibe Explorers relativ ungewöhnlich, da dieses Stück den Hörer in die 60-er Jahre zurückgleiten lässt und mit fetter, jazziger Hammond-Orgel Erinnerungen an Brian Auger oder Jimmy Smith weckt. Space Debris Truckin' lässt hingegen nicht nur vom Titel her an den Live-Kracher aus dem Hause Purple denken, kann aber gleichwohl diese hohen Erwartungen nicht so ganz erfüllen. Trotzdem eine gute, solide, treibende Nummer. Man kann sich natürlich fragen, ob es wirklich sinnvoll war, mit Elephant Moon eine Doppel-CD (resp. Dreifach-LP!) rauszubringen. Sicher, im Prinzip kann man sich als Fan diese Musik auch problemlos 25 Stunden am Stück reinpfeifen und nicht „nur“ 2,5. Aber hätte es wirklich einer Doppel-CD bedurft? Mit dem gravitätisch swingenden 20-minütigen Rocker „Black Viking“ wird dann allerdings auch schon die Antwort gegeben: ja, unbedingt! Dieses Stück hätte nicht fehlen dürfen. Und ebenso wenig das folgende rhythmisch hüpfende und explosive Ur Whales, bei dem u.a. auch eine Art „Walgesang an der Gitarre“ intoniert wird. Sehr schön auch das Zwiegespräch von Gitarre und Orgel. Nein, es musste wirklich schon eine Doppel-CD sein.Mit Elephant Moon zeigen die Musiker von Space Debris wieder einmal, dass sie ihre Musik leben. Und so dürfen alle Jamrockfans sich freuen, mit diesem extra langen Album weitere entspannte Stunden am Lagerfeuer bei Pilz, Weib und Gesang verbringen zu dürfen..." (Christian Rode)


Uli Heiser von nimmt sich jeden einzelnen Song vor:"Wow! Solche Pakete sind selten: Doppel-CD und 3fach-LP; letztere mit schönem Aufklappcover und ja, man hat was in der Hand. Aller Bequemlichkeit und Handhabbarkeit zum Trotz - Vinyl war, ist und wird wohl auch in Zukunft für Musikliebhaber das Medium schlechthin sein. Zumindest ist das so für mich und auch im Bekanntenkreis finden sich mehr oder weniger Großbestände an LPs im Haushalt. Der erwähnten Bequemlichkeit wegen und auch um die Schätzchen zu schonen, dürfen sie allerdings nur zu 'besonderen Gelegenheiten' ihre Runden auf dem Plattenteller drehen. Zwei auf CD enthaltene Bonustracks sind für die reinen LP-Käufer als MP3 downloadbar. Wobei ich denke, dass die Fans der schwarzen Scheiben mit Download und MP3s eher weniger am Hut haben. Darum empfehle ich, neben der Analogausgabe gleich die Doppel-CD mitzuorderen. Man kann dann die kleinen Scheiben über die Woche hören und sonntags gibt es dann die 'Edel-Variante'. Klanglich sind beide Ausgaben über jeden Zweifel erhaben. Beim Umschalten von Marantz (digital) zu Thorens (analog) sind keine Schwächen auszumachen. Allein der Anblick der sich drehenden Langspielplatte sorgt für wohliges Befinden und irgendwie ist die analoge Technik doch die angenehmere. Jedoch ist die Musik Space Debris' nicht unbededingt geeignet, um mit spitzfindigen Ohren auszuloten, wo das berühmte Quentchen 'mehr' nun zu finden bzw. zu hören ist. Da spielt natürlich auch ein Stück persönlicher Vorliebe mit. Mit dem Monstertrack "Free Spirit" geht die Reise los. Fette Hammond-Sounds, spaciger, krautiger Jam und dank Peter Brettel kommt der Bass stark und gibt dem Werk (so nenne ich das über zwanzigminütige Stück) eine gehörige Portion Dynamik. Psychedelische Spaceorgien wechseln out of the blue in einen äußerst groovigen Latino-Rhythmus. Melodisch und mit unbändigem Groove shuffelt sich die Nummer durch die Minuten und man meint, Carlos spielt sich die Seele aus dem Leib. Adäquat dazu die Percussion, für die Drummer Christian, neben seiner 'Hauptarbeit', per Roto-Tom und Kuhglocke sorgt. Hammerstark. »Diese Musik ist entstanden wie in der Mondkultur: Durch das freie Zusammenspiel der verschiedenen Kräfte und durch die Nutzung der Magie eines Moments.« Mond- und Sonnenkultur (Stonehenge) werden im LP-Innenleben dem Interessierten etwas näher gebracht. »...das freie Zusammenspiel der verschiedenen Kräfte...« ist auf die Musiker bzw. die Musik übertragbar, denn innerhalb des Ganzen mit dem Namen Space Debris gibt es die Teilmengen, bezeichnet mit den Namen der Musiker. Jeder spielt in seinem Bereich sein Instrument - solistisch und doch dem Bandkosmos untertan. Im Gruppengefüge am richtigen Platz und doch irgendwie auch losgelöst von den anderen. Was auf "Elephant Moon" mit höchster Präzison und absolut perfekt funktioniert, ist der Wechsel von A nach B. Schön zu hören in "Heliopolis". Aus einem wilden abgefahrenen Jam geht es hinüber zum rhythmisch pumpenden Part des Tracks. Bass und Drums bereiten eine schaukelnde Wiege, in der Saiten und Tasten ihrer spacigen Wege gehen. Nicht genug damit, denn in dem Stück gibt es noch einen dritten Stil, der an alte Progbands der Siebziger erinnert und melodisch brilliert, wie es besser kaum geht. Mittlerweile hat der Rezensent das Vinyl in der Hülle und lauscht per Kopfhörer am Laptop unterm Sonnensegel und kann so alle Nuancen bis ins kleinste Detail hören, als da wären Synthesizerspielereien, feines Wah Wah-Geschrammel und die herrlichen Basseruptionen. Explodierende Gitarrensoli reißen einen immer wieder in die Realität zurück. Triefende, volle Orgeleinsätze schweben auf einem perkussiven Teppich, jazzige Jams wechseln sich ab mit gänsehhauterzeugenden Hammondpassagen. Hochmelodisch, monumental und mit wildem Getrommel nimmt uns der "Medicine Man" mit auf die Reise, während "Später kommt Peter" als astreiner Krautboogie mit tollem Gitarrenpart zu begeistern weiß. Funkig die Blues Rock-Nummer mit Sven Köthe am Mikro. Hypnotisch treibt "Return Of Voyager" durch den Space und die "Alien Äppler Party" lässt die "Raumschiff Orion"-Dancebar aussehen wie die Altenstube beim Tanztee. "MoJoMe II" ist Rhythmus pur und schon kommt der Bonusteil des ersten Silberlings, "Awaking". Dieses Stück, welches sich auch auf der Vinyl-Ausgabe der 2005er "Kraut Lok" befindet, ist vom Aufbau her unbedingt in einem Atemzug mit Iron Butterflys "In-A-Gadda-Da-Vida" zu nennen. Schlagzeug und Orgel schaukeln sich hoch bis zum instrumentalen Orgasmus - und zwar ohne Kondom. Schrieb ich in meiner Review zu Three »...knappe 50 Minuten ist für diese Art Musik aber wirklich unterstes Limit«, so ist das auf "Elephant Moon" Geschichte, denn nach den fast 80 Minuten auf CD 1, wandert nun der zweite Rundling in den Schacht. Manchmal kann es das Leben richtig gut mit einem meinen. Analog zum Namen des Stückes, geht es musikalisch in den Jazz Rock. Ein leichter Swing liegt in der Luft und man snippt unweigerlich mit den Fingern, obwohl Christian und Tommy in bester Radar Love-Tradition von dannen ziehen. Der jazzige Part bleibt in weiten Teilen der Hammond vorbehalten, wird aber im Verlauf der elf Minuten von der Band aufgenommen. "Space Debris Truckin'" treibt in enormem Tempo durch den Space, die Rhythmus-Abteilung reitet, einer außeriridschen Kavallerie gleich, über Stock und Stein, während Tommy und Tom aus der Deckung heraus ihre Salven ins All bollern. Im zweiten Teil des Songs wird mit psychedelischen 'Waffen' gekämpft. Psychedelischer Blues Rock ist die wohl passende Beschreibung zu "Black Viking". In dichte, organische Basswolken schneidet die Gitarre immer wieder kleine Löcher, bis aus dem Blues Rock ein Psycho-Jam in Reinkultur wird. Monotones Fellklopfen zu sphärischen Synthie-Klängen und verfremdeter Gitarre. Einundzwanzig kurzweilige Minuten zum Chillen oder zum bewussten Trip durch Zeit und Raum. Abgrundtiefe und verzerrte Saitenpuren links, während die rechte Kopfhörermuschel von Christian bedient wird. Die Gitarre marschiert ein, wie der Gladiator in die Arena. "Gypsy" von Uriah Heep, fährt es mir kurz durch den Kopf, dann übernehmen die Spacerocker wieder. Trotz einiger Heavy Blues-Momente, ist das auch im dritten Longtrack der zweiten Scheibe, "Ur-Whales", so. Das Wechselspiel Rhythmusfraktion vs. Tasten und umgekehrt ist spannend, oder soll ich anstatt 'vs' lieber 'mit' sagen? In dieses Wechselspiel stößt die Gitarre völlig unbeeindruckt und Tommy spielt sein Ding. Wie ich eingangs erwähnte, ist dies ein Beispiel, dass Solieren sich durchaus ins Gefüge einordnen kann. Im "Unknown Song" 'kämpft' er mit Unterstütztung des Wah Wah-Pedals gegen die rollende Orgel. Gewinner bleibt der Hörer. Die beiden Bonustracks würde ich als 'must have' bezeichnen. "Long Ago" ist einer dieser psychedelischen Blues Rock-Jams, die man permanent hören kann. Bass, Gitarre und Orgel wechseln sich in der Führung ab, um schließlich gemeinsam dem Hörer die Glocke zu putzen. Wie voll und schwer klingt doch diese Orgel im Vergleich zu den sonst üblichen Keyboards. "Rockarola": Göttlich. Zeitlupen-Rock'n'Roll und so muss das später im Heim sein, dann können wir RockTimer die Omas wie zu seligen Zeiten über die Schulter werfen. Oder doch besser das junge Pflegepersonal. Schließlich hält Rock'n'Roll jung und wenn er von Space Debris zelebriert wird, hat er auch das gewisse Flair, um von Leuten ohne Backenkoteletten und geölten Haaren konsumiert zu werden. "Elephant Moon" ist ein starkes Album und macht, ganz im Sinne der Mondkultur, Spaß. Man kann es aufmerksam und bewusst hören, es mit Händen, Füßen und Nackenmuskulatur miterleben, oder einfach unterm Kopfhörer abdriften."


Kundenrezension Amazon v. 12.10.2008 ("Deep Rock" 5 von 5 Sternen): "Was Space Debris mit Ihrem fünften Album geschafft haben, ist einfach monumental. Christian Jäger, Tom Kunkel und Tommy Gorny zeigen einmal mehr, zu welchem musikalischen Spirit sie fähig sind. Als Gastmusiker erstmals dabei Peter Brettel. Wer die band kennt, weiß, daß Ihre Musik "Spontankompositionen" sind. Es wird also gejammt- und mit was für einer Hingabe. Man kann das nicht beschreiben, man muß es einfach hören. Titel wie "Free Spirits", "Black Viking", "Ur Whales", "Space Debris Truckin´"...sind einfach der Knaller. Warum-Unendliche Weiten-? Die meisten Titel sind zwischen 8 bis 21 Minuten lang. Die DoppelCD hat eine Laufzeit von 153 Minuten (außerdem als 3er LP). Also genug für einen psychedelischen Flug "on The Space"."


Dave Schmidt, Bassist von Mani Neumeiers "Monsterjam" schreibt für "Sulatron": "Der erste Titel ihres neuen Werks ("Elephant Moon")hat mich mit seinen knapp 22 Minuten wirklich positiv überrascht! Psychedelisches Feeling, fast schon Santana-Artig. Es fängt recht spacig an und dann kommt eine schöne Echogitarre zu südamerikanischem Rhythmus und natürlich coole Hammond-Orgel en masse. Soundtechnisch völlig in den frühen 70ern hängengeblieben, glücklicherweise! Der neue Bassist tut ihnen wirklich gut! Nun gibts mehr Dynamik und mehr Druck und auch mehr Psychedelisches... Alles in allem eine interessante Doppel-CD die sich wirklich lohnt!"


Hier der Review unserer DVD/CD "Into The Sun" von : Christian Rode:
"John Cage mochte keine Improvisationen, weil sie ausschließlich aus dem Schatz schon gemachter Erfahrungen schöpfen und sich aus dem Kreislauf persönlicher Vorlieben nicht hinausbewegen. Meine Aversionen gegen Improvisationen halten sich jedoch sehr in Grenzen, vor allem, wenn ich mir Space Debris’ Live-DVD vom Burg Herzberg-Festival 2006 anschaue. Und vermutlich aus den gleichen Gründen, die Cage zu seinem skeptischen Urteil bewogen haben... Denn die musikalischen Erfahrungen und Vorlieben des Trios sind genau die, die mir auch gefallen. Über den musikalischen Stil der Band zwischen Krautrock, Psychedelic, Funk und Hardrock mit Einflüssen u.a. von Jimi Hendrix, Pink Floyd und Deep Purple um 1970 rum muss mittlerweile eigentlich kein Wort mehr verloren werden (vgl. die Rezensionen zu den vorangegangenen Alben). Die Live-DVD setzt sich allerdings gerade gegenüber dem im selben Jahr entstandenen Studioalbum Three musikalisch schon dadurch ab, dass der Improvisationscharakter der Band durch den Live-Auftritt verstärkt zu Tage tritt. Und da macht es gewaltigen Spaß der Band bei ihren ausufernden Improvisationen zuzuschauen. Ein Teil der Stücke beruht auf bereits auf den „Studioalben“ vorliegenden Titeln, ein anderer Teil entstand im wesentlichen auf der Bühne neu. Was sich live ohnehin von selbst versteht. Und gerade live kommt der Sound der Band noch eine Spur flüssiger rüber als bei den zeitlich verstreuten Aufnahmen im Proberaum, die sich auf den Studioalben finden. Immer wieder auftauchende Zitate reihen sich hier ganz organisch ein. Und da hat Cage natürlich recht: innovativ ist das, was zu Gehör gebracht wird, nicht. Aber darum geht es bei diesem Auftritt auch nicht. Es geht einfach um dieses besondere Feeling in der Musik und mitreißende Spielfreude. Ergänzt wird die Live-Aufnahme noch durch ein Interview mit Drummer Christian Jäger zum Stil der Band. Es gibt das Album auch als CD, aber die Anschaffung der DVD empfiehlt sich schon allein von daher, weil die erste Viertelstunde aus Impressionen des Burg Herzberg-Festivals besteht. Wer noch nie da war, erhält hübsche Eindrücke, wer schon da war, Stützen seiner Erinnerung. Was so logisch und natürlich daherkommt ist tatsächlich aus der Not geborene Tugend, da das Titelstück filmtechnisch einfach erst zu spät aufgezeichnet worden war... Was soll ich noch sagen... Ein phantastisches Live-Dokument des Auftritts und des Hippie-Festivals selbst mit gelegentlicher psychedelischer Bildnachbearbeitung für Fans ausladender Live-Improvisationen. Wer Anfang der 70-er noch nicht dabei sein konnte, findet hier vollwertigen Ersatz!" (Bewertung: 13 von 15 Punkten)


Hier der Review unserer DVD/CD "Into The Sun" im -Rockmagazin 10/07:
"Schließe Deine Augen uns höre die Musik. Und Du bist irgendwann Anfang der 70er auf irgendeinem jener legendären Festivals. Und alles ist schön. Öffne Deine Augen und Du siehst Space Debris, live 2006 auf dem Burg Herzberg Festival. Und alles ist mindestens genauso schön. Das deutsche Trio spielte sich in einen wahren Jam-Rausch, dessen Faszination auf dieser DVD eingefangen wurde. Wer auch nur einen Funken für Rock übrig hat, wird durch die Grooves, die Improvisationen und die Melodien mitgerissen. Welche Spielfreude Christian Jäger(Drums), Tom Kunkel(Keyboards) und Tommy Gorny(Gitarre) hier auf die Bühne zauberten, zeigt sich schon an den Tracklängen: "Lornas Vibrator" bringt es in der Studiofassung auf knapp drei Minuten, ist hier aber über 16 Minuten lang. Auch "Electric Friends" wurde mir nichts dir nichts um zehn Minuten verlängert. Drei der insgesamt sechs Stücke sind neu, so auch die beiden 18 -minütigen Jams "Into The Sun" und "Whales". Dieser Mitschnitt ist mit leicht gekürzten Versionen auch auf CD erhältlich. Schließe die Augen, wenn Du magst, aber lasse Dich von der Musik forttragen, egal wohin, egal in welche Zeit." (Bewertung: 8 von 10 möglichen Punkten/Bernd Sievers)

Hier ein Review von Volker Mantei/Ragazzi-Music: zur DVD: "Am 20. Juli 1976 standen Space Debris anlässlich des Burg Herzberg Festivals auf der Bühne und gaben eines ihrer ausufernden, ausgeflippten Konzerte. Die drei relativ ruhig und ungestört auf der Bühne arbeitenden Musiker Tommy Gorny (g, b, voc), Tom Kunkel (keys) und Christian Jäger (dr) wurden dabei von der professionellen Kamera-Crew des Festivals aufgenommen. Halt - die Band ist zu hören und sicherlich auch zu sehen - aber vor allem wurden erst einmal Publikum und Festivalatmosphäre eingefangen - und man muss eine Weile warten, bis man die Band zu Gesicht bekommt, weiß im ersten Moment nicht, ob das im Rausch tanzende Publikum überhaupt dieser Band lauscht - oder ob dies ein vergessener Film aus der alten Hippie-Zeit ist, ach Mist, jetzt habe ich mich verraten, OK! Klingt zwar wie 1976, eher noch wie 1971, wurde aber 2006 aufgenommen. Kein Mensch interessiert sich heute mehr für solcherart Sound, deswegen wurde die Band engagiert (und hat ein Jahr später auf der Zappanale gespielt), weil niemand zu solcherlei Konzerten geht und die Veranstalter am liebsten unter sich sind, um nackt vor der Bühne tanzen zu können. Space Debris spielen Hard Rock. Beeinflusst vom Space-, Progressive- und Psychedelic Rock alter Schule improvisiert das Trio auf der Bühne ultralange Songs. Für das Auditorium ein Fest. Die sonst gewiss bürgerlich gekleidet ihren jeweiligen Berufen nachgehenden Festival-Hippies sind bunt bekleidet, haben ihre Haare in ein Meer aus Farben gestürzt und ihre Sinne gewiss nicht weniger. Auszeit! - so denken alle, Erholung vom stressig-langweiligen Bürgerleben, das fast keine private Zeit mehr zulässt. Hier ist sie ganz da und Space Debris haben die ideale Klangsprache dieses befreienden Gefühls. Wer noch nie auf dem Herzberg Festival gewesen war, bekommt Lust, angestachelt von den professionellen und emotional hinreißenden und kraftvoll eingefangenen, farbenfrohen Bildern, sich das (den?) Event einmal anzusehen. Also ab! Und tatsächlich, nachdem 17 Minuten lang das Festivalgelände und die Besucher im Fokus der Kamera standen und die entspannte Atmosphäre vor sich hin zog, ist plötzlich die Band auf der Bühne zu sehen. Tatsächlich, das sind Space Debris - und es ist ihre Musik, ihr Song, der nach 17 Minuten noch 5 weitere Minuten weiter führt, um schließlich 5 weitere Songs folgen zu lassen, in denen die Band durchgehend fotografiert wurde. Die Band hat Anklänge an uralte, erste UFO, an Deep Purple, an die Stimmung des elektrischen Krautrock, überhaupt den frühen Rock, wie er seit 1966 aus 3 Minuten ins Unzählige wuchs. Das Gros der 90 Minuten Konzertmitschnitt ist frei improvisiert, wenn die Band dazu auch ihre eigenen Songs nutzt (die im Studiogewand zwar viel kürzer, aber ebenso improvisiert entstanden sind), aus denen die dynamischen und mitreißend rockenden Live-Improvisationen frei fließen.Keiner der drei Bandmitglieder ist besonders hervorzuheben, alle drei sind technisch geübte und improvisatorisch inspirierte Musiker, die an ihren Instrumenten selbst und zusammen einen Gemeinklang finden, der sich positiv ergänzt und in den Bann zieht. Dabei kann es passieren, dass die Band in den Jazz rutscht, in Fusion swingt, abstrakte Sound entwickelt, die dem Konzert die richtige Würze geben. Klang und Bild sind exzellent eingefangen, das Licht des schwindenden Tages untermalt die Magie des Konzertes, das Publikum steht bewegt vor der Bühne, und der laue Abend hält seinen milden Einzug. War nicht nur ein gutes Konzert, ein lockeres, inspiriertes Spiel auf der Bühne, war auch die richtige Zeit, dies einzufangen. (Volker Mantei, 2007)

Hier ein Review unserer DVD/CD "Into The Sun" von :
"Gerade letztens hatten wir in der Redaktion eine Diskussion, wie man denn nun Krautrock bitteschön definiert. Christian Jäger, Drummer von Space Debris, schreibt im Booklet vorliegender DVD: »Der Begriff Krautrock ist auch kein eng zu fassender Musikstil, sondern historisch zu sehen.« Unzweifelhaft ist die Musik der drei Odenwälder sofort als Krautrock zu identifizieren. Nach meiner ersten Begegnung mit der Musik der Band, war ich höchst erfreut, als mir dieser Tage vom Herzberg Verlag die DVD mit ihrem Konzert vom letztjährigen Burg Herzberg Festival in den Player flatterte. Was man angangs als Pech bezeichnete, dass der erste Track der DVD, "Into The Sun", nämlich erst ab dem Ende gefilmt wurde und somit nicht als Teil des Konzertes gezeigt werden kann, wird im Nachhinein als Glücksfall gesehen. Man hat den Song nämlich als 'Untermalung' für eine klasse Dokumentation über das Festival genutzt. Das ist interessant für diejenigen, die schon mal auf dem Herzberg waren und für die, die das Festival nur vom Hörensagen kennen, sowieso. Das Burg Herzberg Festival ist und bietet weit mehr als nur eine Ansammlung von Konzerten - es wird 'nebenbei' so einiges an Unterhaltung geboten. Da gibt es Stände mit allerlei Möglichem und Unmöglichem: Als Beispiel seien nur mal die beiden Ziegen genannt, die jemand mitbrachte und Kaffee mit Ziegenmilch anbietet. Eltern sind mit ihren Kindern angereist, die zusammen mit anderen Jungrockern auf dem weiträumigen Gelände spielen. Dazwischen hat es Gaukler und wenn die Kamera den Fuhrpark der Festivalbesucher abfährt, kann man sich wundern, wie manche Gefährte den Segen des TÜVs erhalten haben. Ein riesiges Zeltlager mit so vielen verschiedenen Menschen, die eines eint: Spaß und Bock auf geile, abgefahrene Musik. Genau diese Musik bietet Space Debris und "Into The Sun" kann man getrost als Soundtrack zu dieser gelungenen Dokumentation bezeichnen. Perfekt, wie die Kameracrew durch das Gelände fährt und von der Wasserbelieferung bis zu Eltern, die ihren Jüngsten per Bollerwagen durch die Gegend ziehen, alles zeigt. Der Zuseher meint, auf einem bequemen Wägelchen zu sitzen und herumgefahren zu werden. Der letzte Part der Nummer gehört der Band, denn ab da hat man dann den Song auch mitgefilmt. Nun also zum konzertanen Teil des Silberlings. Christian Jäger beschreibt im interessanten Interview, wie die Kompositionen der Band enstehen. Da wird nichts geplant, sondern spontan beim Spielen entschieden. Auch gibt es kein aufgeblähtes Studioequipment, sondern zwei Micros im Raum und in der Tat ist auch der Rezensent erstaunt, wie klasse die Klangqualität dadurch ist. Nun, man ist es ja bereits von Wallbreakers-Aufnahmen gewohnt, die ebenfalls mit minimalistischem Equipment zu klanglichen Höchstleistungen führen. "Lornas Vibrator" wird vom Schlagzeug eröffnet, die Gitarre gesellt sich dazu und was Gitarrist Tommy mit den Händen spielt, singt er gleichzeitig nach. Geil, ein Gitarrist singt seine Soli. Tom soliert jazzig an der Hammond und Tommy schnallt sich den Viersaiter um und hilft Christian, der für den notwendigen Rhythmus und Drive sorgt. Es gibt 'nen Wechsel zur sechssaitigen Gitarre und der Jazzcharakter der Nummer wendet sich wieder hin zum Rockigen. "Electric Friends" kommt einem Ritt durch Krautrockwelten gleich. Orgel und Gitarre jammen um die Wette und Tom Kunkels Spiel ersetzt auch die Bassgitarre mit links. Fast orgiastisch schaukeln sich Tommy und Tom gegenseitig hoch, während Christian (im Bonham-T-Shirt) souverän die Machine am Rollen und Krachen hält. Dem langsamen Intro angepasst, lässt man die Anfangssequenzen nicht in Echtzeit, sondern in Zeitlupe laufen, was den psychedelischen Touch unterstreicht und den Beginn des folgenden, rockigen Ritts förmlich explodieren lässt. Das sich anschließende "Mountain" ist astreiner Blues Rock im Krautgewand und mehr als einmal kommt mir der gute alteJimi in den Sinn: Tommy spielt ein heißes Eisen, während die Hammond herrlich rollt und Mr. Bonham, ähm Mr. Jäger die Felle malträtiert. »Eine Spontankomposition aus dem Proberaum, hier am Original orientiert sozusagen wiederaufgeführt« heißt es im Booklet über "Whales". Improvisatorisch mit Raum für jeden Musiker geht es in der Tat los, aber Proberaumatmosphäre mag man zu keiner Sekunde spüren. Alle Töne sind da, wo sie hingehören und es klingt perfekt aufeinander abgestimmt. Toll das Gitarrensolo in Verbindung mit einer Schlagwerk-Attacke vom Allerfeinsten. Lieber Verfasser der Liner Notes, lass mich dich nochmal zitieren, denn was du zu Jam Bang schreibst, ist eine volle Zwölf: »Jam Bang ist, wie der Titel schon sagt, eine im Live-Rausch entstandene Jamnummer, bei der sich die Musiker den letzten Rest an musikalischer Seele aus dem Leib spielen und das Publikum mitreißen.« Ja, genau! Voller unbändigem Drive groovt "Jam Bang" übers Gelände und, wie übrigens während der kompletten Show, zeigt die Kamera auch das mitgehende Publikum. Orgel und Gitarre riffen um die Wette und man merkt es der Band bei der Verabschiedung an, dass auch sie ihre Freude am Auftritt hatten. Im Interview sagt Christian, dass das nächste Ziel der Band eine Tour durch Japan sei. Wenn das klappt, da bin ich sicher, werden die Leute im Land der aufgehenden Sonne wissen, dass Krautrock nicht auf die Siebziger beschränkt werden kann. Es gibt Bands, die diese Fahne auch im neuen Jahrtausend hochhalten. Space Debris ist ohne Zweifel ein würdiger Vertreter dieser Spezies." (Uli Heiser, 2007)


Die deutsche Jam-Band Space Debris passt hervorragend zum Hippie-Festival auf Burg Herzenberg, wo sie im Jahr 2006 einen improvisierten Auftritt hinlegten. Das Burg Herzberg Festival ist eines der letzten Hippie-Refugien - nicht nur in Deutschland, sondern wohl auch weltweit. Seit 1970 finden hier Festivals statt. Alle wichtigen deutschen Bands jener Jahre spielten hier - von Can über Guru Guru bis Amon Düül II. Allerdings pausierte die Veranstaltung von 1973 bis 1990, und als es 1991 wieder losging, hatte sich die Welt geändert. Doch die neuen Festival-Macher hatten sich ganz bewusst dafür entschieden, nicht auf den Zeitgeschmack oder vermeintliche Marktgepflogenheiten Rücksicht zu nehmen. Sie holten die alten Bands auf die Burg zurück, gaben aber auch neuen Formationen eine Chance, die den Geist der Hippie-Jahre mit der Jetztzeit verbinden. Ein Beispiel für diese Haltung ist die deutsche Band Space Debris, ein Keyboards/Gitarren/Drums-Trio, das die langen, freien Improvisationen der Krautrock-Zeit mit psychedelischen Sounds und einer jazzigen Interaktion zwischen den drei Bandmitgliedern verbindet. Ihr Festival-Auftritt aus dem Jahr 2006 liegt nun auf einer DVD vor, nachdem der WDR Rockpalast jährlich vor Ort ist und die Kameras laufen lässt. Aus diesem Material entstanden bereits mehrere DVDs, die vorliegende ist jedoch die erste, die sich einem einzigen Act widmet. Diese Ehre haben Space Debris auch verdient. Denn es ist einzigartig, wie sie ihre oft bis zu 20 Minuten langen Stücke völlig aus dem Nichts heraus improvisieren. (Testbericht Ebay)


Hier ein Review unserer LP/CD "Three" (2006) von Jürgen Gallitz-Duckar für das Web-Prog-Lexikon :
"Und nun folgt der dritte Streich. Von der Länge begrenzter als die Vorgänger und mit 48 Minuten nur etwas mehr als die damals übliche LP Länge, aber im Inhalt so reichhaltig wie vorher auch. Space Debris, welche sich inzwischen als Band und nicht mehr als Projekt sehen, arbeiteten sich weiter durch die Rockgeschichte der 70er. Weniger Psychedelic, weniger Kraut, dafür mehr vom Klassischen Rock und Hardrock des 70er-Menüs stehen diesmal an. Wer darin etwas belesen, besser gesagt behört ist, hat ein Déjà-Vu nach dem anderen. Da fallen einem natürlich sofort erstmal Bands wie Deep Purple oder Brian Auger’s Oblivion Express ein, wenn man die exzellente Orgelei von Tom Kunkel hört, der seine Hammond und gelegentlich mal den Synthie ganz 70ies-like benutzt, dabei aber immer geschmackvoll und stilsicher agiert und nie den Song zer-solot. Oder „Mountain high“: Beginnt mit einem Riff, das in Art und Klangfarbe Hendrix’ „Hear my train a comin“ herbeiholt, später jedoch auch mal Richie Blackmore’s Rainbow um die Ecke schauen lässt. Feinfühlig und geschmackvoll sind passende Stichwörter zum Album. Obwohl alle fünf Stücke Jams sind, wirken sie wie Songs. Songs ohne Texte, aber definitiv Songs. Ständig meinst du, einen Text dazu zu kennen, so songartig sind die Soundgebilde der Band. Hier gibt’s nicht Gedudel um des Dudelns willen. Kein "Ätsch, ich bin schneller als du"-Gewichse, kein noch schnell hinzugefummelter Schrägtakt, damits auch etwas intellektuell wirkt. Organische Jams, ständig im Fluß, sind der Nährboden für Space Debris. Die beiden Herren Kunkel und Gorny agieren dabei traumhaft aufeinander eingespielt, werfen sich die Bälle zu, übernehmen die Stimmung des Songs, um sie wieder an den Kollegen abzugeben. Christian Jäger sitzt dahinter und lenkt mit seinem phantasievollen, agilen Drumming diverse Richtungswechsel oder treibt die Kollegen auch einfach nur an. Space Debris sind eine fantastische Live-im-Studio-Band, welches sie übrigens demnächst mit einer Burg-Herzberg-DVD ihres Auftritts vor Publikum auch für zuhause unter Beweis stellen wollen. Braucht man also diese CD? Aber Hallo – und wie man die braucht, wenn man denn ein Liebhaber der klassischen Rocksounds ist. Wem es um die altvertrauten warmen Klänge einer Hammond geht, wer Glücksgefühle beim Klang einer melodiösen und dennoch verspielten Stratocaster hat, wer den geerdeten Sound der Ludwig Drums mag, der ist hier zuhause und wird am Ende dasitzen und schwören, dass er diese Platte damals 1973 beim Plattenladen an der Ecke - dem Laden mit dem vollbärtigen Typ am Tresen, mit dieser ellenlangen Matte und der schummrigen Beleuchtung im ganzen Geschäft, weißt schon – gekauft hat. Space Debris könnten auch The Time-Machine heißen. P.S: Die CD ist diesmal gepresst und nicht gebrannt wie ihre Vorgänger und selbstverständlich ist "Three" auch wieder als LP erhältlich. Wertung: 12 von 15 Punkten


Hier der Review über die LP "Three" von Kristian Selm -:
Das Powertrio Space Debris geht, der Albumtitel lässt es erahnen, in die dritte Runde. Mittlerweile haben Christian Jäger (Schlagzeug), Tommy Gorny (Gitarre / Bass / Gesang) und Tom Kunkel (Hammond / Synthesizer) ihren rein improvisierten Stil (=Spontankompositionen) dermaßen verfeinert und perfektioniert, dass man sie u.a. für die 2006er Ausgabe des Herzberg Festivals einlud. Eine DVD von diesem Auftritt ist übrigens bereits in Planung. „Three“ setzt nahtlos auf die musikalische Sprache der Vorgängeralben auf, auch wenn diesmal doch deutlicher die 70s Rock Fahne geschwenkt wird, die krautigen, psychedelischen Passagen fast gänzlich verschwunden sind. Die Herangehensweise ist jedoch prinzipiell die gleiche. Langsam lässt die Band Themen entstehen, wirft sich Phrasen und Soloparts zu, steigert geschickt Spannung und Dynamik, ohne dass dabei ein Musiker den anderen überstrahlt. Man merkt, dass sich die drei inzwischen aufeinander eingespielt haben, man den anderen für seinen spielerischen Freiraum respektiert. Die Orgel quietscht und ächzt vergnügt (besonders fett im knapp 10-minütigen „Trip vitesse (sans alcool)“), die Gitarre jubiliert mehr dem Hard Rock bzw. Jimi Hendrix zugewandt, getragen von einem filigranen, aber niemals aufdringlichen, groovigen Rhythmusgeflecht. Dabei kommen Space Debris ohne aufbrausende oder überschlagende Virtuosität aus, es ist mehr der warme 70s Sound, das gemeinsame Verständnis, was die Musik trägt.(...) Ein Nostalgietrip aus dem Hier und Jetzt, der mit zeitloser Spielfreude aufwartet. Kristian Selm



Hier der begeisterte Review von Ulli Heiser (Nov. 2006) bei :
(...)ja- Die Hammond! Wenn Tom in "Saurus" z.B. den Tasten die Sporen gibt, wartet man förmlich, dass der "Highway Star" losbrodelt. Bis es dazu kommt, steigert sich der Song durch Gitarrenläufe, Synthiefaszinationen und entfesselte Schießbudenakrobatik. Dann, wie bereits erwähnt, die Orgel. Die Gitarre begleitet stellenweise akustisch und nach einem Break darf sie ganz alleine diese tolle Nummer zu Ende 'akusteln'. Bei allem Improvisieren und Jammen (Zitat: »Ausnahmslos Spontankompositionen«) ist es irre, wie melodisch das Ganze ist. Im Opener "Dark Star" (hat nichts zu tun mit den Ur-Jammern) geht es in der Tat etwas improvisiert los, bis sich urplötzlich eine Melodie aufbaut. Schlagzeug und Orgel sammeln die Reste der 'Abschweifler' komplett ein und lenken sie in geordnete Bahnen. Trommelwirbel, eine 'immer höher wachsende' Klangwand aus Orgelklängen generiert und eine sich per Wah-Wah dazumischende Gitarre gipfeln gegen Ende in einer Traummelodie. In "Trip Vitesse" erinnert mich die Hammond an Booker T. And The M.G.'s. Immer wieder aufmüpfige Tastensequenzen, zu denen der Bass brabbelt und Christian die Marschrichtung vorgibt. "Mountain High" ist ein Bluesrock-Kracher der Extraklasse. Leslieeffekte, wenn ich mich nicht irre, Tommy kann an der Elektrischen mal á la Jimi die Sau rauslassen - ein Kracher! Endlich was Langes: 20 Minuten "La Mano De Dios (ext.)". Einer Orgie gleich, kann hier jeder mal mit jedem. Und auch mal ganz alleine für sich. Allerdings findet immer wieder zusammen, was zusammen gehört. Die »Spontankompositionen« gehen allesamt in die richtige, weil gemeinsame Richtung. Gekonnt springt ein jeder mal ein (stark die Wah Wah-Einlage etwa bei Minute 13), sammelt die Bandmates wieder ein und man marschiert ein Stück des Weges gemeinsam. Gegen Ende der Nummer klingt es gar 'ohrwurmig'. Diese »Spontan- und Erstversionen« auf "Three" kriegt manch andere Band nicht nach x-maligem Proben und Tüfteln hin. Space Debris bereitet mir nur ein Problem: Wie soll man die Musik einordnen? Kraut, Jam, Space, Psychedelic, Rock? Schwer, sehr schwer und am Besten wird es sein, ein jeder entscheidet das für sich selbst. Zu beziehen ist die CD über die Bandseite (siehe Link am Ende der Review). Ich jedenfalls geb meine nicht mehr her :-) Uli Heiser, Rocktimes


Hier ein Review aus dem Rockmagazin 11/06: Mit ihrem mittlerweile dritten Album hat die deutsche Band Space Debris nichts von ihrer Unbekümmertheit verloren. Wie sollte sie auch, entsteht ihre Musik doch ausnahmslos aus Improvisationen. "Spontankompositionen" nennt es die Band und hier liegt der Schlüssel zu ihrem Erfolg. Zwar ist der Sound noch an einigen wenigen Stellen noch verbesserungsbedürftig, doch fällt dies kaum ins Gewicht, da die hier versammelten fünf Tracks nicht wie zielloses Gegniedel wirken, sondern mit ihren Spannungsbögen und Strukturen sehr wohl auch als komponiert durchgehen können. Das erinnert zuweilen an Southern-Jam-Bands, allerdings ohne Blues-Elemente. Doch Space Debris spielen sich auch in eine Trance, variieren ihre Themen, kehren wieder zurück und setzen von Neuem an, um die Melodien in andere Richtungen zu bringen. Das knapp zehnminütige "Trip Vitesse (Sans Alcool)", erinnert gar an Großtaten von George Fame oder Brian Auger. Three ist übrigens auch als Vinyl erhältlich. (Bewertung: 7 von 10 Punkten/"souverän"). Der Kommentar zum Samplertrack "La Mano De Dios" (edit) von Marcus Wicker: "...Gitarre, Orgel, Drums. Jeder darf mal ran, jeder darf das Kommando übernehmen, sich von seinen Mitstreitern trennen, nur um wieder zu ihnen zurückzufinden. "La Mano De Dios" repräsentiert genau den 70er Jahre Charme des deutschen Trios, dessen Jamrock-Werke spontan eingespielt werden und vor Spielwitz nur so strotzen."


"Just for kicks" listet uns unter den ´Highlights Winter 2006´ und schreibt über unser LP: "Das neue und mittlerweile dritte Album der psychedelischen Jam-Rock-Krauter aus deutschen Landen begeistert erneut durch lange ausufernde Improvisationen aus Gitarre Orgel und Drums. Das 70ies Flair ist unverkennbar und wird mit einer wahnsinnigen Spielfreude vorgetragen - grandios!"


Prog-Magazin- schreibt über unsere jüngste CD: I was very much looking forward to this CD having been much impressed with ‘Krautrock Sessions 1994-2001’ reviewed in AD #40. Well, I was not disappointed! From the opening bars of ‘Xenufo’ through to the conclusion of the epic title track this is one engaging slice of retro improvisational rock. Tom Kunkel is in Emerson Nice era mode from the off with guitarist Tommy Gorny also sounding a bit like Davy O’List! Underpinned by some dynamic drumming from Christian Jager and lots of crashing cymbals it’s a satisfying piece of rock nostalgia. ‘Bolivia’ fades in with more organ chords, echo guitar and rhythmic backbone, more Santana or Focus than Nice this time, more expansive guitar proving it’s amazing what you can do with two chords and some nimble keyboard runs! Tom’s Hammond has a Brian Auger edge to it, teasing every bit of emotion from his instrument. Some gentle guitar arpeggios end the track before ‘Capitalists Nightmare’, a bit of a ‘riffer’ with lots of sustain and bend on the guitar notes, the organ taking up the action more Jon Lord than Emerson or Auger. On ‘Trans Odenwald’ the band indulges in some Led Zeppelin stylised rock ‘n’ roll that comes together eventually! Moving on a few tracks to the live ‘Purple Dream’ it’s nice to hear lots of reverb on the organ and some scintillating runs in a kind of ‘Rondo’ variation. ‘Second Sight’ is al lengthy excursion, a grungy early Floyd sound giving way to another ‘Rondo’ type creation then some bluesy Hendrixy guitar licks. The 21 minute title track is a breathtaking stunner of deep invention and a hint of jazz. If you long for the free rock spirit of the late 60s and early 70s look no further than Space Debris. I can smell the incense, man! Enjoy! (Phil Jackson)

Hier ein Auszug aus dem neuen Review von Kristian Selms :(Abo-Print-Magazin) zu der neuen Platte:
"Und sie fliegen wieder durch die Weiten des Raumes. Space Debris improvisieren sich auch auf ihrem zweiten Longplayer wieder munter durch die Rockgeschichte der frühen 70er, als die Orgel noch richtig dreckig klang und man sich eben jede Menge Zeit für Songentwicklung und ausgiebige Soloteile nahm. Wie bereits beim Debüt bekommt das Trio auch dieses mal wieder Unterstützung von diversen Gästen, die die ausufernden, aber niemals langweiligen instrumentalen Interaktionen an passender Stelle ergänzen und verfeinern. Die neun Titel auf „Kraut Lok“ schweben konsequent durch die verschwommenen Sphären der Vergangenheit und machen diesen rund 80 Minuten langen Trip sowohl von den Sounds, als auch von der Spielweise, zu einer perfekten Nostalgiereise. …" (Kristian Selm)

Hier der Review zur neuen Platte "Kraut Lok" aus dem , Ausgabe 11/05:
"Drums, Gitarre und Hammondorgel, mehr braucht es nicht, um ein rundum gelungenes Album mit Leben zu füllen. Dem deutschen Trio Space Debris ist mit seinem zweiten Album "Kraut Lok" - eine Wortspielerei mit Link auf das Cover, das mit seiner subtilen Realität an die Werke von Storm Thorgerson erinnert - der nathlose Anschluß an das Debutalbum von 2002 geglückt. Wieder einmal wurde frei improvisiert, der Rock mit seinen Adrenalin ausschüttenden Riffs als Grundlage genommen, um Gitarren und Keyboards die Steilvorlage für ihre ausufernden Soli zu geben. Herausspringt mal Psychedelisches, mal Krautrockiges, mal einfach mit Volldampf vorwärts Rockendes, mal etwas traurig Bluesendes, mal etwas mystisch Orientalisches. Der Sound der frühen 70er-Jahre wird zwar nicht authentisch eingefangen - dafür klingt das Album doch zu frisch - aber es ist eine Huldigung dieses Genres. Dabei sind es nicht nur die Soli von Gitarre und Hammond, es sind auch die cleveren, stets im Dienste des Gesamtbilds stehenden Drums und die - wie haben sie die bloß hingekriegt - riffartigen Keyboards, die für Erstaunen sorgen. Rythmus, Melodie und unbändige Spielfreude, was will man mehr? Erhältlich auf Vinyl oder CD-R." (Bernd Sievers) Der Kommentar (Ausgabe 11/05)zu unserem Samplerbeitrag für die beiliegende CD: "SPACE DEBRIS wie man sie kennt: feine bis feinste Gitarrensoli, die die ihnen gebotenen Freiheiten auch weidlich ausnutzen. Hammondorgel-Soli, die ganz ungeniert den Gitarren in nichts nachstehen. Das alles garniert mit einer diffizilen Schlagzeugarbeit ergibt einen energetischen Jamrock, den heute nicht mehr viele Bands bieten und der tatsächlich an Live-Großtaten der dankbaren Toten erinnert." (Eclipsed 11/05).

Hier ein Review von Volkmar Mantei, von Ragazzi Music:
"Die Produktion ist rein äußerlich schon mal sehr gelungen, als LP im Klappcover hat man richtig was in der Hand, die Innencover der beiden LPs bieten zusätzliche Informationen, Fotos, Review-Auszüge. Vor allem die von verschiedenen Seiten in irgendeiner Wüste fotografierten Lokomotiven haben es mir sehr angetan (weswegen auch nicht das "nackte" Frontcover der LP hier zu sehen ist, sondern das große Bild aus dem Innencover). Space Debris spielen ausgefallene, eigenwillige Rockimprovisationen. Tom Kunkel (key), Christian Jäger (dr) und Tommy Gorny (g) sind technisch sehr begabt, nicht nur das, ihr differenziertes und melodiereiches Spiel klingt inspiriert, die Stücke sind wahrhaft gelungen. Harmonisch-melodische Vorbilder dürften bei Deep Purple zu finden sein, im Progressive Rock und im besten Jam-Rock der 70er, den langen Livewerken von Allman Brothers beispielsweise. Space Debris sind jedoch keine Kopisten. Sie verweben Jazz, Blues und Heavyrock auf sehr intime und intensive Weise, die im Sound der Instrumente und in der Handschrift der Instrumentalisten nur ansatzweise Vergleiche findet. Das 21-minütige "Kraut Lok" zum Beispiel beginnt als funky Bluesrock, lässig und hingebungsvoll gespielt, immer eine Spur Jazz in den Tastenimprovisationen. Während (Gast-) Gitarrist Daniel Sich sich zunächst zurückhält, melodiert Keyboarder Tom ausgiebig. Dabei wird er hinreißend vom vital "arbeitenden" und schön differenziert spielenden Schlagzeuger Christian begleitet, der nicht nur das rhythmische Rückgrat der Band ist, sondern mit federndem, bisweilen schwer kräftigem Spiel auf seinen einzelnen Schlaginstrumenten als weiterer Melodiker gelten muss. Bester Track meiner Meinung nach ist das 14-minütige "Second Sight", dessen Rhythmus allein schon grandios gespielt wird, während die Orgel die Harmonie weiterführt und die Gitarre schließlich aus der zarten Anfangsnote zum radikalen, dreckigen und wilden Rockmonstersolo ausholt, woraus die Band wieder mit vertieften und intensiven Parts weiterarbeitet. Perfekt! "Kraut Lok" ist ein wahrhaft schönes Teil, äußerlich wie innerlich. Die Empfehlung geht an Hardrock-, Psychedelic- und Spacerockfans und an die ausgewachsene Gilde der Altrocker. Diese Musik wirkt wie eine Droge!"

Hier ein übersetzter Ausschnitt aus den neue Liner Notes zum zweiten Album:"
Das großartige Doppelalbum im Klappcover, das Sie in der Hand halten, ist ein Lehrstück für die Power und die Möglichkeiten von hartem kosmischen Krautrock wie er nur von begabten und hingebungsvollen Praktikern dieser Kunst gespielt werden kann. Vom Soul und den leidenschaftlich melodischen Jams von „Bolivia“ über die harten und abgefahren Forschungsreisen von Hammondorgel und Gitarre in die äußerten Ecken des Weltalls in „Capitalists Nightmare“ bis hin zum epischen „Kraut Lok“, das den Hörer auf einen instrumentalen Trip aus souligem Space Jazz, Acid Rock, heavy jamming Progressive Rock, coolen Grooves und reiner Bewusstseinsmassage mitnimmt. Also, zurück lehnen, Kopfhörer aufsetzen und an Bord des Raumschiffs Space Debris kommen. Space... Peace..." Jerry Kranitz (Aural Innovations)

Hier der neue Review des Web-Prog-Lexikons Christian Rode :
"Space Debris haben Fans ausufernder Rockimprovisationen im Stil der frühen 70-er wieder einiges zu bieten. Dabei lassen die Jam-Rocker wie schon zuvor bei den „Krautrocksessions 1994-2001“ reichlich musikalische Erinnerungen an jene Tage aus ihrem kollektiven Gedächtnis aufleben und verbinden diese zu einem eigenen, genuinen Sound. Gegenüber den Krautrocksessions wirkt Kraut Lok bei aller Vielgestaltigkeit verwendeter Stilmittel aus Blues, Jazzrock, Psychedelic, Kraut- und Spacerock noch homogener. Die Stücke sind meist gut groovendes Midtempo voller Spielfreude. Am Ende von Trans Odenwald wird auch mal ein heftiger Rock’n’Roll hingelegt, der allerdings auf seinem Höhepunkt in einer überraschenden Explosion zur Ruhe kommt. Irgendwie muss man ja auch mal zum Ende kommen... Dominant ist häufig die satte und zugleich warme Hammond-Orgel, die auch schon mal untergründige Riffarbeit leistet. Die Gitarre spielt oft in Trance versetzende Improvisationen. Hart rockende Riffs gibt’s aber auch schon mal, etwa im Verlauf von Second Sight und auch beim langen Titelsong, die streckenweise Erinnerungen an spacige Deep Purple wecken. Als weitere Bezugspunkte werden von der Band selbst zurecht u.a. Pink Floyd, Grobschnitt, Vanilla Fudge, Birth Control und Santana genannt. Es ist immer wieder faszinierend, mit welcher Leichtigkeit sich ein Element aus dem anderen spontan und ganz organisch entwickelt. Mit dem richtigen Gespür für Timing kommt bei Space Debris auch keine Langeweile auf. Die Musik von Space Debris, die in Jam-Sessions entwickelt wird, nimmt einen mit auf scheinbar nicht enden wollende, swingende Reisen in das Herz der frühen 70-er. Da könnte man noch Stunden lang weiter zuhören. Hoffentlich finden diese ungewöhnlichen Retrorocker bald wieder Zeit für weitere Sessions!" (Wertung: 12 von 15 Punkten)

Jürgen Brück von German Rock e.V. schreibt: Marshall-Verstärkertürme, Hammondorgel-Wabern, ein veritables Schlagzeug und viele Gitarren – bei diesen Zutaten läuft den Freunden handgemachter Rockmusik das Wasser im Munde zusammen. Vor allem in den siebziger Jahren zählten dieses Instrumentarium und die Improvisationskunst zu den höchsten Gütern in der Rockmusik. Nur, wer zu langen Jamsessions fähig war, gehörte zu den wirklich Großen im Geschäft. Heutzutage muss alles offenbar ein wenig schneller gehen: Die Songs sind kurz und absolut schmerzlos und rauschen ohne nennenswerte Folgen an ihren Hörern vorbei. In solch einer traurigen Situation fallen natürlich Gruppen, die sich nicht an dieses Credo halten, angenehm auf. Eine dieser Bands kommt aus Weinheim und hört auf dem Namen space debris. Ihre Passion ist und war es schon immer, sich in langen Improvisationen zu ergehen und dabei hin und wieder auch einmal ein nettes kleines Soundexperiment zu wagen. Während ihrer Aufnahmesessions planen die neun Musiker nur wenig. Der Spaß an der Sache und die Freude am Experimentieren stehen hier eindeutig im Vordergrund. Diese Lockerheit stellt die Grundlage für das vorliegende Album dar und man merkt sie jedem einzelnen Song deutlich an. Genannt haben sie ihr Werk Krautrock-Sessions 1994-2001 und spätestens jetzt wird auch klar, in welcher Tradition sich space debris sehen (wenngleich sich ihre Musik auch ein wenig unbewusst in diese Richtung entwickelt hat, wie die Band auf ihrer Homepage erklärt). Dabei haben sie vor allem die Spontanität und Experimentierfreude des Krautrock in ihre Musik integriert. Darüber hinaus findet man Elemente des 70s Progrock und auch Passagen, die an Bands wie Deep Purple (und Songs wie Space Truckin') erinnern. Der Spacerock schließlich hat natürlich auch seine Spuren nicht nur im Namen der Band hinterlassen. Und so erwarten den Hörer wunderbare und bisweilen abgefahrene Hammondorgel-Passagen, lange Gitarrensoli, an denen sich gerne auch einmal mehrere Gitarreros beteiligen, und eine solide Rhythmusarbeit, wie sie für gelungene Improvisationen unerlässlich ist. Hin und wieder findet man sogar ein wenig Gesang, der steht aber ganz und gar nicht im Vordergrund. Ursprünglich ist das Werk stilecht als Doppel-Vinyl erschienen (und immer noch erhältlich), doch nun hat man auch eine CD-Version nachgeschoben. Krautrock-Sessions 1994-2001 ist ein Album, das man immer wieder hören möchte und das bei jedem neuen Hördurchgang noch Überraschungen für den Hörer bereithält. Fazit: Unbedingt kaufen!

Jürgen Brück

Hier der neue Review aus der aktuellen Ausgabe des : (Ausgabe Nr 52)
Auszug: "(...) der musikalische Gehalt war dermaßen gelungen, dass die Aufnahmen auf Vinyl gepresst und bisher bereits weltweit 500 als Doppel LP im Klappcover im Selbstvertrieb verkauft wurden. Die „Krautrock Sessions“ bewegen sich, der Titel deutet es bereits an, vermehrt im 70er Jahre Rock unter Einfluss von Hard, Space, Kraut- und Psychedelic Rock und sowohl Sound, wie auch instrumentelle Umsetzung sind deutlich in der Vergangenheit angesiedelt. So atmen die weit angelegten, aber immer locker wirkenden instrumentalen Interaktionen den wachen Geist der Vergangenheit, ohne dass die Titel jetzt unbedingt altbacken oder angetagt klingen, jedoch scheint hier alles per Zeitmaschine wie aus einer anderen Epoche hergebeamt. In den schwebenden Sounds, die mal erdiger, mal sphärischer erklingen, wechseln sich solistisch Gitarre und fette Orgelsounds ab, untermauert von einem songdienlichen, aber immer spannenden Rhythmusgeflecht, das in den rechten Augenblicken für Dramatik- und Dynamikwechsel sorgt.(...)

Hier ein neuer Review, zu finden unter "www.rockpopnews.de " Krautrock-Improvisationen vom Feinsten:
Vor allem in den siebziger Jahren zählte die Improvisationskunst zu den höchsten Gütern in der Rockmusik. Nur, wer zu langen Jamsessions fähig war, gehörte zu den wirklich Großen im Geschäft. Heutzutage ist nicht nur unser tägliches Leben schnelllebiger geworden, dieser »Geschwindigkeitswahn« hat auch vor der Rock-und Popmusik nicht Halt gemacht. Ein Song muss offenbar nunmehr kurz und schmerzlos sein und an seinen Hörern vorbeirauschen, ohne dabei merkliche Spuren zu hinterlassen. Nur dann wird er, so scheine es zumindest die Plattenbosse zu glauben, auch erfolgreich werden. In solch einer traurigen Situation fallen natürlich Gruppen, die sich nicht an dieses Credo halten, angenehm auf. Eine dieser Bands kommt aus Weinheim und hört auf dem Namen »Space Debris«. Ihre Passion ist und war es schon immer, sich in langen Improvisationen zu ergehen und dabei hin und wieder ein nettes kleines Soundexperiment zu wagen. Während ihrer Aufnahmesessions planen die neuen Musiker nur wenig. Der Spaß an der Sache und die Freude am experimentieren stehen hier eindeutig im Vordergrund. Diese Lockerheit merkt man den Songs auf dem vorliegenden Album deutlich an. Genannt haben sie ihr Werk »Krautrock-Sessions 1994-2001« und spätestens jetzt wird auch klar, in welcher Tradition sich »Space Debris« sehen (wenngleich sich ihre Musik auch ein wenig unbewusst in diese Richtung entwickelt hat, wie die Band auf ihrer Homepage erklärt). Dabei haben sie vor allem die Spontanität und Experimentierfreude des Krautrock in ihre Musik integriert. Darüber hinaus findet man Elemente des 70s Progrock und auch Passagen, die an Bands wie Deep Purple (und Songs wie »Space Trucklin'«). Der Spacerock schließlich hat natürlich auch seine Spuren nicht nur im Namen der Band hinterlassen. Und so erwarten den Hörer wunderbare und bisweilen abgefahrene Hammondorgel-Passagen, lange Gitarrensoli, an denen sich gerne auch einmal mehrere Gitarreros beteiligen, und eine solide Rhythmusarbeit, wie sie für gelungene Improvisationen unerlässlich ist. Hin und wieder findet man sogar ein wenig Gesang, der steht aber ganz und gar nicht im Vordergrund. Insgesamt befinden sich auf der CD 84 Minuten feinster Rockimprovisationen, wie man sie bisher nur von den großen Meistern dieser Zunft gewohnt war. »Krautrock-Sessions 1994-2001« ist ein Album, das man immer wieder hören möchte und das bei jedem neuen Hördurchgang noch Überraschungen für den Hörer bereithält. Fazit: Unbedingt kaufen! Ursprünglich ist das Album übrigens auf Vinyl veröffentlicht worden, was im Grund genommen auch wesentlich bessser zum Sound der Band passt. Auch die Dopple-LP kann im Netz (s.u.) geordert werden. Und nun noch eine gute Nachricht zum Schluss: Ein neues »Space Debris«-Album ist in der Mache. Sobald man mehr weiß, werde ich es hier posten. !"

Hier ein Link zu den ,: (11 von 15 Punkten)...hier ein Auszug: "Es gibt nicht viele Platten, die Jam-Sessions enthalten. Spontan fallen mir Derek & The Dominoes mit ihrer sehr empfehlenswerten Layla-Box ein. Jam-Sessions haben so etwas Fließendes, Ausuferndes und doch Relaxtes. Bei Jams spielen die Musiker ja "nur" miteinander, lassen ihren Ideen in entspannter Stimmung mit viel Gespür für die anderen Musiker freien Lauf, haben Spaß an der Improvisation und am sich davon treiben lassen, denn sie müssen anders als beim Konzert kein Publikum anheizen oder befriedigen. Als "zufälliger" Hörer klinkt man sich einfach ein und lässt sich mittreiben. Dieses Feeling bestimmt auch den Sound der nur als Doppel-LP (Vinyl) erhältlichen KRAUTROCK-SESSIONS von Space Debris. KRAUTROCKSESSIONS heißt das Album; dabei klingt es gar nicht mal so besonders krautrockig, was die drei bis vier Musiker an Gitarre, Bass, Hammond-Orgel und Schlagzeug bieten. Ich höre eher so einen allgemeinen 70er-Jahre-Rock, stark von Blues-Rock, aber auch Funk-Elementen durchtränkt. Am ehesten fallen mir zum Vergleich Deep Purple, aber auch die Allman Brothers mit ihrem lockeren Drive ein. Vielleicht ist es aber auch die Kombination von Hammond-Orgel und Gitarre, die diese Assoziationen weckt. Außerdem machen die Musiker auch Ausflüge Richtung Latin-Rock (Green Skies) oder Pink Floyd (We were at the Moon before you were at the Moon ;O). Naturgemäß liegt die Stärke von Jam-Sessions bei längeren Instrumentalstücken. Und die Doppel-LP ist auch erfreulicherweise voll davon. Dass die Aufnahmen, die immerhin aus den Jahren 1994-2001 stammen, einen relativ homogenen Sound aufweisen, liegt sicher auch daran, dass der ganz überwiegende Teil der Stücke aus Sessions der Jahre 1998/99 stammt. Entstehungsort aller Aufnahmen ist ein ehemaliger Hühnerstall im Odenwald (Mr. Seltsams Weschnitzmühle...), der auch auf dem Cover der Do-LP in spacig verfremdeter Umgebung abgebildet ist. Fazit: Man spürt, dass hier nichts gekünstelt ist, dass die Musiker viel Spaß am gemeinsamen, organischen Spiel hatten. Und dieser Spaß überträgt sich einfach auf den Hörer"

Hier ein zweiseitiger Artikel von Frank Gingeleit veröffentlicht in der Moonhead-Print-Ausgabe 03/05:
Keinen „Weltraummüll“, wie die Übersetzung des Bandnamens nahe legen mag, sondern feingewogenen Sternenstaub bietet Space Debris, ein Bandprojekt aus
dem tiefsten Odenwald, wo nachts, wenn keiner hinsieht, ferne Planeten die Baumkronen berühren und ihren außerirdischen Zauber zurücklassen. Diejenigen, die Hörerfahrungen mit den Sounds und improvisierenden Songstrukturen der Siebziger haben, brauchen sich einfach nur zurückzulehnen und können Space Debris’ Doppel-Vinyl „Krautrock-Sessions 1994 – 2001“ genießen, ohne dass ein weiteres Wort verloren werden müsste. Dies ist – so legt es die durchaus unterschiedliche Aufnahme von Space Debris hier wie dort nahe – eher im anglo-amerikanischen Bereich der Fall. Hierzulande tut man sich deutlich schwerer damit, was die überwiegend schubladisierenden Rezensionen nahe legen, leider auch die in Moonhead Nr. 6, in der der Verfasser, nachdem er sich über die „primitiven technischen Möglichkeiten“ der Aufnahmen ausgelassen hat, feststellt, dass sich die meisten Stücke „trotz des Titels der LP meiner Meinung nach mehr im Psychedelic Rock denn im Krautrock bewegen“, (...)

Dabei ist die Sache ganz einfach: Space Debris ist nichts weniger gelungen als die Essenz des Krautrock. Den Mund zu voll genommen? Wir werden sehen.

In dem er es verfehlte, hatte der ursprüngliche Krautrock der Sechziger und Siebziger sein Ziel erreicht. Es war die fast dialektische Spannung zwischen dem, was die Krautrockbands jener Zeit spielen wollten, und dem was sie spielen konnten, was diese Art von Musik „kosmisch“ und teilweise bis heute revolutionär machte. Space Debris ist gleichsam das fehlende Bindeglied zwischen dem „genuinen“ Krautrock der Sechziger und Siebziger und der internationalen Musik dieser Zeit, von der die meisten der damaligen deutschen Rockbands ein Teil werden wollten. Man muss sich erinnern, dass die Mitglieder dieser Bands ganz überwiegend aus der ersten Generation kamen, die nach dem Ende des 2. Weltkriegs geboren wurde, der wie die gesamte Zeit des „Dritten Reiches“ - neben allen anderen kriminellen und obszönen Tatsachen – auch durch Hitlers Embargo ausländischer Kultur gekennzeichnet war. Wie in der Literatur und der Malerei mussten die deutschen Nachkriegsmusiker den Anschluss an ihre internationalen Kollegen finden, ein Prozess, der für viele Jahre kennzeichnend für jede Form spezifisch „deutscher“ Kultur wurde. In der Rockmusik war es die Band Lake, die von etwa 1980 an bewies, dass deutsche Popmusiker fraglos mit internationalen Standards mithalten konnten, und dies war auch das definitive Ende des Krautrock in seiner ursprünglichen Bedeutung.

Seit kurzem versuchen eine Reihe deutscher Bands erneut den „Kraut“-Nimbus anzunehmen, und ihre Ergebnisse sind, in einigen Fällen sogar charmante, Beispiele musikalischer Unfähigkeit, darin in vielem dem ursprünglichen Krautrock nicht unähnlich. In dieser Situation tauchten Space Debris mit ihrer selbstproduzierten Doppel-LP auf, extraschweres Vinyl mit Zwei-, Drei- und Vierspuraufnahmen in überragender Soundqualität, die aus Elementen und Versatzstücken von Pink Floyd, Deep Purple, Santana, den Allman Brothers und vielen mehr zusammengesetzt scheinen (tatsächlich handelt es sich um Jam-Sessions im Proberaum), und gleichzeitig völlig verschieden und individuell klingen. Sie hören sich wie keine der deutschen Bands der Siebziger an und präsentieren dennoch zweifelsfrei Krautrock – ein ebenso sensationelles wie rätselhaftes Wunder, denn keiner dieser Weltklassemusiker war je zuvor nennenswert in Erscheinung getreten. Space Debris bestehen aus einem „harten Kern“ aus Christian Jäger am Schlagzeug, Tommy Gorny an der Gitarre, Thomas Schütz am Bass und Tom Kunkel an der Orgel, der immer wieder um Gastmusiker erweitert wird. Zusammen zelebrieren sie wahre musikalische Erzählorgien im Vokabular der Sechziger und Siebziger, das sie perfekt beherrschen und ebenso locker wie konzentriert einsetzen. Dabei gelingt ihnen gleichzeitig das Kunststück nicht „retro“ zu klingen oder die Vergangenheit verklärend zu beschwören wie es viele tun, die auf der aktuellen Retro-Mainstream-Welle schwimmen. Es ist Musik von heutigen jungen Musikern, die bei neugierigen jungen Ersthörern grenzenlose Bewunderung auslösen kann, aber auch den älteren Zeitgenossen des ursprünglichen Siebziger-Rocks das alte und von vielen lange vermisste „Kribbeln“ zurückbringt. Und der Clou zum Schluss: Wenn man sich dann ganz sicher zu sein glaubt, welcher der alten Platten der Space-Debris-Sound am nächsten kommt und sie auflegt... klingen Space Debris anders - und besser. Und wie war das jetzt mit „primitiver Aufnahmetechnik“, (...)? Kann man sich so verhören? Ja, man kann! Wenn man die simple Gleichung aufstellt, dass wenige Aufnahmespuren automatisch zu schlechten Soundergebnissen führen. Nun, „Sgt. Pepper’s“ der Beatles wurde auf vier Spuren aufgenommen, die „Pet Sounds“ der Beach Boys auf drei, „Kind Of Blue“ von Miles Davis zum Teil auf zwei, zum Teil auf drei, das weltberühmte Can-Studio war ursprünglich ein Zweispur-Studio... Es geht also nicht um die Anzahl der Spuren, sondern darum wie man Musik aufnimmt und das aufgenommene Material bearbeitet. Diese Kunst beherrschen Space Debris gleichfalls perfekt, und sie wird zum mitentscheidenden Bestandteil der Kunst auf „Krautrock-Sessions“. So klingt Musik, wenn sie mit natürlichen Instrumenten, analogen Effektgeräten und über Röhrenverstärker aufgenommen wird: die Orgel rollt und „atmet“, die Gitarre singt in sahneweicher Röhrenverzerrung, und das Schlagzeug entfaltet sich als äußerst nuancenreiches Instrument, das im Gesamtsound „mitspielt“ und nicht einfach ein rhythmisches Gerüst liefert. Der Sound wird so zum kongenialen Partner facettenreicher musikalischer Inhalte.

„Krautrock-Sessions 1994 – 2001“ ist eines jener selten gewordenen Alben, bei dem man auch beim zehnten Hören Neues und Überraschendes wahrnimmt. Jenen, die sich fragen, ob ein klassifizierter, kategorisierter und in sich abgeschlossener Kanon von LPs aus den Sechzigern und Siebzigern alles gewesen sein soll, was vom Griff nach den musikalischen Sternen aus der Wüste eines vom Faschismus befreiten, aber dennoch von Täter-Vätern beherrschten Landes übrig bleibt, wird beim Hören dieser „Krautrock-Sessions“ schnell klar, dass der Krautrock nach 35 Jahren endlich zu sich selbst gefunden hat. Hier wurde er gleichsam dadurch befreit, dass er in freien Assoziationen aus Sounds und Songstrukturen „durchgearbeitet“ (um Freuds Begriffe zu verwenden) und damit neu erfunden wurde. Manchmal muss man tatsächlich sehr weit zurückgehen, um zu einem Neuanfang zu kommen. Von hier aus kann es weitergehen mit Rockmusik aus Deutschland, die auch international wahrgenommen und geschätzt wird.

Hier der Kommentar von musik magazin zu unserem Samplerbeitrag "Green Skies" (8.20 Min.):
"Die ersten Sekunden versprechen nicht zu viel: Orgel und Gitarre legen mächtig los. Das bleibt während des gesamten Tracks so. Das deutsche Projekt SPACE DEBRIS zeigt in dieser Jamsession trotz aller Improvisation ein ausgesprochenes Gefühl für Melodienführung. Und wer es schafft, nicht nur Gitarren und Orgeln sondern auch auf die Drums zu achten, der wird die filigranen Rhythmen bemerken". Und weiter in der Plattenkritik Eclipsed-Magazin Oktober/04 heißt es: "...was der Titel nicht zu vermitteln vermag, ist die erstaunliche Qualität der Musik...fünf weitere Longtracks zeigen wunderbar rockige Sessions, in denen sich E-Gitarre und Hammond-Orgel duellieren, vorwärtsgetrieben v. Bass und Drums. Und denoch sind sie meilenweit davon entfernt, einfach nur selbstverliebt und ziellos vor sich hin zu spiele. Die musikalischen Themen sind trotz fehlender Absprachen aufeinander abgestimmt und entwickeln sich spontan weiter, gespickt mit wunderschönen Hooklines und kleinen Kabinettstückchen" (Bernd Sievers)



Hier der Kommentar von Jerry Aural Innovations /USA:
"Other than the Amon Düül and Can analogies other reviewers have compared them to Santana, Allman Brothers and early Deep Purple, though to my ears it's a gorgeously psychedelic and proggy take on those bands. If you like early 70's jamming prog-psych in general you'll love this. Man, that organ sounds beautiful!!!"


Der amerikanische mailorder "fusetron " beschreibt unsere Platte folgendermaßen : "Double LP worth of truly amazing KRAUTADELICS jam sessions recorded with various musicians between 1994 and 2001, in best of the early 70s AMON DUUL, CAN and other Krautrock heros tradition. Each side carries 3 tracks, so manylong tracks and psychedelic journeys present here! Long guitar journeys accompanied by effect and hammonds."

Hier der Review von Moonhead : "Überraschungen gibt es immer wieder, diese Doppel-LP ist eine der ganz grossen. Space-, Psych- & Krautrock Jams , die besten die ich in der letzten Zeit gehört habe. Woodstock, Pink Floyd, Santana, Hawkwind, Deep Purple... Als nächstes Projekt will die Band eine Zeitmachine bauen - um auch mal vor echten Hippies spielen zu können. Einfach nur genial. Ein MUSS!! für jeden Fan der Woodstock Ära." Im Moonhead Magazin lautet es dann zu unserem Stück "Daydream": "Nun glaubt man tatsächlich einer Session der frühen Pink Floyd oder Deep Purple oder Grobschnitt zu lauschen. Soundqualität und Musik ergeben eine scheinbar wiederentdeckte Perle aus dem Jahr 1969...wenn ich es nicht besser wüßte, würde ich sagen irgendwer in meiner Wohnung hat sich was zu Rauchen angesteckt.Eine Platte, die auf Vinyl erscheinen muß!..."

Review by Phil Jackson for Prog-Magazin- :
"From the opening bars of ‘Long Distance Voyager’ it is very evident that this music is rooted in early seventies improvisational space rock- wah wah guitar, cowbell, organ, memorable riffing over a solid rhythm section (impressive drumming by producer Christian Jager) and to top it all some frenzied guitar soloing amidst swirling Hammond. Focus at full throttle came to mind. Tom Kunkel’s organ plays a prominent part in ‘Green Skies’ and that allied to the guitar blasts and Christian’s hand percussion reminded me of Brian Auger’s Oblivion Express at their most expansive (‘Closer To It’ era). ‘We Were at the Moon Before you Were at the Moon’ starts off like between manic early Pink Floyd and Keith Emerson’s Nice, a phenomenal 10 minute workout that never fails to hold the attention through many intriguing and invigorating twists and turns. This is followed by the shortest number on the album ‘Lorna’s Vibrator’ (the ‘long’ version two tracks later isn’t actually much longer but has some fine Focus styled vocalisation) ‘Nuff & Nunner’ is another dynamic rhythmic piece with more excellent musicianship. ‘Phobos Was Here’ is perhaps the most intriguing track- almost atonal and counterpointal in its free form fusion jazz- the guitar soloing is stunning. I thought of Brand X here. ‘Big Baby’s Birthday’ is a pleasant surprise, a blues with Tom Kunkel on vocals, some electric piano, brooding organ chords and a rich and evocative atmosphere. Bass guitarist Thomas Schutz gets a chance to get up and down the fretboard here. The guitar playing as usual is expressive and emotionally charged. I think you can guess I’m enjoying this! And there’s more to come- a breakneck speed blues ‘Gaspra 951’ flows like a supercharged John Mayall’s Bluesbreakers.. The reflective ‘Daydream’ is further evidence that Space Debris owe as much to early progressive blues as to Krautrock. Another astronomical reference ‘Miranda’ finishes the set off with vocals reminiscent of late 60s UK blues rock outfits with solos taken on cue- it sums up so much of that era in less than 3 minutes! Top quality music- an authentic time travelling trip, this is one LP I’ll be returning to real soon!"

an ebay-seller "ingridstar" from USA wrote this nice words to describe us (found 26th April 2004)" :"SPACE DEBRIS "Krautrock Sessions 1994-2001" 2002 Gatefold Double LP....SPACE DEBRIS emanate from Germany and this album chronicles a number of their jams from the above stated years. Utilizing a basic guitar/bass/drums format augmented by percussion/congas/hammond organ/loops and other noises, SPACE DEBRIS lay down 12 monstrous and long space/psych Krautrock journeys spiced with a dash of Prog. All are well played trippy excursions into dimensions first explored by Amon Duul II, Santana and Zappa. The gatefold artwork on this LP is XLNT. It includes photos of the band in session + live, as well as a wraparound cover that takes you from a luminous Black Forest woodshed into the deeps of space!..."

Hier ein anderer Kommentar eines Ebay-Verkäufers zu unserer 1. DLP : "...der Sound kommt direkt aus den frühen 70ern. ...7 bis 16-minütige ausgedehnte Improvisations-Trips zwischen Psychedelic-, Space- und Progressive-Rock, mit starkem Krautrock-Einschlag. Hammond Orgel und Gitarre wechseln in der Lead-Funktion, teilweise effektverstärkt. Inclusive leiser filigraner Passagen, die an frühe Pink Floyd erinnern. Manchmal auch härter, leicht heavy. Wer ausgearbeitete kompakte Songs bevorzugt: Finger weg; wer lange hippie-eske Instrumentaljams (nur 3x Gesang) liebt: This is for you. ... Auf Privatlabel, sehr saubere schwere Pressung, im Klappcover." (von Detlev von Duhn ehemals Soundhouse)


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